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Mittwoch, 3. März 2010

It's "Sundown" for Jacob's Team - Erste Eindrücke zu "Sundown"

Manche Menschen ändern sich wohl nie. Keamy bleibt in jeder denkbaren Realität ein Arschloch und Sayid ist und bleibt ein Killer. Kate rennt noch immer gerne weg und Ben versucht verzweifelt Leute zu retten, die nicht glauben können, dass er überhaupt wen retten will. Der Mann in Schwarz manipuliert munter weiter und Dogen kommandiert bis zu seinem Tod Leute rum. Desmond bleibt verschwunden und Jacob tot.
Diese Folge war der krasse Gegensatz zu den letzten beiden, in denen es wenig Action und viele Enthüllungen gab. "Sundown" hatte jede Menge Action und war in sich auch sehr spannend, bot dafür aber keine großen Überraschungen oder Enthüllungen... außer vielleicht, dass Kate nun bei "Samuel" gelandet ist und Jacob und "Samuel" sich zwar scheinbar in ihrer Verhandlungstaktik ähneln, aber dennoch andere Erwartungen bzw. Bedingungen an ihr Gefolge richten: Während unser Mann in Schwarz sich echt zum Politiker eignen würde und gerne mit tollen Versprechen um sich wirft, stellt Jacob Bedingungen. Er lässt den Menschen die Wahl, verlangt aber in jedem Fall ein Opfer. Quid pro quo! Das erinnert fast an einen Faustschen Pakt und obgleich dies Jacob in einem schlechteren Licht darstehen lässt, hat der Mann in Schwarz uns heute Nacht mal wieder bewiesen, warum einige in ihm das personifizierte Böse sehen. Da mutet es doch etwas merkwürdig an, dass Jacob selbst sich "Samuel" gegenüber nie so verhalten hat, als halte er Ihn für abgrundtief böse und so kommt doch wieder der Eindruck auf, Jacob erzählt auch viel, wenn der Tag lang ist. Dennoch gehen wir aus dieser Folge mit vorerst klaren Fronten:
Team JACOB: Hurley, Jack, Ben, Ilana, Richard, Frank, Sun, Miles und zwei Wasserleichen.
Team MiB: Claire, James, Sayid, Kate, Cindy, Zach, Emma und ein paar andere Tempel-Flüchtlinge.
Die Review kommt wieder im Laufe der Woche. Bis dahin Namaste!

Montag, 8. Februar 2010

„Er wird sie zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens entspringt.“

LA X – Review, zweiter Teil von VIER


Mit diesem kleinen Zitat aus der Offenbarung des Johannes melde ich mich nun immer noch ungläubig und überdies immer noch krank (erwartet also nicht zu viel), aber dafür wieder ein bisschen bibelfester zurück. Hurley führt nun seine Leute wie das Lamm (auf dieses bezieht sich die Bibelstelle) zu einem wundersamen Heilquell. Wir bekommen um und im Tempel eine Menge wirres Zeug zu sehen und ich bleibe zunächst mal bei der Heilplörre, in die Sayid wie bei einer Taufe getunkt wird. Das Wasser war – wie man den Aussagen der Anderen entnehmen kann – sonst kristallklar, doch nun ist es eine Brühe, die aussieht wie zehn Jahre alter, verwässerter Kaffee. Durch Sayid erfahren wir nun endlich auch, was mit Ben passierte, nachdem er von Sayid angeschossen worden war. Sollte Ben also auch gestorben und wiedergeboren worden sein? Hat jeder Andere so eine „Taufe“ hinter sich gebracht oder nur die Führungsriege? Was genau macht es riskanter das Ritual durchzuführen, wenn das Wasser getrübt ist? Okay, es sieht aus wie aus der Kloake gepumpt und wirkt daher nicht gerade gesundheitsförderlich. Ferner scheint die heilende Wirkung abgeschwächt, da Dogens Hand nicht heilt wie bei Claire Bennett („Heroes“). Weshalb Dogen wissen will, wer Sayid verwundet hat, ist auch nicht ganz klar. Bestehen die Risiken weniger für Sayid als für den Verantwortlichen, wenn etwas schief geht? Könnte das trübe Wasser Sayid nicht nur wie Ben das Mitleid und ein Teil seiner Erinnerung nehmen, sondern ihn noch stärker verändern? Doch wenn tatsächlich eine Verbindung zwischen dem trüben Wasser und Jacobs Ableben besteht, wieso ist Dogen dann so überrascht, als er von Jacobs Tod erfährt? Warum wusste Jacob selbst dann nicht, dass Sayids Rettung problematisch werden dürfte? Oder wusste er es und hat es bewusst verschwiegen?

