Dienstag, 9. Februar 2010

Ille qui nos omnes servabit

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Puh, das war knapp, aber ich hab's geschafft:


LA X – Review, dritter Teil von VIER

Ich erinnere mich daran einmal scherzhaft geäußert zu haben, dass man „What lies in the shadow of the Statue?“ durchaus auch mit „Was lügt im Schatten der Statue?“ übersetzen könnte und der einzige, der im Schatten der Statue lebt, liegt und lügt ja Benjamin Linus wäre. Derzeit ist Ben aber tatsächlich ein sehr wahrscheinlicher Kandidat für die Antwort auf diese Frage, denn im Schatten der Statue halten sich derzeit nur fünf Männer auf, die überhaupt nur ansatzweise in Frage kämen: Jacob, John Locke, Richard Alpert, Benjamin Linus und ein Typ, der aussieht wie John Locke, aber nicht John Locke ist – ich nenne ihn aus Gewohnheit mal weiter „Samuel“, da wir seinen wahren Namen immer noch nicht kennen.

Für Jacob gilt derzeit wahrlich „Asche zu Asche“, denn er ist binnen vier Minuten restlos verbrannt. Hat was von Jedi-Bestattungen, aber auch von der Bestattung von Colleen. Es dürfte wohl einige gute Gründe geben, weshalb die Anderen die Leichen ihrer Toten verbrennen: 1. Bislang scheint „Samuel“ nur Formen von Menschen annehmen zu können, deren Leichname intakt sind und sich auf der Insel befinden. 2. Unter Umständen glauben die Anderen, dass nur so der Weg ins Jenseits sicher ist. Das widerspricht allerdings krass den ägyptischen Totenriten, bei denen der Leichnam als Haus der Seele für die Ewigkeit halten musste. Also, Jacob ist derzeit einigermaßen tot und daher kein sehr wahrscheinlicher Kandidat für den, „der uns alle retten wird“. Obgleich man festhalten sollte: sein Tod könnte ihn mächtiger gemacht haben. Noch etwas, das einen irgendwie an Good Old Ben Kenobi erinnert (mein zweitliebster Ben^^). Jacobs physische Form scheint sich ja wahrlich, restlos in Wohlgefallen aufgelöst zu haben.

Bleiben noch vier Kandidaten. John hat ein ganz ähnliches Handicap wie Jacob: er ist tot und da Jacob auch tot ist, könnte das mit der erneuten Wiederauferstehung (wie nach dem Sturz) problematisch werden. Nichtsdestotrotz schließe ich John nicht gänzlich aus, denn ich denke: er wird noch wichtig werden, auf die ein oder andere Weise.

„Samuel“ wird wohl kaum der sein, der alle rettet, denn im Moment scheint es so, als sei er jener, vor dem man alle retten müsste, was natürlich ein Mindfuck sein könnte.

Also bleiben bei Lichte betrachtet nur: Ben und Ricardus. Ben befindet sich noch unter der Statue und da er ja – wie wir alle wissen – der Adrian Veidt (für alle, die „Watchmen“ nicht gelesen haben: der intelligenteste/klügste Mann der Welt) von „Lost“ ist, ist ihm schon längst aufgefallen, was uns ein knappes Jahr lang beschäftigt hat: Wieso hat Jacob nichts unternommen, um Ben daran zu hindern, ihn zu töten? „Samuels“ Antwort ist wenig zufriedenstellend und entspricht wohl vor allem dem, was er sich selbst einredet, da die Alternative, ihm durchaus Angst machen sollte. Ob „Samuel“ aber seinen größten Fehler schon begriffen hat, ist überaus zweifelhaft: er hat sich den einzigen Menschen zum Feind gemacht, der intelligent und willensstark genug ist, um ihm ernsthaft gefährlich zu werden. Er und Jacob haben mit Ben ein Monster erschaffen, dass sie nicht mehr kontrollieren können. Jacob dürfte eingeplant haben, dass sich seine Schöpfung gegen ihn wendet und es ihm ergeht wie dem „modernen Prometheus“ (ui, eine Review mit mehrdeutigem Subtext... auch mal was neues). Vielleicht ging es Jacob bei Ben mitunter ja sogar darum, dass Ben von „Samuel“ benutzt wird, dies erkennt und Rache nimmt, denn derzeit ist er der einzige, dem ich zutrauen würde „Samuels“ Achillesferse zu finden und auszunutzen. Ein Teil dieser Achillesferse ist es auf jeden Fall, dass er Ben unterschätzt. Ich glaub Ben lässt „Samuel“ ganz bewusst in dem Glauben, er würde auf seiner Seite stehen, denn so beginnt „Samuel“ sich im Verlauf der Episode immer mehr zu verraten. Er vertraut sich Ben an und Ben saugt die Informationen auf wie ein Schwamm und irgendwann wird er sie gegen „Samuel“ verwenden.

„Samuel“ schickt Ben, Richard holen (unter Jacob war das mal andersrum). Der befindet sich derweil in einem hitzigen Streit mit Ilana, die gekommen ist, um Jacob zu retten. Ich würde mal meinen: Die einzigen Bodyguards, die ihren Job je schlechter gemacht haben, waren die von John F. Kennedy. Allerdings wage ich doch stark zu bezweifeln, dass Jacob überhaupt gerettet werden wollte. Nur hätte es den Anschein gehabt, als ob er seinen Tod selbst mitgeplant hätte, wäre „Samuel“ ihm kaum in die Falle gegangen, von der wir ja noch immer annehmen können, dass es sie gibt.

Ilana sagt Richard, dass Jacob sie und ihre Männer eingeladen hätte. Richard erwidert hitzig: Asking me what's in the shadow of the damn statue doesn't mean you're in charge.“ („Mich zu fragen, was im Schatten der Scheiß-Statue liegt, macht dich nicht zum Chef!“) – „Then who is?“ („Wer ist es dann?“), will Ilana wissen und die Antwort kommt prompt, denn genau in dem Moment taucht Ben auf und ruft: „Richard!?“ Die offensichtliche Deutung wäre, dass Richard nun „in charge“ ist, denn das ist es schließlich, was Ben sagt. Andererseits taucht Ben genau in dem Moment auf, in dem Ilana fragt. Es gibt als letztlich zwei Möglichkeiten den Subtext dieser Szene zu lesen.

Ben sagt Richard und Ilana natürlich nicht die Wahrheit über Jacobs „Zustand“, wobei „Well, of course Jacob's all right.“ („Na schön, natürlich geht es Jacob gut!“) womöglich sogar den Tatsachen entspricht, denn so gesehen, geht es Jacob ja durchaus gut – er macht beim Gespräch mit Hurley doch einen recht munteren Eindruck ;-).

Richard zerrt Ben, als der wiederholt daraufhin weist, dass John ihn sprechen wolle, zu Johns Leiche und Ben ist sichtlich erschrocken – weit mehr als er John auf der Insel quicklebendig an seinem Krankenbett sah.

Ben kehrt gefolgt von Bram und Co unter die Statue zurück. „Samuel“ sagt Bram und seinen Leuten, sie wären doch nun, da Jacob tot ist, frei. Es gäbe nichts mehr für sie zu tun. Daraufhin kommt es zum Kampf zwischen „Samuel“ und Jacobs Bodyguards. Bram kann Smokey durch einen Aschekreis erst noch zurückhalten, doch gelingt es Smokey den Bannkreis zu beschädigen und auch Bram zu töten. Man sagt, der Teufel könne nur über Ecken eindringen – ein Kreis hat keine. Es kann aber kaum an der Kreisform liegen, denn im Tempel wird die Asche nicht in Kreisen ausgelegt, sondern vor den Toren zum Tempel verstreut. Allerdings ist der Tempel bzw. dessen Mauer recht groß... könnte die Mauer zusammen mit der Asche vor den Toren am Ende einen Kreis bilden? Bram könnte den Kreis aber auch gewählt haben, weil es die „einfachste“ Fläche ist, die man auf die Schnelle um sich streuen kann – vermutlich hätte es ein Parallelogramm auch getan.

Bemerkenswert ist auch Smokeys Farbe. Während das Rauchmonster in den ersten drei Staffeln pechschwarz war, wirkte es erstmals in „The Shape of Things to Come“ heller und irgendwie „fluffiger“ – ein Trend, der sich in Staffel 5 fortsetzte. „Samuel“ wirkt in seiner Rauchform nun annähernd weiß. Könnte das bedeuten, dass ich zwar bezüglich der Existenz von zwei Monstern richtig lag, aber nicht „Samuel“ das schwarze und Jacob das weiße ist, sondern umgekehrt? Klar, man würde Jacob eher weiß und „Samuel“ eher schwarz zuordnen wollen, aber: das richtig schwarze Monster tötete definitiv nur Eko, nachdem dieser keine Reue gezeigt hatte. Schwarz ist außerdem die Farbe von Anubis, den wir auf dem Relief in „Dead is Dead“ vor dem Monster sehen. Weiß kann wiederum auch „negative“ Aspekte haben – in einigen Ländern ist Weiß die Farbe des Todes und nicht Schwarz. Die Anderen tragen bei Trauerfeiern ebenfalls weiße Hemden, wie das von Jacob... alles sehrverwirrend.

Zumindest sind Ben und „Samuel“ nun wieder allein unter der Statue und sprechen sich jetzt mal richtig aus... was letztlich bedeutet, dass Ben „Samuel“ reden lässt, während der den klassischen Film-Schurken-Fehler begeht und Teile seines Planes offen legt und auch andere Geheimnisse mitteilt.

