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Sonntag, 18. April 2010

Review zu "Everybody Loves Hugo" and...

...Hugo loves Chicken... and Libby. Keine Sorge: es geht auf Deutsch weiter. Apropos: Wer hat Lust, Wetten auf den deutschen Titel abzuschließen? „Alle lieben Hugo“? Ach, kommt! So naiv ist doch wohl keiner. Wie wäre es denn mit „Rollstuhl ins Krankenhaus“, „Hühnchengrill in die Psychiatrie“ oder „Hugo liebt alle“ – im Zweifelsfall ginge noch „Am vierten Mai sind wir bei Ihnen“ (Inside-Joke ;-) ).

Die Folge beginnt mit einer wohl vertrauten Stimme... Hand hoch, wer erkannt hat, dass es Pierre Chang ist, bevor man ihn gesehen hat! Komisch nur, dass Pierre uns den Richard macht, denn er ist um keinen Tag gealtert, seit wir ihn zuletzt in 1977 sahen – das sind fast 30 Jahre. Da ich den LOST-Machern einen derart plumpen Fehler nicht so wirklich zutraue, stellt sich also die große Frage, die sich bei der Serie ja ständig stellt: Warum? Hat Jacob ihm auf die Schulter geklopft? Hat er ein Bild von sich malen lassen, das an seiner Statt altert? Ist er ein Klon?

Und noch eine Frage, die mit „Warum“ beginnt: Warum ist der Preis, den Hurley verliehen bekommt, eine matte Plexiglasscheibe in Form eines T-rex mit Haltungsschaden? Oder anders ausgedrückt: Wieso verleiht die paläontologische Abteilung des Naturkundemuseums ihm überhaupt einen Preis? Na ja, halten wir uns nicht damit auf, sondern schreiten in den Flash Sideways weiter voran. Hurleys Mutter schickt ihn zu einem Blind Date, weil er noch immer keine Frau hat. Es gibt halt so Sachen die ändern sich nie und so sind auch in dieser Realität die einzigen „Chicks“, an denen Hurley Interesse hat, die von Mr. Cluck’s.

Statt seiner Verabredung (eine gewisse Rosalita, Tochter des Nachbarn von Hurleys Opa Tito) taucht eine durchgeknallte Blondine an Hurleys Tisch auf. Nein, nicht Paris Hilton! Und auch nicht Britney Spears, Miss Barbie oder Thomas Gottschalk... denn ich würde mich hüten, eine von denen als „durchgeknallt“ zu bezeichnen, denn die haben gutbezahlte Anwälte. Die Rede ist natürlich von Elizabeth „Libby“ Smith, von der man uns seit Jahren weiß machen will, sie sei nicht mehr von Bedeutung für die Story. LAX-Libby war nie an Bord von Flug 815 und hat nie die Psychiatrie verlassen, in der Hurley im Übrigen nie gelandet ist. Doch Santa Rosa selbst ist der entscheidende gemeinsame Nenner beider Libbys – der aus der Original-Zeitlinie und der aus den Flash Sideways. Bislang ist Libby die einzige Person, die sich auch ohne Nahtoderfahrung, Spiegel etc. nicht nur an das andere Leben erinnert, sondern sogar recht genau weiß, was sich da so abgespielt hat. Hurley nur im Fernsehen zu sehen, genügte ihr als Schlüsselreiz. Sie hat also offenkundig eine besondere Verbindung zu der anderen Realität und wird nicht zuletzt deshalb für verrückt gehalten. Da drängt sich doch eine Frage auf: Konnte die andere Libby ebenfalls beide Realitäten wahrnehmen? Und wenn nicht, liegt es dann daran, dass sich diese Realität tatsächlich nicht parallel zu der anderen abspielt, sondern erst danach zuträgt? Denn es ist schon komisch, dass sowohl Charlie als auch Desmond und Libby sich an Ereignisse erinnern, die sich zum gleichen Zeitpunkt in der Crash-Timeline noch gar nicht zugetragen hatten. Desmond erinnert sich mit Charlies Tod und „NOT PENNY’S BOAT“ am 22.9.2004 der LAX-Timeline an ein Ereignis, das sich in der Crash-Timeline erst am 21.12.2004 zuträgt – also ganze drei Monate später. Und da muss man doch bei allen Wurmlöchern, Brücken in andere Realitäten und so weiter fragen: Wie ist das bitte möglich? Einen Blick in ein anderes Leben erhaschen und Erinnerungen daraus mitnehmen ist das eine, sich an etwas zu erinnern, das sich selbst in einem anderen Universum noch gar nicht ereignet hat, ist noch mal was ganz anderes. Zunächst wird Libby aber von Dr. Brooks zurück in den Bus gezerrt, der nach Santa Rosa zurückfährt – oder, um einen meiner Lieblingsfilme zu zitieren: „Schwachsinnige, euer Bus fährt gleich!“ (für alle, die es nicht erkannt haben, hier noch ein paar: „Willst du lieber hier draußen oder im Wagen kotzen?“ – „Ich glaube... BEIDES!“; „Und fahre nie, nie, nie auf Eisenbahnschienen!“; „Sie sind wirklich noch nicht lange dabei, was? Wissen Sie, Menschen mögen auch Blutwurst und so was! Menschen sind Schwachköpfe!“; „Haben Sie manchmal Déjà-Vus, Mrs. Lancester?“ – „Ich glaub nicht, aber ich könnt ja mal in der Küche nachfragen.“). Ich schweife schon wieder ab.