Einige haben ja gemutmaßt, dass es gar nicht Jacob, sondern „Samuel“/Smokey war, mit dem Hurley im Dschungel sprach. Wäre dem so, müsste „Samuel“ nun zu allem anderen auch noch an mehreren Orten gleichzeitig sein können. Aber dann hätte er ja direkt nach Jacobs Tod im Tempel aufkreuzen können, ehe Dogen und Co gewarnt worden wären. Und er müsste auch nicht verschwinden, ehe er sich Ben unter dem Tempel zeigt („Dead is Dead“).

Deshalb gehe ich mal davon aus, dass Jacob auch wirklich Jacob ist und wir nicht künstlich Mindfucks konstruieren sollten, wo vermutlich keine sind. Sayids Rettung hat vor allem symbolische Bedeutung, da ihn nun noch weniger von Ben unterscheidet. Sayid war schon immer so etwas wie Bens dunkles Spiegelbild (da Ben selbst kein Unschuldslamm ist, hat Sayid wiederum durchaus auch gute Eigenschaften und sieht in Ben das Monster). Die beiden sind miteinander eng verknüpft und vielleicht ist Sayids Überleben auch genau deshalb so wichtig, weil er und Ben zusammengehören, verbunden sind. Langsam drängt sich mir die Vermutung auf, dass Bens Gegenpol gar nicht Charles Widmore ist, sondern Sayid. Aber Ben hat letztlich wohl vier Gegenpole – jeden auf einer anderen Ebene: Charles als sein Vorgänger, John als sein vermeintlicher Nachfolger, Sayid aus bekannten Gründen und letztlich Jack als Anführer der Gegenpartei und ewiger Gegenspieler auf der Insel.

Jacob überlässt Hurley ein Ankh in einem Gitarrenkasten. Das Ankh ist ein Symbol der Reinheit, des Lebens und steht zudem für die Macht der Götter. Ein passenderes Symbol für Jacob gibt es folglich kaum. Dogen muss das Ankh jedoch zerstören, um an Jacobs letzte Liste zu kommen – auch sehr symbolträchtig: Jacobs Tod, die Vernichtung des Lebens, das Zerstören des Ankhs, all das muss geschehen damit andere Dinge bewahrt werden (aus Zerstörung entsteht etwas Neues – ein in Hinduismus und Buddhismus weitverbreiteter Grundsatz). Wir können wohl davon ausgehen, dass diese Liste jenen ähnelt, die Richard an Ben überbrachte. Jetzt da Jacob tot ist und Richard nicht mehr mit ihm kommunizieren kann, tritt Hurley an Richards Stelle und wird zum Boten. Vielleicht war Ben auch deshalb „auserwählt“, weil er Hurleys Gabe besitzt. Richard scheint es ja sehr wichtig, dass Emily nicht auf der Insel starb und Ben sie dennoch sehen konnte. Wenn das Monster nur Gestalten von auf der Insel verstorbenen oder als Leiche auf die Insel gebrachten Menschen annehmen kann, wäre für Richard damit ein Beweis erbracht, dass Ben nicht mit „Samuel“, sondern wirklich mit seiner Mutter gesprochen hat. Dann könnte er Tote sehen und mit Jacob im Falle dessen Ablebens auch weiterhin kommunizieren – wie es Hurley jetzt tut.