Nehmen wir den Dialog mal Satz für Satz auseinander:

What are you?“ – „I’m not a What, Ben, I’m a Who!“ („Was bist du?“ – „Ich bin kein Was, Ben, sondern ein Wer!“) Schon das erste Missverständnis, würde ich meinen, denn Bens Frage war durchaus richtig: Was ist dieses Wesen? Wer Er im wesentlichen ist, ist Ben, wie seine nächste Äußerung noch mal untermauert, eindeutig bewusst. Ich könnte mir aber denken, dass „Samuel“ Ben falsch verstehen möchte, so lässt er bereits hier eine Schwäche durchblicken, die er im nächsten Satz untermauert: „You’re the monster.“ – „Let's not resort to name-calling.“ („Du bist das Monster.“ – „Lass uns nicht wieder mit Beschimpfungen anfangen.“) Es gefällt „Samuel“ also ganz und gar nicht als „das Monster“ gesehen zu werden. Ben hat also schon einen Schwachpunkt gefunden, den er sich obendrein mit ihm teilt: sie beide hassen es, wie die Menschen sie sehen – als Monstren, die sie nicht sind, nie sein wollten. Ben spricht als nächstes etwas aus, was ihn beinah verrät, doch die Feststellung, der Vorwurf hängt sowieso schon unausgesprochen im Raum: „You used me! You couldn't kill him yourself, so you made me do it.“ („Du hast mich benutzt! Du konntest ihn nicht selbst töten, also hast du mich dazu gebracht, es zu tun.“) Ben spricht offenkundig von Jacob und klagt „Samuel“ an, lässt durchblicken, dass Ben begriffen hat, dass „Samuel“ ihn ebenso ausgenutzt hat wie Jacob – nur mit dem Unterschied, dass „Samuel“ Jacobs Verhalten gegenüber Ben als Vorwand für Ben wählte, Jacob zu töten. Wenn sich da mal einer nicht selbst sein Grab geschaufelt hat. Ben hat ja recht: er ist „Samuels“ Loophole und „Samuel“ hat Ben eiskalt benutzt, ihn die Drecksarbeit machen lassen, wie Jacob zuvor. Doch wirklich interessant wird’s erst jetzt:

I didn't make you do anything. You should know, he was very confused when you killed him.“ („Ich habe dich zu rein gar nichts gebracht. Du solltest wissen, dass er sehr verwirrt war, als du ihn getötet hast.“) Ups, „Samuel“, ich hoffe mal das war Absicht. Egal, ob „Samuel“ klar war, dass Ben von Jacob sprach oder nicht, jetzt hat er sich verplappert, denn wie er gleich sagt, redet er von John und nicht von Jacob. Doch was sollte Ben auf den Gedanken bringen, “Samuel“ habe ihn dazu gebracht John zu töten? Hat „Samuels“ schlechtes Gewissen ihn hier verraten, weil er in Wahrheit tatsächlich Ben dazu gebracht hat, John zu töten? Es würde ja nur allzu perfekt ins Muster passen. Schließlich hat vor allem „Samuel“ von Johns Tod profitiert und Ben selbst leidet – wie diese Szene wiedereinmal überdeutlich zeigt – sehr unter seiner Tat. Wer oder was könnte Ben außer „Samuel“ zu dem Mord an John bewegt haben? Von wem, wenn nicht von „Samuel“, hätte Ben sonst wissen sollen, dass John sterben musste, damit sie zurückkehren konnten?

Ben geht aber zunächst noch davon aus, es wäre von Jacob die Rede und erwidert: „I seriously doubt that Jacob was ever confused.“ („Ich bezweifle ernsthaft, dass Jacob jemals verwirrt war.“) Dem kann man letztlich nur zustimmen und somit wirkt es noch zweifelhafter, dass Jacob nicht alles genauso geplant haben sollte. „Samuel“ macht nun gegenüber Ben den gleichen Fehler wie gegenüber Jacob: Hybris. Er wiegt sich selbst in Sicherheit, hält sich für überlegen und läuft seinem Gegner so ins offene Messer. Genau wie gegenüber Jacob gibt er Dinge preis, die er lieber für sich behalten hätte, weil er sich einbildet, seinen Gegenüber so einschüchtern zu können:

I'm not talking about Jacob. I'm talking about John Locke. Do you wanna know what he was thinking while you, choked the life outta him, Benjamin? What the last thought that ran through his head was? ‘I don't understand’. Isn't that just the saddest thing you ever heard? But it's fitting in a way, because when John first came to the Island, he was a very sad man. A victim, shouting at the world for being told what he couldn't do, even though they were right. He was weak, and pathetic, and irreparably broken. But, despite all that, there was something admirable about him. He was the only one of them that didn't wanna leave. The only one, who realized how pitiful the life he'd left behind actually was.“ („Ich rede nicht von Jacob. Ich rede von John Locke. Willst du wissen, was er dachte, während du das Leben aus ihm raus gewürgt hast, Benjamin? Was der letzte Gedanke war, der ihm durch den Kopf schoss? ‚Ich verstehe das nicht’. Ist das nicht das Traurigste, was man je gehört hat? Aber es passt ja irgendwie ins Bild, denn, als John erstmals auf diese Insel kam, war er ein überaus trauriger Mann. Ein Opfer, das die Welt anklagt für das, von dem man ihm sagte, er könne es nicht tun, selbst wenn sie recht hatten. Er war schwach, erbärmlich und irreparabel gebrochen. Aber, abgesehen davon, gab es auch etwas bewundernswertes an ihm. Er war der einzige unter ihnen, der nicht gehen wollte; der einzige, der erkannt hatte, wie leidvoll das Leben war, das er zurückgelassen hatte.“) Bis af die letzten zwei Sätze trifft das wohl auch auf Ben – und vielleicht sogar auf „Samuel“ selbst – zu. Es zeigt sich, dass „Samuel“ für John trotz allem einige Sympathien hegte, ihn aber gleichzeitig für seine Schwächen und sein Selbstmitleid verachtete. Er versucht, Ben ein schlechtes Gewissen zu machen, was aber nicht so recht gelingen will – vermutlich, weil er schon längst eines hat. Zumindest wird überdeutlich, wieso „Samuel“ gerade John ausgewählt hat: weil er schwach war, erbärmlich, frustriert vom Leben. Ben geht ebenso wenig auf „Samuels“ Ausführungen ein wie jener zuvor auf Bens Fragen und sagt daher:

What do you want?“ („Was willst du?“) Ah, das ist wohl die große Preisfrage. Wollen Sie einen Telefonjoker oder das Publikum befragen?

Well that's the great irony here, Ben, because, I want the one thing that John Locke didn't: I want to go home.“ („Ja, das ist die große Ironie hier, Ben, denn ich will die eine Sache, die John Locke nicht wollte: ich will nach Hause gehen.“) Soso, der feine Herr, will also nach hause gehen. Unterscheidet ihn das wirklich von John? John hielt die Insel doch irgendwo für sein Zuhause – „Samuel“ hat John wohl nicht so gut verstanden wie er sich einbildet. Vermutlich hat Jacob ihn also daran gehindert nach hause zu gehen, ihn auf der Insel festgehalten oder ihn von einem bestimmten Ort auf der Insel ferngehalten. Es wurde oft gemutmaßt, sein Zuhause wäre der Tempel selbst. Ich denke offengestanden viel eher, dass sein Zuhause durch den Tempel erreicht werden kann und es sich um einen Ort der spirituellen, jenseitigen Welt handelt und die Insel bzw. der Tempel eine Art Portal zwischen Diesseits und Jenseits bildet, aber gleichzeitig auch „Samuels“ Gefängnis war und Jacob sein Wächter. Oder aber Jacob und „Samuel“ wurden mit der Aufgabe betraut, die Insel zu bewachen und „Samuel“ ist es leid. Ich äußerte an anderer Stelle ja bereits, dass mich die beiden etwas an die zwei Engel erinnern, die am Tor des Garten Eden Wache halten, bis die Menschen wieder zurückdürfen. Der Baum des Lebens könnte ja auch durchaus metaphorisch für den Jungbrunnen/Heilquell im Tempel stehen.

Bemerkenswert finde ich auch, dass in der ganzen Doppelfolge (in dem Gespräch zwischen Ben und „Samuel“ wird das besonders deutlich) wie auch schon in der Eröffnungssequenz von „The Incident“ beharrlich vermieden wird, uns „Samuels“ wahren Namen zu offenbaren. Dafür kann es so gesehen nur einen logischen Grund geben: dieser Name würde uns etwas verraten – entweder weil er in der Serie schon fiel oder aber weil er mythologischen Ursprungs ist und uns eine signifikante Information über die wahre Natur „Samuels“ geben würde.

Kommen wir nun zur letzten Szene an der Statue: „Samuel“ zeigt sich wieder am Strand und alle nehmen die Gewehre hoch, doch Richard befielt ihnen, nicht zu schießen. Dann tritt „Samuel“ vor Richard und sagt ihm: „Hello Richard. It's good to see you out of those chains.“ („Hallo, Richard. Tut gut, dich außerhalb dieser Ketten zu sehen.“) Ich habe das zunächst vor allem bildlich verstanden, da ich Richard (einfach aufgrund seiner ethnischen Herkunft) nicht als Sklaven an Bord der Black Rock sehe und außerdem das Gefühl habe, dass Richard schon lange vor der Black Rock auf der Insel war. Es könnte also einfach bedeuten, dass „Samuel“ Richard dazu gratuliert von Jacobs Knechtschaft befreit worden zu sein. Richards Reaktion lässt jedoch einen anderen Schluss zu, da er „Samuel“ nun erkennt und man wohl annehmen kann, dass die beiden sich schon verdammt lange kennen und Richard damals in Ketten lag. Mich beschleicht mittlerweile das Gefühl, dass Jacob, „Samuel“, Richard und auch Dogen den Beginn ihrer Geschichte teilen. Richard und „Samuel“ haben auf jeden Fall eine gemeinsame Vergangenheit.

Zur Feier des Tages haut „Samuel“ Richard mit Spocks Würgegriff (ich weiß der geht anders... und man muss ihn weiter oben ansetzen... „Ja, genau!“) K.O. Danach verkündet er, er sei mit allen sehr unzufrieden. Meint er die Anderen oder vielleicht doch eher die gesamte Menschheit? Mit etwas Glück erfahren wir die Antwort in wenigen Stunden. Deshalb wünsche ich euch schon mal richtig viel Spaß bei dem, was Kate so tut, und sage bis dahin:

NAMASTE!

Montag, 8. Februar 2010

„Er wird sie zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens entspringt.“

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LA X – Review, zweiter Teil von VIER


Mit diesem kleinen Zitat aus der Offenbarung des Johannes melde ich mich nun immer noch ungläubig und überdies immer noch krank (erwartet also nicht zu viel), aber dafür wieder ein bisschen bibelfester zurück. Hurley führt nun seine Leute wie das Lamm (auf dieses bezieht sich die Bibelstelle) zu einem wundersamen Heilquell. Wir bekommen um und im Tempel eine Menge wirres Zeug zu sehen und ich bleibe zunächst mal bei der Heilplörre, in die Sayid wie bei einer Taufe getunkt wird. Das Wasser war – wie man den Aussagen der Anderen entnehmen kann – sonst kristallklar, doch nun ist es eine Brühe, die aussieht wie zehn Jahre alter, verwässerter Kaffee. Durch Sayid erfahren wir nun endlich auch, was mit Ben passierte, nachdem er von Sayid angeschossen worden war. Sollte Ben also auch gestorben und wiedergeboren worden sein? Hat jeder Andere so eine „Taufe“ hinter sich gebracht oder nur die Führungsriege? Was genau macht es riskanter das Ritual durchzuführen, wenn das Wasser getrübt ist? Okay, es sieht aus wie aus der Kloake gepumpt und wirkt daher nicht gerade gesundheitsförderlich. Ferner scheint die heilende Wirkung abgeschwächt, da Dogens Hand nicht heilt wie bei Claire Bennett („Heroes“). Weshalb Dogen wissen will, wer Sayid verwundet hat, ist auch nicht ganz klar. Bestehen die Risiken weniger für Sayid als für den Verantwortlichen, wenn etwas schief geht? Könnte das trübe Wasser Sayid nicht nur wie Ben das Mitleid und ein Teil seiner Erinnerung nehmen, sondern ihn noch stärker verändern? Doch wenn tatsächlich eine Verbindung zwischen dem trüben Wasser und Jacobs Ableben besteht, wieso ist Dogen dann so überrascht, als er von Jacobs Tod erfährt? Warum wusste Jacob selbst dann nicht, dass Sayids Rettung problematisch werden dürfte? Oder wusste er es und hat es bewusst verschwiegen?

Einige haben ja gemutmaßt, dass es gar nicht Jacob, sondern „Samuel“/Smokey war, mit dem Hurley im Dschungel sprach. Wäre dem so, müsste „Samuel“ nun zu allem anderen auch noch an mehreren Orten gleichzeitig sein können. Aber dann hätte er ja direkt nach Jacobs Tod im Tempel aufkreuzen können, ehe Dogen und Co gewarnt worden wären. Und er müsste auch nicht verschwinden, ehe er sich Ben unter dem Tempel zeigt („Dead is Dead“).

Deshalb gehe ich mal davon aus, dass Jacob auch wirklich Jacob ist und wir nicht künstlich Mindfucks konstruieren sollten, wo vermutlich keine sind. Sayids Rettung hat vor allem symbolische Bedeutung, da ihn nun noch weniger von Ben unterscheidet. Sayid war schon immer so etwas wie Bens dunkles Spiegelbild (da Ben selbst kein Unschuldslamm ist, hat Sayid wiederum durchaus auch gute Eigenschaften und sieht in Ben das Monster). Die beiden sind miteinander eng verknüpft und vielleicht ist Sayids Überleben auch genau deshalb so wichtig, weil er und Ben zusammengehören, verbunden sind. Langsam drängt sich mir die Vermutung auf, dass Bens Gegenpol gar nicht Charles Widmore ist, sondern Sayid. Aber Ben hat letztlich wohl vier Gegenpole – jeden auf einer anderen Ebene: Charles als sein Vorgänger, John als sein vermeintlicher Nachfolger, Sayid aus bekannten Gründen und letztlich Jack als Anführer der Gegenpartei und ewiger Gegenspieler auf der Insel.

Jacob überlässt Hurley ein Ankh in einem Gitarrenkasten. Das Ankh ist ein Symbol der Reinheit, des Lebens und steht zudem für die Macht der Götter. Ein passenderes Symbol für Jacob gibt es folglich kaum. Dogen muss das Ankh jedoch zerstören, um an Jacobs letzte Liste zu kommen – auch sehr symbolträchtig: Jacobs Tod, die Vernichtung des Lebens, das Zerstören des Ankhs, all das muss geschehen damit andere Dinge bewahrt werden (aus Zerstörung entsteht etwas Neues – ein in Hinduismus und Buddhismus weitverbreiteter Grundsatz). Wir können wohl davon ausgehen, dass diese Liste jenen ähnelt, die Richard an Ben überbrachte. Jetzt da Jacob tot ist und Richard nicht mehr mit ihm kommunizieren kann, tritt Hurley an Richards Stelle und wird zum Boten. Vielleicht war Ben auch deshalb „auserwählt“, weil er Hurleys Gabe besitzt. Richard scheint es ja sehr wichtig, dass Emily nicht auf der Insel starb und Ben sie dennoch sehen konnte. Wenn das Monster nur Gestalten von auf der Insel verstorbenen oder als Leiche auf die Insel gebrachten Menschen annehmen kann, wäre für Richard damit ein Beweis erbracht, dass Ben nicht mit „Samuel“, sondern wirklich mit seiner Mutter gesprochen hat. Dann könnte er Tote sehen und mit Jacob im Falle dessen Ablebens auch weiterhin kommunizieren – wie es Hurley jetzt tut.

Jacob lässt Dogen also eine Liste überbringen, auf der die Namen einiger unserer Losties stehen. Wessen Namen stehen wohl auf der „Ur-Liste“, die vielleicht gar nicht gegenständlich existiert, aber zumindest alle anderen Listen beinhalten muss? Vermutlich die der „Kandidaten“. Nahezu sicher gehören zu diesen Kandidaten: Jack Shephard, Katherine Anne Austen, Sayid Jarrah, Hugo Reyes, James Ford und Jin-Soo Kwon. Ebenfalls sehr wahrscheinlich: Sun-Hwa Kwon, Frank Lapidus, Benjamin Linus, Aaron Austen (bzw. Littleton) und John Locke. Und vielleicht noch: Claire Littleton, Desmond David Hume, Rose und Bernard Nadler und Miles Straume.

Die Kandidaten müssen um jeden Preis gerettet werden, weshalb es auch so wichtig ist, dass Sayid überlebt. Sie werden vermutlich gebraucht, um den Man in Black/“Samuel“ zu besiegen. Die anderen Anderen im Tempel wissen von „Samuel“ offenbar mehr als man zumindest von den Anderen um Ben bisher annehmen konnte. Dass es sich bei Dogen, Lennon und Co um Andere handelt, belegt die Anwesenheit von Cindy, Zach und Emma, die ja zu den Anderen übergelaufen sind. Wobei Dogens Truppe weit mehr Ähnlichkeit mit den schleichenden Gestalten aus „...and Found“ haben, als Bens Leute. Als Hurley Dogen berichtet, dass Jacob tot ist, werden die Anderen verdammt nervös. Bislang schienen sie das Monster zwar zu respektieren und lieber auszusperren, aber nicht wirklich zu fürchten. Ben ruft es ja sogar um Hilfe, als Dharmaville unter Beschuss steht und geht später bei ihm beichten. Also entweder weiß Ben nicht, was Dogen und Richard wissen, oder es interessiert ihn nicht. Dass Ben anscheinend weniger weiß als Dogen, Richard oder Lennon lässt den Schluss zu, dass er eine weit größere Sonderstellung hat als wir bisher annahmen, da er dann zwar Anführer der Anderen wäre, aber weit mehr mit den Losties gemein hätte, die ja auch ungemein wichtig sind und dennoch – oder gerade deswegen – im Unklaren bleiben müssen.

Was tun die Anderen, um Smokey draußen zu halten? Sie verstreuen Asche – wie sie auch im Bannkreis um die Hütte oder von Bram verwendet wird. Sie scheint also ähnlich wie Salz als eine Art Dämonenabwehr zu funktionieren, was den Schluss zuließe, dass es sich um keine normale Asche handelt. Um Jacob und „Samuel“ damit in Verbindung zu bringen: Jacob ist Feuer und „Samuel“ ist Qualm, der genau wie ASCHE als Endprodukt einer Verbrennung von Kohlenstoffverbindungen (also organischen Materialien) entsteht.

Das ist erst mal das Wesentlichste rund um den Tempel, was jedoch nicht heißt, dass ich fertig wäre, da es einige auffällige Kleinigkeiten gibt, die ich noch ansprechen will. Da „What Kate does“ immer näher rückt und ich – wie gesagt – noch nicht wieder fit bin, geht es also nun etwas spartanischer weiter.

Nachdem Sayid aus dem heilsamen Taufbecken gezogen wird und Dogen verkündet, dass er tot wäre, fängt Jack genau wie bei Charlie, nachdem Ethan ihn an einem Baum aufgehängt hatte, mit verzweifelten Wiederbelebungsmaßnahmen an. Wie bei Charlie erfolgt wenig später eine Art Wunderheilung – Jack hat wohl wirklich so etwas wie heilende Hände.

Der Sand in Dogens Sanduhr ist weiß, was ein Verweis auf Jacob sein könnte.

Die Anderen schicken eine Rakete als Warnung aus. Es ist nicht das erste mal, dass auf der Insel mit Raketen kommuniziert wurde: Sayid nutzt Feuerwerkskörper bei der Lokalisierung des Funkturms, eine Leuchtrakete lockte die Anderen zum Floß.

In den Tempelmauern (woher weiß Hurley da überhaupt wo er hin muss) finden die Losties Leichen – eine davon ist Montand. Auch das Loch, durch das Ben gekracht ist, muss überwunden werden.

Sayid hat nach seiner Heilung wohl auch einen teil seiner Erinnerung verloren: „What happened?“ („Was ist passiert?“)

Zu allem anderen habt ihr in den Kommentaren schon so einiges gesagt. Ich denke für das Thema Tempel genügt das für heute. Ich setze mich morgen dann mal noch an die Statue. Die LAX-Timeline werde ich vermutlich für „LA X“ und „What Kate does“ zusammenschmeißen und in einem Aufwasch abhandeln.

Freitag, 5. Februar 2010

In the jungle, the mighty jungle, the Jacob died tonight!!!