Jacob lässt Dogen also eine Liste überbringen, auf der die Namen einiger unserer Losties stehen. Wessen Namen stehen wohl auf der „Ur-Liste“, die vielleicht gar nicht gegenständlich existiert, aber zumindest alle anderen Listen beinhalten muss? Vermutlich die der „Kandidaten“. Nahezu sicher gehören zu diesen Kandidaten: Jack Shephard, Katherine Anne Austen, Sayid Jarrah, Hugo Reyes, James Ford und Jin-Soo Kwon. Ebenfalls sehr wahrscheinlich: Sun-Hwa Kwon, Frank Lapidus, Benjamin Linus, Aaron Austen (bzw. Littleton) und John Locke. Und vielleicht noch: Claire Littleton, Desmond David Hume, Rose und Bernard Nadler und Miles Straume.

Die Kandidaten müssen um jeden Preis gerettet werden, weshalb es auch so wichtig ist, dass Sayid überlebt. Sie werden vermutlich gebraucht, um den Man in Black/“Samuel“ zu besiegen. Die anderen Anderen im Tempel wissen von „Samuel“ offenbar mehr als man zumindest von den Anderen um Ben bisher annehmen konnte. Dass es sich bei Dogen, Lennon und Co um Andere handelt, belegt die Anwesenheit von Cindy, Zach und Emma, die ja zu den Anderen übergelaufen sind. Wobei Dogens Truppe weit mehr Ähnlichkeit mit den schleichenden Gestalten aus „...and Found“ haben, als Bens Leute. Als Hurley Dogen berichtet, dass Jacob tot ist, werden die Anderen verdammt nervös. Bislang schienen sie das Monster zwar zu respektieren und lieber auszusperren, aber nicht wirklich zu fürchten. Ben ruft es ja sogar um Hilfe, als Dharmaville unter Beschuss steht und geht später bei ihm beichten. Also entweder weiß Ben nicht, was Dogen und Richard wissen, oder es interessiert ihn nicht. Dass Ben anscheinend weniger weiß als Dogen, Richard oder Lennon lässt den Schluss zu, dass er eine weit größere Sonderstellung hat als wir bisher annahmen, da er dann zwar Anführer der Anderen wäre, aber weit mehr mit den Losties gemein hätte, die ja auch ungemein wichtig sind und dennoch – oder gerade deswegen – im Unklaren bleiben müssen.

Was tun die Anderen, um Smokey draußen zu halten? Sie verstreuen Asche – wie sie auch im Bannkreis um die Hütte oder von Bram verwendet wird. Sie scheint also ähnlich wie Salz als eine Art Dämonenabwehr zu funktionieren, was den Schluss zuließe, dass es sich um keine normale Asche handelt. Um Jacob und „Samuel“ damit in Verbindung zu bringen: Jacob ist Feuer und „Samuel“ ist Qualm, der genau wie ASCHE als Endprodukt einer Verbrennung von Kohlenstoffverbindungen (also organischen Materialien) entsteht.

Das ist erst mal das Wesentlichste rund um den Tempel, was jedoch nicht heißt, dass ich fertig wäre, da es einige auffällige Kleinigkeiten gibt, die ich noch ansprechen will. Da „What Kate does“ immer näher rückt und ich – wie gesagt – noch nicht wieder fit bin, geht es also nun etwas spartanischer weiter.

Nachdem Sayid aus dem heilsamen Taufbecken gezogen wird und Dogen verkündet, dass er tot wäre, fängt Jack genau wie bei Charlie, nachdem Ethan ihn an einem Baum aufgehängt hatte, mit verzweifelten Wiederbelebungsmaßnahmen an. Wie bei Charlie erfolgt wenig später eine Art Wunderheilung – Jack hat wohl wirklich so etwas wie heilende Hände.

Der Sand in Dogens Sanduhr ist weiß, was ein Verweis auf Jacob sein könnte.

Die Anderen schicken eine Rakete als Warnung aus. Es ist nicht das erste mal, dass auf der Insel mit Raketen kommuniziert wurde: Sayid nutzt Feuerwerkskörper bei der Lokalisierung des Funkturms, eine Leuchtrakete lockte die Anderen zum Floß.