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LA X – Review erste Teil von VIER


Da ich leider immer noch nicht wieder auf dem Damm bin, sondern weiter davor sitze, hielt ich es für das beste mir diesen Staffelauftakt in vier leicht bekömmliche Häppchen aufzuteilen. Da wir auch vier Schauplätze haben (Dschungel/Schwan-Station, Statue, Oceanic 815 und Tempel) schien mir das auch recht sinnig und um wieder ins Schreiben reinzukommen, fang ich mal mit dem Einfachsten an.

„They are coming!“ – mit diesen Worten schied Jacob aus dem Leben und es gab dazu drei gängige Theorien: er meint die Losties aus 1977, er meint seine Bodyguards, er meint eine Macht noch größer und bedrohlicher als „Samuel“ und er selbst. Was er nun gemeint hat, wissen wir nicht. Was wir aber wissen: viele von uns hatten Recht: Das helle Licht am Ende von „The Incident“ war nicht Jughead (zumindest nicht nur), sondern eine weitere Zeitreise. Trotz alternativer Zeitlinie (ich wollte sie erst Jughead-Timeline nennen, bin dann aber aus offensichtlichen Gründen davon wieder weg und nenn sie mal LAX-Timeline) gilt für die Losties aus der Crash-Timeline (der Name erklärt sich wohl von selbst) weiterhin Whatever-Happened-Happened. Wobei wir ja nicht einmal wissen, ob tatsächlich Jughead (ob nun die Bombe oder ein Chirurg, zu dem dieser Spitzname passen würde, sei mal dahin gestellt) die LAX-Timeline verursacht hat. Ich persönlich glaube ja, dass das der letzte große Mindfuck wird und diese neue Zeitlinie immer schon da war und immer da sein wird und die eigene Zeitlinie sich nie ändern lassen wird. Denn wann hat man schon mal gehört, dass eine Wasserstoffbombe Land praktisch unverändert um einige Meter nach unten verlagert? Uns soll suggeriert werden, dass „es funktionierte“ („it worked“), obwohl es in Wahrheit keinerlei kausalen Zusammenhang gibt. Ganz im Gegenteil: Der Vorfall, die Versiegelung im Schwan, Charlottes und Daniels Tod, Richards Aussage über den Tod der Losties, Bens Sayid-bedingtes Trauma – all das ist Teil der Crash-Timeline. Die Theorie der alternativen Realitäten geht davon aus, dass sich jedes Mal, wenn zwei mögliche Ereignisse gleichberechtigt eintreten könnten, beide eintreten – jedes in seiner Realität. Es existiert eine Zeitlinie, in der Jack die Bombe zündet, die Dharma den Schwan baut, Oceanic 815 auf der Insel abstürzt, Ben das Rad dreht, Ajira 316 ebenfalls abstürzt usw., und es existiert eine, in der die Insel versenkt wurde und Oceanic 815 in L.A. landet. Doch wo bzw. wann sich hier die „Astgabelung“ befindet, wissen wir nicht. Man will uns weiß machen, es wäre der Vorfall, aber vielleicht hatte Miles ja recht und die Bombe löste den Vorfall überhaupt erst aus und es ist die Realität, in der Jack die Bombe nicht reinwirft, in der Oceanic 815 landet – logisch, denn war er nie auf der Insel, kann er auch die Bombe nicht zünden.

Wiedereinmal wurden unsere Losties also durch ein helles Licht durch die Zeit (aber nicht den Raum) geschickt. Mir ist dabei ziemlich schleierhaft, warum auch der Schrott, die Bohröffnung und der Van im Jahr 2007 landen. Eigentlich müsste Juliet ja in die Erde teleportiert werden (ähnlich, wenn auch umgekehrt, wie es John beinahe passierte, als er den Brunnen runter zum Rad wollte), doch das Loch und der ganze Kram darin landen ebenfalls im Krater, der einst Schwan-Station hieß. Außerdem hängt Kate auf einem Baum... also wer immer für diese Zeitreisen verantwortlich ist: derjenige sollte mal etwas Zielen üben.

James, der Jack umbringen will, die sonstigen üblichen Schlägereien, Schuldzuweisungen und hysterischen Anfälle lassen mich offengestanden mittlerweile ziemlich kalt – so etwas blende ich aus. Viel bedeutender scheint mir da schon ein gewisser Mann, der plötzlich mitten im Wald auftaucht und sich Hurleys bedient, um über den Tod hinaus Anweisungen weiterzugeben. Tja, da sind Whoopi Goldberg und Haley Joel Osment wohl bald arbeitslos. Jacob trägt Hurley also auf Sayid zu retten und sagt ihm auch wie und ich muss sagen, da wurde ich erstmals verdammt stutzig.

Was für ein Interesse hat Jacob an Sayid? Das fragt man sich schon länger, aber dass er lieber Sayid als Juliet rettet, irritiert mich schon etwas. Denn Juliet hätte man im Tempel vermutlich auch noch helfen können, wenn man es drauf angelegt hätte. Der Tempel bringt Sayid ja auch zurück, nachdem dieser schon tot war. Interessant sind aber auch hier wieder die Parallelen zwischen Ben und Sayid, denn nachdem Sayid Ben angeschossen hatte, wurde auch Ben zum Tempel gebracht und dort geheilt – vermutlich auf die gleiche Weise und vermutlich ist auch er dabei zunächst gestorben. Aber auch der Weg zur Heilquelle ist ähnlich. Einer der Losties erhält den Hinweis, dass man Ben/Sayid dort retten könnte. Ein Dharma-Van wird daraufhin zum provisorischen Krankenwagen umfunktioniert und man fährt damit relativ nah zur Tempelmauer, wo die Losties von Anderen abgefangen werden. Sowohl Ben als auch Sayid stehen auf Jacobs Liste. In Bens Fall genügt eine Nachfrage Richards, bei Sayid ist eine Botschaft von Jacob selbst von Nöten. Sowohl Richard als auch Dogen warnen vor den Gefahren des Heilungsprozesses, wobei die Gefahren für Sayid wohl noch größer waren.

Jacob verhält sich sonst insgesamt recht aufschlussreich. Er vertraut sich Hurley ungewöhnlich stark an – wiedereinmal. Zuerst ignoriert er ihn noch, vielleicht auch, weil er nicht weiß, was er Hurley antworten sollte. Sein Tod scheint Jacob noch immer nicht überhaupt nur im geringsten zu stören. Er redet von seiner Ermordung wie von einem eingerissenen Fingernagel... also wie ein Mann von einem eingerissenen Fingernagel, denn obgleich ich und meine Geschlechtsgenossen ja sonst die Wehleidigkeit in Person sind, gelten Haarbruch und eingerissene Fingernägel bei uns nicht als ernsthafte Verletzungen. Für Jacob sind aber auch zwei Messerstiche und bei lebendigem Leibe verbrennen eher Lappalien.

Als Jacob Hurley dann sagt, wer er ist, gehen dem ja wahrlich die Augen über. Schließlich ist er der einzige Lostie, der mit diesem Namen etwas anfangen kann und so langsam scheint er zu begreifen, wie wichtig er ist, wenn Jacob gerade ihn als seinen Boten auserwählt und ihn auch sonst über die Maßen ins Vertrauen zieht. So offen sprach Jacob vermutlich nicht mal mit Richard.

Die Story um Juliets Tod und Beerdigung will ich eigentlich nicht vertiefen. Sie muss erzählt werden, damit keine Lücken entstehen oder die Logik auf der Strecke bleibt, doch letztlich beinhaltet die ganze Geschichte nur einen interessanten Satz: „It worked“ Aber was hat funktioniert? Außer dem offensichtlichen gibt es da zu viele Möglichkeiten, dass ich erst gar nicht versuchen will sie aufzuzählen.

Zu der Handlung im Dschungel sollte das eigentlich auch reichen. Ich mach dann im Laufe des Wochenendes hier bzw. eigentlich am Tempel weiter.

Euch allen noch ein Schönes Wochenende, man schreibt sich!

NAMASTE!

Mal wieder ein bisschen was lustiges

2 Kommentare
Ein paar kennen die Bilder sicher schon, aber warum sie im kleinen Kreis halten. Für Satirezwecke ist sowas ja zum Glück noch geradeso erlaubt. Und keine Sorge, da sind keine Season-6-Spoiler drin, sind nur Annahmen oder Dinge, die wir eh' schon wissen:





Dann ein kleiner Hinweis auf den heutigen Blog-Eintrag von Nicht-Lustig-Erfinder Joscha Sauer: http://www.nichtlustig.de/main.html#blog=806&page=0
Um keine Urheberrechtsprobleme zu bekommen, auch nur der Link. Obgleich ich gestehe imer noch geknickt zu sein, weil ich nie eine Antwort auf mein Spec-Script erhielt, als er Autoren für die Trickserie suchte ;-(.
Na ja, sei's drum, find die Cartoons dennoch lustig und da heute halt ein Lost-Cartoon zu sehen ist, draufklicken!

Mittwoch, 3. Februar 2010

Erste Eindrücke zu "LA X"

41 Kommentare
Ich bin ehrlich, ich bin nicht gerade euphorisch. Nicht weil der Staffelauftakt schlecht gewesen wäre, sondern weil ich das meiste als ziemlich absehbar empfinde bzw. selbst das, was nicht absehbar war, bei Lichte betrachtet nicht wirklich überraschend kam.
Also haben wir noch einen weiteren komischen Typen, der hoch in Jacobs Gunst steht, eine Art Statthalter. Ich hatte ihn mir zwar anders vorgestellt, aber irgendwie hat mir eine Stimme gesagt, dass sie zum Tempel kommen und da bereits irgendwer das Kommando hat, der mehr weiß als Ben, obgleich ich gedacht hätte, dass Richard, Ilana und Ben vor den Losties den Tempel erreichen. Ben selbst agiert auch erwartungsgemäß. Er ist verbittert und wütend, aber auch klug genug seinen Gegner (also Smokey) nicht direkt anzugreifen oder sich seine Wut zu sehr anmerken zu lassen. Richard macht diesen Fehler und bekommt eine aufs Maul. Dass Ben Smokey schon ganz oben auf seiner Liste hat, sagt uns sein Verhalten unter der Statue. "You used me!" Es ist wohl Bens ewiges Los: er half "Samuel" John und Jacob zu töten und ist am Ende derjenige, der am meisten über diesen Verlust trauert.
Ferner können wir wohl davon ausgehen, dass es wirklich einen tieferen Sinn hat, dass man uns den Namen von Jacobs Feind weiterhin vorenthält, denn immer, wenn die Sprache darauf kommt, Ben etwas erfahren müsste, wechselt die Szene. "Er" will also nachhause und Jacob hat ihn dran gehindert - wie es aussieht. Ist es da zuweit gedacht anzunehmen, dass "sein" Name uns wohlbekannt wäre. Ob wir ihn nun Samuel, Samael, Satan, Apophis oder den großen Unbekannten nennen. "Er" ist ein Verstoßener, der nach Hause möchte, und wie dieses Zuhause aussieht können wir uns zumindest im Kern lebhaft vorstellen.
Auch andere Theorien, die wir aufgeworfen haben, scheinen mir nun sehr wahrscheinlich. Etwa dass Ben im Tempel gestorben ist, dass Jacob seinen Tod erwartet hat und dass Christian von großer Bedeutung ist. Aber auch Desmond wird noch wichtig werden und selbst wenn Jacob tot ist... stellt sich für mich die Frage, wie lange es dabei bleibt. Wir haben Sayid, Ben, Charlie und John durch die Macht der Insel, des Tempels oder Jacobs Hand zurückkehren sehen - wobei bei Charlie und Sayid auch Jack seinen Teil dazu beigetragen hat, was darauf hindeuten könnte, dass er Jacobs Nachfolge antreten soll. Aber wenn die Insel uns Jacob selbst diese vier zurückbringen konnten, warum sollte sie nicht auch Jacob selbst zurückbringen können. Es scheint ihn zwar nicht wirklich zu jucken, dass er nur durch Hurley kommunizieren kann, doch hab ich so das gefühl, dass er im Reich der Toten schon längst wieder mit dem Weben angefangen hat, doch dieses Mal webt er keinen teppich, sondern ein Netz, ein Netz, mit dem man sogar Rauch fangen kann.
Bis die Review da ist, soll ich dieser Post nun auch als Diskussionsplattform dienen.
Namaste!

Montag, 1. Februar 2010

Gastbeitrag von RayBenzino zu "Drei Minuten"

9 Kommentare

Three Minutes/Die Minuten

Die Episode heißt „Three Minutes“ oder auf Deutsch „Drei Minuten“. Die Episode zentriert Michael, doch dessen Flashback bezieht sich nicht auf seine Vergangenheit jenseits der Insel, sondern zeigt was mit Michael passiert ist, während er in Gefangenschaft der Anderen war. Ich werde Flashbacks und die gegenwärtige Inselhandlung nicht getrennt voneinander analysieren, gehe also Szene für Szene vor.

Die Folge beginnt „13 Tage zuvor“ und man sieht noch mal, wie Michael Locke ausknockt und in die Waffenkammer einschließt, nachdem er sich eine Waffe von Locke geholt hat. Michael geht zum Computer und hämmert krankhaft auf der Tastatur herum, in der Hoffnung, Walt würde wieder antworten. Wie durch Zufall kann Michael kurz danach mit Walt kommunizieren. Wir wissen aber alle, dass höchstwahrscheinlich Ben (wäre ja nicht das letzte Mal, dass er sich Michael gegenüber als Walt ausgibt) auf der anderen Seite sitzt und Michael schreibt. Walt/Ben gibt Michael Anweisungen, wo er hin gehen muss damit er Walt/die Anderen findet. Ein Felsen mit Loch, den wir dann später auch sehen werden, wird beschrieben.

Jack kommt in die Station und findet Locke am Boden der Waffenkammer. Michael teilt den beiden mit, dass er jetzt Walt suchen geht und schließt sie dann in der Kammer ein.

Wir springen in die Gegenwart wo Michael gerade die Liste, die er von Bea (die Frau die Walt hat) bekommen hat, verbrennt, als Jack ihn zu einer Besprechung ruft. Es wird diskutiert, wie sie am besten gegen "Die Anderen" vorgehen. Eigentlich beschließt Michael allein was zu tun ist und setzt die anderen Losties unter Druck, indem er sagt: "ich bin Walts Vater und wir machen es so wie ich es sage, oder gar nicht". Doch Jack schlägt erst mal vor, Libby und Ana-Lucia zu beerdigen, bevor es in den großen Kampf geht.

"13 Tage zuvor": Michael läuft Richtung Norden und stößt dabei

auf Danny, der gerade gegen einen Busch pinkelt. Danny lenkt Michael ab, damit sich Tom Friendly von hinten über Michael her machten kann. Es kommt zur Schießerei, doch gegen Toms Steinschleuder hat keiner eine Chance – wie bei David gegen Goliath. Doch bevor er seinen Stein abwirft, sagt Tom: "Wir brauchen ihn lebend", was darauf hinweißt, dass sie mit Michael noch einiges vor haben und ihn bereits erwartet haben. Michael wird in einen Sack gesteckt und fortgeschleppt.

"Heute": Michael wischt Libbys Blut vom Boden der Station "was für eine Ironie" als Eko auftaucht. Michael fragt ihn, ob er Priester wäre und ob er an die Hölle glaubt. Daraufhin erzählt Eko ihm eine Geschichte von einem Jungen, der Eko nach einer Messe erzählt habe, dass er seinen Hund zu Tode geprügelt hätte, weil er seiner Schwester in die Wange gebissen habe. Der Junge fragte Eko ob er dafür in die Hölle käme. Eko sagte ihm, dass Gott es verstehe, wenn er wahre Reue zeigen würde. Doch der Junge habe sich nicht für die Vergebung interessiert – er habe Angst gehabt, in die Hölle zu kommen, in der der Hund auf ihn warten würde. Die Geschichte trifft doch auch auf Eko zu. Er wollte seinen Bruder beschützen indem er einen Mann umgebracht hat, und wie man später in "The Cost of Living" erfährt zeigt Eko auch keine Reue für seine Taten und wird darauf hin von Smokey umgebracht. Genau so gut trifft die Geschichte auch auf Michael zu, der Jack, Sawyer, Hugo und Kate verrät, um seinen Sohn Walt zu beschützen, doch anders als Eko tut es Michael leid aber er tut

es trotzdem und auch er wird später dafür mit dem Leben bezahlen, denn hier fängt es an, dass Michael für Ben arbeitet, wofür er sich später umbringen will.

Michael hat Jack (nachdem er eine Runde gekotzt hat) davon überzeugt, dass nur diese 4 ausgewählten Leute mitkommen dürfen (natürlich Michael nicht mitgezählt).

Charlie gibt Claire einen Koffer voller Impfstoff, es ist der gleiche Impfstoff wie aus " Mutterschutz", denn auf der Flasche steht das Selbe drauf. Wofür der Impfstoff sein könnte oder, ob es überhaupt einer ist, hat Anubis schon erläutert. Claire sieht Michael und Charlie ist plötzlich wieder uninteressant. Die schöne Stimmung wird aber schnell durch die Beerdigung von Libby und Ana gedämpft.

"13 Tage zuvor": Die Szene an der Grenze zwischen Jack, Locke, Sawyer und den Anderen wird nun aus Michaels sicht erzählt. Michael, Alex und Kate sind auch in der Nähe, als Tom Jack seine Grenzen aufzeigt. Michael spukt Tom ins Gesicht, und an seiner Reaktion kann man schon zum ersten mal erahnen, dass Tom schwul sein könnte. Denn jeder normale Mensch würde Michael eine verpassen. Tom mag es irgendwie angespuckt zu werden. Ich brauche die Szene an der Grenze nicht noch mal erläutern, deshalb gehe ich nur auf die neuen Szenen ein. Man sieht hier schon, dass Alex eine der Guten ist. Sie fragt nach Claires Baby, ob es gesund zur Welt (besser gesagt zur Insel) gekommen sei. Doch Michael antwortet nicht, was auch ein wenig schwer ist, wenn man geknebelt ist. Danny bringt Kate statt Alex zu Tom, um sie wieder zu übergeben. Ich frage mich, warum sie Kate nicht behalten haben, sie stand doch sowieso auf Jacobs Liste - genauso wie Sawyer. Sie hätten sich doch das ganze Hin-und-Her sparen können.

"Heute": Michael sitzt mit Vincent im Sand und Michaels Gesicht spricht Bände. Wir wechseln zu Jack und Sawyer, die gerade die Waffen aus seinem Zelt holen. Sawyer reißt einen netten Iren-Witz, den Jack nicht so richtig verstehen zu scheint. Sawyer fragt Jack über ihn und Kate aus, doch Jack meint, sie seien in einer Falle gelandet, und Sawyer denkt mal wieder nur an das Eine (und zwar an das falsche, denn sie sind wirklich in einer Falle gelandet, in Rousseaus Falle).

Sayid stößt dazu und bemerkt spitzfindig, dass es nicht Michaels Entscheidung ist, wer mit darf, sondern ihre. Daraufhin wird er von Sawyer mit einer Waffe ausgestattet und darf mit in den Krieg ziehen.

Eko erkundet derweil die Station, als der Alarm ertönt. Eko gibt den Code ein und sein Gesicht fängt an, zu strahlen, als hätte er zu Weihnachten einen Stock bekommen, auf dem Bibelstellen eingeritzt sind. Charlie stößt dazu und will von Eko wissen, warum er einfach abgehauen ist und den Bau der Kirche abgeblasen hat. Eko meint, er hätte jetzt eine andere Bestimmung (24/7 Taste drücken, was für ein Schwachsinn). Eko möchte auch, dass Charlie ihm seine Sachen vom Strand bringt, doch Charlie sagt, "hol sie dir selber, die Uhr läuft".

Sawyer sagt am Strand derweil, dass Sayid mitkommt, worüber Michael gar nicht erfreut ist, denn Captain Ahab steht ja nicht auf Jacobs Liste.