In den Tempelmauern (woher weiß Hurley da überhaupt wo er hin muss) finden die Losties Leichen – eine davon ist Montand. Auch das Loch, durch das Ben gekracht ist, muss überwunden werden.

Sayid hat nach seiner Heilung wohl auch einen teil seiner Erinnerung verloren: „What happened?“ („Was ist passiert?“)

Zu allem anderen habt ihr in den Kommentaren schon so einiges gesagt. Ich denke für das Thema Tempel genügt das für heute. Ich setze mich morgen dann mal noch an die Statue. Die LAX-Timeline werde ich vermutlich für „LA X“ und „What Kate does“ zusammenschmeißen und in einem Aufwasch abhandeln.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Erste Eindrücke zu "LA X"

Ich bin ehrlich, ich bin nicht gerade euphorisch. Nicht weil der Staffelauftakt schlecht gewesen wäre, sondern weil ich das meiste als ziemlich absehbar empfinde bzw. selbst das, was nicht absehbar war, bei Lichte betrachtet nicht wirklich überraschend kam.
Also haben wir noch einen weiteren komischen Typen, der hoch in Jacobs Gunst steht, eine Art Statthalter. Ich hatte ihn mir zwar anders vorgestellt, aber irgendwie hat mir eine Stimme gesagt, dass sie zum Tempel kommen und da bereits irgendwer das Kommando hat, der mehr weiß als Ben, obgleich ich gedacht hätte, dass Richard, Ilana und Ben vor den Losties den Tempel erreichen. Ben selbst agiert auch erwartungsgemäß. Er ist verbittert und wütend, aber auch klug genug seinen Gegner (also Smokey) nicht direkt anzugreifen oder sich seine Wut zu sehr anmerken zu lassen. Richard macht diesen Fehler und bekommt eine aufs Maul. Dass Ben Smokey schon ganz oben auf seiner Liste hat, sagt uns sein Verhalten unter der Statue. "You used me!" Es ist wohl Bens ewiges Los: er half "Samuel" John und Jacob zu töten und ist am Ende derjenige, der am meisten über diesen Verlust trauert.
Ferner können wir wohl davon ausgehen, dass es wirklich einen tieferen Sinn hat, dass man uns den Namen von Jacobs Feind weiterhin vorenthält, denn immer, wenn die Sprache darauf kommt, Ben etwas erfahren müsste, wechselt die Szene. "Er" will also nachhause und Jacob hat ihn dran gehindert - wie es aussieht. Ist es da zuweit gedacht anzunehmen, dass "sein" Name uns wohlbekannt wäre. Ob wir ihn nun Samuel, Samael, Satan, Apophis oder den großen Unbekannten nennen. "Er" ist ein Verstoßener, der nach Hause möchte, und wie dieses Zuhause aussieht können wir uns zumindest im Kern lebhaft vorstellen.
Auch andere Theorien, die wir aufgeworfen haben, scheinen mir nun sehr wahrscheinlich. Etwa dass Ben im Tempel gestorben ist, dass Jacob seinen Tod erwartet hat und dass Christian von großer Bedeutung ist. Aber auch Desmond wird noch wichtig werden und selbst wenn Jacob tot ist... stellt sich für mich die Frage, wie lange es dabei bleibt. Wir haben Sayid, Ben, Charlie und John durch die Macht der Insel, des Tempels oder Jacobs Hand zurückkehren sehen - wobei bei Charlie und Sayid auch Jack seinen Teil dazu beigetragen hat, was darauf hindeuten könnte, dass er Jacobs Nachfolge antreten soll. Aber wenn die Insel uns Jacob selbst diese vier zurückbringen konnten, warum sollte sie nicht auch Jacob selbst zurückbringen können. Es scheint ihn zwar nicht wirklich zu jucken, dass er nur durch Hurley kommunizieren kann, doch hab ich so das gefühl, dass er im Reich der Toten schon längst wieder mit dem Weben angefangen hat, doch dieses Mal webt er keinen teppich, sondern ein Netz, ein Netz, mit dem man sogar Rauch fangen kann.
Bis die Review da ist, soll ich dieser Post nun auch als Diskussionsplattform dienen.
Namaste!