"11 Tage zuvor": Michael wird zum Camp der Anderen gebracht. Auf dem Weg dorthin sieht man den Felsen mit dem Loch in der Mitte (für mich sieht das auch wie ein Überbleibsel der Ägypter aus, vielleicht eine Wand). Als Michael ins Camp einläuft, starren ihn alle an. Als Michael unseren Losties erzählt hat, dass die Anderen primitiv wären und in Zelten schlechter leben als sie selbst, hat er ja gewissermaßen Recht, aber nur, weil er nicht weiß, dass sie ihm das nur vorspielen. Hinter der Lukentür ist, wie wir später erfahren nur Gestein. Dann wird Michael Blut abgenommen. Wo bekommen Leute die so Leben eine sterile Spritze mit Plastikbeutel her (wer sagt denn, dass die steril war^^)? Miss Klugh gesellt sich zu Michael und stellt ihm einige Fragen: Wann Walt zu sprechen begann; Ob Mike Walts Vater ist; Ob Walt Krankheiten oder Kopfschmerzen hatte; Oder ob Walt mal an einem Ort aufgetaucht ist, an dem man ihn nicht vermutet hätte. Also wenn jemand so eine Frage stellt, ist er nicht ganz unschuldig an dem Auftauchen von Walt im Dschungel gegenüber Shannon. Dann sagt Miss Klugh einen Satz, den Michael nicht zum ersten Mal hört, und zwar sagt sie: "Für jemanden, der seinen Sohn unbedingt sehen will, weißt du ziemlich wenig über ihn." Den Satz kennen wir auch schon aus dem Mund der Scheidungsanwältin von Walts Mutter. Außerdem erinnert mich diese Bea Klugh an Matthew Abaddon, die Art zu sprechen und ihre Gestik ähneln sich im Originalton verblüffend.

"Heute": Michael sagt Sayid klar und deutlich, dass er nicht mitkommt, weil es seine Entscheidung ist und unterstellt Sayid , dass er Rache vor seinen Sohn stellt, doch Sayid tut so, als ob er es einsieht, stattdessen hat Sayid Michaels Plan schon längst durchschaut.

Charlie versagt in der Zwischenzeit beim Bau der Kirche, als Vincent mit der Statue in der Schnauze zu ihm kommt. Dann sagt Charlie einen coolen Satz: "Are you kidding me? Did someone put you up to this?" ("Willst du mich verarschen? Hat dich jemand dazu angestiftet"). Ich behaupte mal: ja, und zwar Jacob oder „Samuel“ und zwar soll das so was wie ein letzter Test sein. Vincent führt Charlie direkt in die Drogenkammer, die sich in Sawyers Zelt befindet. Doch Charlie besteht den Test und widersteht der Versuchung, indem er alle Statuen ins Meer wirft. Als die letzte auch im Meer verschwindet, sieht man Locke abseits am Strand sitzen, der sich seinen Teil denkt.

In der Station redet Jack mit Eko, der egal was Jack ihm sagt, alles ablehnt und nur noch an seinen Computer und die Taste denkt, beinahe als wäre er besessen. Als Jack und Sawyer die Waffen und Munition sortieren sagt Sawyer ihm, woher Ana die Waffe, mit der Michael sie dann umgebracht hat, hat. Ana und Sawyer sind in der Falle gelandet. Sawyer bezeichnet Jack als Freund, nach alldem, was die beiden durchgemacht haben, ist diese Aussage ziemlich unverständlich. Das zeigt auch wieder wie Sawyer gestrickt ist.

Als Kate und Hurley die Gräber schaufeln, versucht Michael Hugo Rachegefühle einzureden, damit er mitkommt, was Kate aber zu verhindern weiß.

"3 Tage zuvor": Michael ist in einem Zelt an einen Holzpfahl gefesselt und fragt Bea, wann sie ihn endlich töten, er wisse doch alles über sie. Dann darf Michael Walt für 3 Minuten sehn, daher auch der Episodentitel. Walt meint, sie machen immer Tests und sie seien anders als sie aussehen, sie würden was vorspielen. Als Walt wieder draußen ist, bekommt Michael einen Deal vorgeschlagen. Wenn er Ben/Henry befreit und alle auf der Liste hierher bringt, kann er mit Walt die Insel verlassen, ansonsten sieht er Walt nie wieder.

"Heute": Alle versammeln sich auf der Beerdigung von Libby und Ana außer Locke, der sitzt abseits am Strand bindet seine Schiene los und spaziert in den Dschungel. Hier sieht man mal wieder, dass die Insel heilende Kräfte besitzt. Sayid und Jack laufen Richtung Beerdigung, als Sayid äußert, er glaube, dass Michael nicht aus freiem Wille handelt, dass er sie anlüge, dass er „Henry“ befreit haben könnte und, dass er sie in eine Falle locken könnte. Jack bemerkt schlau wie er ist, dass Sayid viel glaubt. Doch Sayid hat auch geglaubt, dass „Henry“ ein Anderer ist. Also wenn man einem glauben kann, dann ist es Sayid. Dann erklärt Sayid Jack seinen Plan: Michael soll unwissend bleiben, damit sie einen Vorteil erlangen können.

Auf der Beerdigung sagt erst Jack ein paar Worte dann Hurley, den dann doch die Rachegefühle überkommen – er will mitkommen.

Und kurz danach geht doch die Sonne auf und Sun sieht ein Segelboot im Meer: die Elizabeth, in der wie wir alle wissen, Desmond besoffen und halb tot herumliegt. Die eine Elizabeth kommt - die andere geht.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Die Seuche hat mich

10 Kommentare
Nein, nicht wirklich, aber ich bin jetzt doch einigermaßen im Eimer und fürchte daher, dass ich vor Dienstag keine Review mehr Zustande bringen kann, da ich die paar Kräfte, dich ich noch mobilisieren kann, für andere Dinge brauche.
Damit ihr aber eure Gastbeiträge, die vielleicht schon fertig sind, nicht komplett umsonst geschrieben habt, schickt sie mir bitte zu, dann lade ich sie, wenn auch ohne Kontrollelesen, noch hoch, bevor Staffel 6 startet. Auch die, die mir ihren schon geschickt haben, sollten ihn mir besser nochmal schicken, damit ich nichts übersehe/vergesse.
Alles Gute!
Anubis2705

Montag, 25. Januar 2010

Der Wunderheiler vom heiligen Felsklotz ist da: die S.O.S.-Review

7 Kommentare

S.O.S.:

Da wir nicht an Zufälle glauben: Was bedeutet eigentlich SOS? „Save Our Souls“? „Save Our Ships“? „Samuel ohne Schlupfloch“? Nein, nichts von alledem. Es bedeutet schlichtweg absolut und rein gar nichts. SOS hat keinerlei Bedeutung, sondern ist lediglich die in Buchstaben zurückgewandelte Codierung für den einprägsamen Morsecode eines Notsignals: ···---··· (dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz). Hat schon eine gewisse Ironie, wenn ich bedenke, dass ich seit September kaum etwas anderes mache als irgendwelche Zeichen zu interpretieren und zu analysieren, von denen einige vermutlich – ebenso wie das SOS-Signal – keinerlei Bedeutung haben. Da ich aber nun einmal nicht weiß, was eine Bedeutung hat und was nicht, kommt hier nun die neue Review zu „SOS“ oder „S.O.S.“ (sucht euch eine Schreibweise aus). Da diese Folge ein Sammelsurium kleiner Nebenhandlungsstränge ist, halte ich es für sinnvoll alle Chronologie vollends über Bord (auch wenn die Chronologie dann ein SOS-Signal absetzen sollte) zu werfen und die Themengebiete einfach abzugrasen.

Rose und Bernard sind wohl der lebende Beweis dafür, dass Gegensätze sich gelegentlich tatsächlich anziehen. Damit meine ich keineswegs die Hautfarbe, denn die ist letztlich irrelevant – sie mag bei der Partnerwahl wie alle Äußerlichkeiten zwar eine Rolle spielen, doch in der Beziehung selbst zählt sie letztlich nicht mehr. Rose ist jedoch all das, was Bernard nicht ist und umgekehrt. Die einzigen Gemeinsamkeiten in ihrer Persönlichkeit teilen sie mit der halben Insel: beide sind sie ein wenig bevormundend (wenn auch auf weit angenehmere Art als Jack oder Ana) und im Grunde ihres Wesens wollen sie keinem schaden. Was sie später noch verbindet, aber von den meisten anderen Inselbewohnern krass unterscheidet ist ihr Bestreben, Konflikte ohne Einsatz von Gewalt beizulegen (einige versuchen das zwar auch immer wieder, doch am Ende erwürgen und erschießen sie trotzdem einen gewissen Glatzkopf). Aber noch sind sie nicht die Insel-Gandhis.

Aber kommen wir jetzt zu den Unterschieden: Bernard ist ein ewig Getriebener, jemand, der handeln muss und nicht so wie Rose die Hände in den Schoß legen kann. Obgleich er es nicht so meint, wirken seine Ratschläge oder Anweisungen oft herablassend und überheblich. Im Grunde seines Herzens ist Bernard hilfsbereit und jedem wohlgesonnen und möchte, wenn er jemanden bevormundet, ihm eigentlich nur helfen – das zeigt sich besonders in der Szene mit dem im Schnee festgefahrenen Wagen. Ich glaube sogar, er hat, bis er von Rose und James mit der Nase drauf gestoßen wird, nicht einmal wirklich gemerkt, dass ihn alle hängen lassen, weil es sich die leichtesten Aufgaben rausgepickt und einen recht harschen Befehlston angeschlagen hat. Dazu fehlt es ihm an Feingefühl. Auf den Gedanken, er könne beim Steinetragen helfen, kommt er gar nicht erst, er hat die Initiative ergriffen und Aufgaben verteilt und hat schon eine so genaue Vorstellung, dass er einfach keinem anderen Planungsarbeiten überlassen will. Bernard ist ein Kontrollfreak.

Anders als der hilfsbereite und manchmal etwas begriffsstutzige Besserwisser ist Rose von Natur aus gelassen. Sie vertraut einfach darauf, dass sich alles zum Guten wendet und wenn nicht, hat sie auch damit ihren „Frieden gemacht“. Aber auch sie hat Fehler, die ihr selbst wohl am wenigsten bewusst sind. Bernard ist ein sehr ehrlicher Mensch, wohingegen Rose des öfteren Dinge verschweigt und gerade Bernard belügt. Außerdem mangelt es ihr an seiner bedingungslosen Loyalität: So fällt sie Bernard, als er den Vorschlag macht, das Zeichen zu bauen, ganz schön in den Rücken und stellt ihn vor versammelter Mannschaft bloß. Sie blamiert und beschämt ihn. Ich muss sagen: das war eine der ganz wenigen Stellen, in denen mir Rose ziemlich unsympathisch war. So etwas tut man nicht – schon gar nicht unter den gegebenen Umständen. Bernard mag ja manchmal ein ganz schöner Quälgeist sein und vielleicht wollte sie ihn auch nur vor noch größerem Schaden bewahren, aber trotzdem: das war einfach mies. Rose sagt Bernard dann, er würde diesen Menschen falsche Hoffnung geben. Da merk ich mal wieder, wie weise Christian letztlich ist, denn: auch falsche Hoffnung ist Hoffnung und die stirbt bekanntlich zuletzt. Bernards eigene, beizeiten falsche Hoffnungen spornen ihn letztlich immer wieder an, auch utopisch anmutende Dinge zu probieren und einfach auf das Beste zu hoffen. Obgleich Rose stets Gott vertrauen predigt und Bernard so gar nicht religiös scheint, hat er viel mehr von einem Gläubigen als Rose, denn Rose ergibt sich in Situationen, während Bernard weiß: Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren. Er vertraut darauf, dass sich alles zum Guten wendet, wenn man selbst aktiv wirft oder etwas profaner ausgedrückt: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Einfach alles auszusitzen, hat nicht viel mit Gottvertrauen zu tun, doch in dem festen Glauben, alles werde gut, zu handeln, da schon eher.

Bernard hat also seine Idee von einem großen Zeichen – den symbolischen Subtext muss ich wohl nicht wirklich noch mal erläutern, oder? Wir sind alle tief genug in der Lost-Materie drin, um zu wissen, dass da einiger Subtext mitschwingt, wenn eine Folge lang ständig über ein „Zeichen“ geredet wird. Eine zusätzliche Bedeutung bekommt dieses Zeichen dann jedoch in Verbindung mit dem „?“. Denn John zeigt sich, obgleich er permanent an seiner Karte bastelt, recht belustigt, als Rose ihm erzählt, Bernard wolle ein Zeichen machen, dass man vom Himmel aus sehen kann. Locke steht bald vor so einem Zeichen und kann es genau aus dem Grund nicht sehen, weil er sich am Boden befindet.

Bemerkenswert ist auch, womit Bernard sein Zeichen machen will: „Black Rocks“ – Kommentare überflüssig^^! Eine andere eher lustige Randnotiz ist Hurleys Bemerkung: „Hey, um, I can sketch the letters.“ („Eye...ähm...Ich kann die Buchstaben vorzeichnen.“). Tja, weder sind Locke und Jack die einzigen, die Hurley unliebsame Aufgaben auferlegen, nein, Bernard ist auch nicht der einzige, der gerne Rosinen pickt.

Doch wirklich Unterstützung erhält Bernard nicht – er ist halt nicht Jack. Wenn der was sagt, stehen die meisten sofort stramm, wenn Bernard was sagt, gehen die meisten weg. Eko ist „busy“, weil er eine Kirche bauen muss... klar, nichts ist für den Kampf ums Überleben wichtiger. Nicht gegen Glaube als Anker, doch zum beten braucht man keine Holzhütte. Lehrt uns dieser komische Wälzer... irgendwas mit B am Anfang... lehrt der uns nicht, dass Gott über all ist und man keine speziellen Orte oder Bildnisse braucht, um ihn zu verehren? Gott steckt überall und der Teufel wiederum steckt im Detail. Ich kann Bernards Reaktion hier zumindest mal vollends nachempfinden: „I think I liked you better when you just hit people with your stick.“ („Ich glaub, ich mochte dich lieber, als du noch Leute mit deinem Stock verprügelt hast.“) Eko meint, jeder würde die Leute auf seine Weise retten, was doch etwas überheblich auf mich wirkt. Ich meine.... er baut eine Kirche und das Schärfste ist ja: er hört nach den Eckpfeilern auf. Auf so – im Verhältnis zu Steineschleppen – doch recht bescheidene Bitten wie die, ein paar von den Stämmen und Ästen borgen zu können, derart abweisend zu reagieren, entspricht nicht meiner Vorstellung von christlicher Nächstenliebe, denn Bernard wollte sie ja lediglich borgen, um damit seinen Grundriss zu ziehen. Aber Eko: „Nein, ist alles Meins. Ich brauch die... nicht morgen und nicht diese Woche, aber irgendwann brauch ich die!“ Aber solche Leute hatte ich schon immer gefressen, also weiter im Text...

Irgendwann steht Bernard nur noch mit vier statt fünfzehn Helfern da und Rose meint, das läge wohl weniger an ihrer sehr offenen Kritik als vielmehr an seinem Management. Rose wünscht sich, Bernard könnte wie sie selbst die Dinge manchmal einfach auf sich beruhen lassen. Kommt euch das auch so bekannt vor? Rose spricht sich hier doch sehr deutlich für „Whatever happened, happened“ aus, während Bernard ganz klar die Gegenposition vertritt: er nimmt sein Schicksal in die Hand, doch letztlich ist er damit nicht sonderlich erfolgreich. Ganz anders Rose. Bernard ist sich aber nicht darüber im Klaren, dass Rose ihn hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes belogen hat und erwidert ihr trotzig: „If I didn't always have to do something you wouldn't be here.“ („Wenn ich nicht stets handeln würde, wärest du jetzt nicht hier.“) was für eine wunderhübsche Überleitung zu den Flashbacks.

Die Schneestraßenszene (was für ein schöner Neologismus^^) überspring ich mal direkt und gehe mit der Kapitelwahl : weiter zu den Niagarafällen. Dort macht Bernard der schon recht kurzhaarigen Rose einen Heiratsantrag und erst jetzt (nach fünf Monaten!!!) rückt Rose mal damit raus, dass sie wie Ben, Diane, Rachel und wie sie alle heißen Krebs hat. Bernard interessiert das jedoch nicht. Für ihn ändert sich dadurch nichts... bis auf eines: er muss einen Weg finden, Rose zu retten.

Deshalb geht ihre Hochzeitsreise auch nicht an den Strand (wobei... später ja doch noch^^ - und ganz abgesehen davon: nach einem Heiratsantrag vor den Niagarafällen sag ich Rose: Ruhe auf den billigen Plätzen!), sondern ins australische Outback, in den Busch, die Wildnis, ins Walkabout-Land, in den größten John-Locke-und-Rüdiger-Nehberg-Freiluft-Fan-Club aller Zeiten, in die Pampa, die Karpaten (wobei die eigentlich in Süd-Ost-Europa liegen... da bei Rumänen, Polen, Slowakei... die Ecke, bei Graf Dracula zuhause... ihr wisst schon...irgendwo da in den Karpaten...verdammt!). Also zumindest irgendwohin, wo man schön im Kreis fahren kann („Driving around in circles in the middle of the Outback.“). Rose kann sich an den Kilometern von Sand ohne dazugehöriges Meer nicht so recht erfreuen und auch der Ayers Rock – oder Uluru wie ihn die Aborigines nennen – kann ihre Meinung nicht wirklich ändern. Ebenso wenig erfreut ist sie, als Bernard ihr das Ziel der Odyssey offenbart: ein Wunderheiler mit dem sagenhaft einfallsreichen Namen Isaac von Uluru. Stolz verkündet Bernard: „We're not lost.“ („Wir haben uns nicht verfahren“ – ihr merkt: lässt sich schwer übersetzen, denn die Doppeldeutigkeit geht verloren). Wer aber genau ist dieser Isaac von Ulululu? Wie heilt er Menschen? Warum hat er sich selbst einen so dämlichen Namen verpasst? Fragen über Fragen.

Isaac klärt Rose darüber auf, er lenke die besonderen Energien dieses Ortes um und heile so die Menschen. Der Uluru ist den Aborigines heilig und man sagt ihm in der Tat wundersame Kräfte nach. Wir kennen alle einen anderen Ort, der solche besonderen Kräfte hat. Vorschläge? – „Der Jungbrunnen?“ – Nein! – „Hogwarts?“ – Was? Nein! – „Walt?!“ – Wer war das... blöde Frage... – „Der Keller von Thomas G. Hornauer?“ – Nein, aber das war sehr kreativ. Ich meine natürlich die Insel.

Laut Isaac haben manche Orte geologische Energie, andere magnetische und wieder andere wieder andere. Laut Isaac hat der Uluru nicht die „richtige“ Energieform, um Rose zu heilen, was jedoch nicht bedeute, dass man sie nicht heilen könne. Die Insel hat diese Energie. Sie heilt sowohl John als auch Rose. Richard sagt zu John, er glaube, Jacob sei der Grund, warum er nicht altere. Folglich ist Richard ein Mensch, denn wäre er keiner, würde er nicht mutmaßen müssen. Ferner gehen wir davon aus, dass Jacob kein Mensch ist. Doch was verleitet uns zu dieser Annahme? Könnte es nicht sein, dass Jacob die Insel entdeckte und wie Isaac im Falle des Uluru einen Weg fand, die Kräfte der Insel zu lenken und zu nutzen. Er lenkte sie auf sich und verlieh sich so selbst Unsterblichkeit. Ist „Samuel“ jedoch kein Mensch, sondern der Beschützer der Insel, dürfte ihm das so gar nicht geschmeckt haben. Dass Jacob – Mensch oder nicht – die Kräfte der Insel zu lenken vermag, daran habe ich keine Zweifel.

Isaac heilt Rose also nicht, sondern Jacob. Sie behält es für sich und anstatt Bernard später die Wahrheit zu sagen, blamiert und demütigt sie ihn lieber... hat ein wenig was von Sun. Doch anders als Sun lügt sie, weil sie die letzte Zeit, die ihr noch bleibt, so angenehm wie möglich verleben will, was man ihr kaum verübeln kann. Ferner gesteht Rose Bernard dann auf der Insel die Wahrheit und er hat kein Problem damit, zu bleiben. Bernard muss sie nicht retten, denn die Insel hat das schon längst getan. Bei Rose’ Geständnis sehen wir dann eine sehr erhellende Rückblende, in der sie Locke – im Rollstuhl – am Flughafen begegnet. Dadurch erklärt sich nun auch, die Szene, in der Rose zu Locke meint, sie wüssten wohl beide, dass Johns Bein schneller genesen werde, als Jack prophezeit habe. Gleichzeitig ist Lockes Heilung durch die Insel auch ein Beweis für sie, dass die Insel diese Macht hat. Wo wir nun ohnehin schon bei Locke sind, können wir da wohl auch bleiben, denn vielmehr gibt es zu Rose und Bernard an dieser Stelle auch kaum zu sagen.

John ist verdammt verzweifelt und fast schon handlungsunfähig, aufgrund seiner Besessenheit von der Karte. Bens Provokationen weckten überdies Zweifel in ihm und gaben ihm so den Rest. Wie gelähmt John ist, zeigt sich besonders deutlich, als der Alarm ertönt und er ihn über drei Minuten komplett ignoriert oder gar überhört. Vielleicht zögert er ihn auch hinaus, denn er wirkt fast von sich selbst enttäuscht, als er dem Alarm und Jack letztlich nachgibt und den Code eintippt. Die Ironie: Die Karte, an der er arbeitet, wird ihn zu einem Ort bringen, an dem er überzeugt wird, die Taste nicht mehr zu drücken, was obendrein ein fataler Fehler ist. Johns Verzweiflung mündet darin, dass er mit „Henry“ sprechen will, doch Ana verweigert ihm den Zugang zur Waffenkammer, weil die einzige Knarre mit Jack auf Reisen ist. Man fragt sich dennoch, was sie befürchtet. Soll Ben sie mit einem Tablett niederschlagen und dann versuchen, sie mit seinen Fesseln zu erwürgen, oder wie? Okay, schlechtes Beispiel.

Locke brüllt also einfach durch die Tür. Ana guckt ziemlich irritiert, doch Ben grinst wie ein Honigkuchenpferd, ob des Zweifels, den er gesät hat. Letztlich ist es doch schon völlig egal, ob Ben die blöde Taste nun gedrückt hat oder nicht, denn John würde so oder so von Zweifeln zerfressen. Er ersehnt sich von Ben eine Antwort, weil er glaubt, so seine Zweifel zerstreuen zu können. Wie naiv! War Ben doch derjenige, der den Zweifel überhaupt erst gesät hat. Er hat John etwas gesagt, was der nicht glauben will. Würde Ben behaupten, er hätte die Taste nicht gedrückt, wäre er damit bei seiner Story geblieben, doch die wollte John von Anfang an nicht glauben. Würde Ben hingegen zugeben, die Taste doch gedrückt zu haben, könnte John ihm nicht glauben, auch wenn er es wollte, denn mindestes einmal hat Ben gelogen. So oder so: Ben ist nicht die Antwort auf Johns Fragen und so geht er spazieren. Kann man eigentlich auch spazieren humpeln?

Am Strand sitzt er dann auf Rose’ Platz und unterhält sich mit ihr. „You’re on my spot“ („Du sitzt auf meinem Platz.“) Auffällig ist, dass das Wort „spot“ auch von Isaac gebraucht wird als er von besonderen Orten („spots“) spricht. Da Rose und John beide von der Insel geheilt wurden, könnte „You’re on my spot“ auch bedeuten: „Das ist meine Heilinsel – such dir ’ne eigene!“

Irgendetwas muss das Gespräch mit Rose aber bewegt haben, denn kurz nachdem er zu Rose noch gesagt hat: „I'm done with the hatch.“ („Ich bin mit der Luke fertig.“), steht er wieder im Schwan. Dort läuft gerade Musik und Ana informiert John: „I pressed your button“ („Ich hab’ deine Taste gedrückt.“) Ui, toooooll.... Willst du dafür eine Urkunde haben, Ana? Oder vielleicht ein Fleißsternchen? John jedoch setzt sich hin und zeichnet seine Karte.

Bleibt noch der fanatische Chirurg. Jack geht zu Ben, der seit geraumer Zeit in den Hunger- und Schweigestreik getreten ist (letzteres dürfte ihm weitaus schwerer fallen). Ben richtet sich erst richtig auf, als die Tür aufgeht, dann aber sehr schnell. Ben will, dass einerseits Jack sieht wie Ben leidet aber andererseits gleichzeitig denkt, Ben wolle nicht, dass er es wisse, und Ben wolle Stärke zeigen. Vermutlich hat er Jack sogar an der Tür gehört, sich bewusst leidend hingesetzt, um sich dann, wenn Jack es sehen kann, wieder aufrecht hinzusetzen. Als Jack dann mit Ben redet, spricht er den Namen „Henry“ mit einem Unterton aus, der mich mal wieder zur Zeitschleifen-Hypothese bringt, denn es klingt einfach so wie: „Klar doch, dein Name ist ‚Henry’, Ben. Von mir aus auch das.“

Als Jack seinen tollen Plan erklärt hat (ich dachte so etwas machen nur Schurken in schlechten Filmen, aber offenbar passiert es auch in guten Serien), erwidert Ben ihm nur eines: „They’ll never give you Walt.“ („Sie werden euch Walt niemals geben.“) Bis zu einem gewissen Punkt hat er damit auch recht und kann Jack obendrein verunsichern. Ben hat mit der Verunsicherungstaktik mit nur einem einzigen Satz weit mehr Erfolg als Jack mit seiner hübsch, brav einstudierten Rede. Gut, dass im Schwan-Badezimmer auch ein Spiegel hängt, denn so konnte Jack wenigstens üben.

Obwohl Jin Bernard unmissverständlich zu verstehen gab, dass es am Strand dieser Insel keine Austern gäbe, pult Kate da gerade was vom Fels ab, was für mich doch ganz verdächtig nach Auster aussieht. Aber Inseln sind auch nur Menschen... sind ihr halt Austern gewachsen. Jack kommt dazu und lädt Kate auf seine Dschungeltour ein, weil Sayid nicht mitwollte. Dass Kate zweite Wahl ist, erfährt sie allerdings erst später – ein Wunder, dass Jack mal so ehrlich ist, es ihr überhaupt zu sagen. Der Grund dafür, dass er sie mitnimmt, ist jedoch ein wunderbarer Trugschluss, denn die Anderen haben sehr wohl Interesse an Jack und Kate – allerdings nur im Rundumsorglospaket zusammen mit James und Hurley. James brauch aber nicht mit, denn Jack hat ja schon eine Wumme. Die hilft Jack und Kate gegen ihre eigene Dummheit allerdings herzlich wenig. Und ich frage mich, wer von den beiden nun der Dümmere ist. Kate, die Jacks Warnungen ignoriert und dennoch zur Puppe geht und so die Falle auslöst? Oder Jack, der auch noch zu Kate hinläuft, damit er auch ja noch mit ins Netz kommt? Wäre Jack einfach da stehen geblieben, wo er stand, hätten sich die beiden eine Menge Ärger ersparen können. Wenigsten hilft die Knarre ihnen aber nun, aus der Falle rauszukommen... immer wenn man R2-D2 mal braucht ist er nicht zur Stelle. Jack trifft also wie durch ein Wunder das Seil... okay, statt auf den Stamm zu schießen, hätte er auch einfach nach oben langen können und auf das sehr viel näher gelegene Seil über sich ballern können, aber hey: Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Solche Aktionen sieht man in Filmen ja ständig und mein Favorit ist da das Streichholz in „Das Fünfte Element“, denn da denke ich jedes Mal: Warum entzündest du, selten dämlicher Hornochse, das Ding nicht direkt über dem blöden Stein, statt so eine Schau abzuziehen?! Sorry, aber das musste mal gesagt werden.

Jack und Kate landen also lautstark wieder auf dem Boden der Tatsachen und setzen ihre Pilgerfahrt unbekümmert fort. Als das Gespräch auf die Falle kommt, gesteht Kate Jack, was sie im Stab entdeckt hat. Jacks Reaktion ist mal wieder so etwas von typisch, dass man sich wünscht, Kate hätte ihn in der Fall gelassen: „When were you going to tell me this?“ („Wann hattest du vor mir das zu erzählen?“) Gegenfrage, Jack: Hast du irgendwie einen Kurs an der VHS besucht, wo einem beigebracht wird, ein beschränkter, überheblicher Metzger mit Allmachtsphantasien zu werden? Kate ist hier mal meiner Meinung und überhaupt ist das so eine der Szenen, in der man Kate einfach lieben muss, denn sie erwidert Jack: „When you decided to let me back in the club. What? You can keep one of Them locked up in the hatch for like a week and say nothing…“ („Wenn du dich entschlossen haben würdest, mich in den Klub zurück zu lassen. Was? Du kannst einen von Ihnen für eine Woche oder so in der Luke einsperren ohne einen Ton zu sagen... ?“) Ja, kann er, denn er ist schließlich Jack und er hat sich selbst ewige Immunität gegeben.

Sie erreichen die „Grenze“, doch ist diese ebenso ein Fake wie die Bärte oder der glubschäugige Ballonfahrer. Die Anderen interessiert es nämlich einen Scheiß, ob Jack ihre blöde Grenze überschreitet oder nicht oder ob er in eine Höhle zieht, sich einen Bart wachsen lässt, sich nackt auszieht und Leute mit Scheiße bewirft (wir erinnern uns.... ^^). Dass Jack sich die Seele aus dem Leib brüllt, weil Sie ihn hören (klar doch), interessiert die Anderen auch herzlich wenig. Vermutlich sitzen die meisten gerade gemütlich zuhause oder spielen Billard, während sie literweise Dharmabier vernichten.

Wir bekommen kurz vor Ende der Episode noch einen sehr schönen Rundumblick: John malt an seiner Karte und Eko und Charlie bauen ihre Kirche. Im Schein wärmender Feuer sitzen und liegen Sun und Jin, Claire und Aaron, Libby und Hurley, Sawyer und Vincent (???), Rose und Bernard und auch Jack und Kate. Doch dann taucht ein asthmatischer Fackelläufer aus den Büschen auf, der es noch ganz schnell zu den Olympischen Spielen schaffen will... ach, nein ist nur Michael. Aber ohne „Walt?“