Hurley geht in einem SEINER Lieblingsrestaurants was essen – also in einer Filiale von Mr. Cluck’s Hühnchengrill. Dort trifft er – was für ein ungeheurer Zufall – auf Desmond, der sich nach kurzem Smalltalk zu ihm setzt und feststellt, Hurley habe da eine ganz schöne Menge Hähnchen, woraufhin Hurley erwidert, er esse, wenn er deprimiert sei – so deprimiert kann keiner sein! Außerdem meinte er doch im Flugzeug noch, er sei der glücklichste Kerl der Welt... vermutlich isst er auch, wenn er glücklich ist. Da Desmond ja egal in welcher Realität ein Näschen (okay, in Desmonds Fall: Nase) dafür hat, wenn eine Frau im Spiel ist, fragt er Hurley gerade heraus: „Ah! So what's her name?“ („Ah! Klar, wie ist ihr Name?“) Hurley teilt Des seine Bedenken aufgrund von Libbys Geisteszustand mit und erwähnt dabei auch, sie habe gedacht, sie würden sich schon kennen. Da bei Desmond wohl schon sämtliche Alarmglocken läuten, rät er Hurley, der Sache auf den Grund zu gehen. „42! Order 42!“ – Desmond Hühnchen wartet darauf, gegessen zu werden.

Hurley fährt also nach Santa Rosa und als großzügiger Spender darf er dann auch mal mit Libby reden. Was die ihm erzählt, ist ja bekannt. Nichtsdestotrotz erklärt sich hier auch, warum wir wohl ausgerechnet am Ende von „Dave“ erfuhren, dass auch Libby in Santa Rosa war, denn die Szene mit Hurley und Libby in der alternativen Zeitlinie weist gewisse Parallelen mit „Dave“ auf. Da wäre etwa der Glaube, dass etwas im eigenen Leben nicht stimmt, die Idee es sei ein Traum – Libby überzeugt Hurley an der Klippe davon, dass sie und die Insel sehr wohl real sind. Jetzt überzeugt sie ihn erneut davon – allerdings von der anderen Seite aus. In „Dave“ ist es Hurley, der glaubt Libby bereits zu kennen – nun ist es umgekehrt. Aber es gibt noch eine andere Schnittstelle zwischen den Realitäten und das ist der Typ im Hühnerkostüm. In „Everybody Hates Hugo“ gab es diese bizarre Traumsequenz, in der Hurley nicht nur Jin versteht, sondern in der auch ein Typ im Hühnerkostüm rumsteht – der gleiche Typ, den wir auf einem Foto bei der Preisverleihung sehen (siehe Header). Die offenkundigste Verbindung zur Insel ist natürlich das Picknick, das die zwei nun endlich machen können, was auch in der Insel-Handlung aufgegriffen wird. Hier erinnert sich Hurley dann auch durch einen Kuss (wie romantisch...^^) an die Insel zurück.

Die letzte Flash-Sideways-Szene beschäftigt sich jedoch nicht mit Hurley und Libby, sondern mit Desmond, Ben und John. Die Frage, mit der wir aus der Episode entlassen werden, ist natürlich: Warum wartet Desmond auf John, nur um ihn dann über den Haufen zu fahren? Der offenkundigste Grund wäre wohl, dass er John eine Nahtoderfahrung bescheren wollte, was – wie einige schon anmerkten – wohl auch etwas geschickter bzw. risikofreier möglich gewesen wäre. Auch die Annahme, der Anschlag gelte gar nicht locke, sondern MiB, der Desmond in den Brunnen wirft, stand im Raum. Seit Beginn der fünften Staffel wissen wir ja, wie wirsch Desmonds Erfahrungswelt manchmal ist. Zumindest schlägt Desmond, wenn auch eher unbewusst, zwei Fliegen mit einer Klappe, denn neben John erreicht er auch Ben, der zunächst noch mit Desmond spricht und dann der erste ist, der John zu Hilfe eilt. Beides deutet auf Bens guten Kern hin, den er in der Originalzeitlinie viel zu selten zeigen konnte. Er sieht Desmond im Auto sitzen und geht zu ihm hin, was auf jeden Fall aufmerksam ist, denn neben dem von Ben gemutmaßten und dem von Desmond vorgeschobenen Grund, gäbe es ja noch einen weiteren, warum ein erwachsener Mann alleine im Auto sitzen und die Kinder beobachten könnte. Und so misstrauisch wie Ben zu Beginn des Gespräches noch war, kann man wohl davon ausgehen, dass er auch diese Möglichkeit in betracht gezogen hat. Als John dann am Boden liegt, ist Ben sofort bei ihm, was – in Anbetracht der anderen Zeitlinie – nicht einer gewissen Ironie entbehrt. Nur könnte gerade Bens Anwesenheit der nötige Schlüsselreiz sein, den John braucht, um sich zu erinnern. Gleichzeitig könnte Ben so – ohne je an Bord von Flug 815 gewesen zu sein – wieder involviert werden.

So, jetzt bin ich wahrlich reif für die Insel: Hurley sitzt an Libbys Grab und hier trifft ein Ausspruch, der noch nie treffender war: Es ist Gras über die Sache gewachsen – ein Brüller! Hurley redet also mit Libby und man sollte doch meinen, dass der Typ, der tote Menschen sieht und auch mit ihnen spricht, kein Grab bräuchte, um mit Libby zu kommunizieren. Aber komischer Weise taucht die ja nie in bei Hurley auf – Dave, Charlie, Ana, Eko, Jacob, Isabella und sogar Michael, aber keine Libby und das, obwohl Jacob sagte, Hurleys Gabe ermögliche es ihm doch, mit jenen zu sprechen, die er verloren habe, und sei genau deshalb kein Fluch, sondern ein Segen. Ilana kommt kurz vorbei, um Hurley ihren glorreichen Plan mitzuteilen, und verschwindet sofort danach wieder.

Wie aus dem Nichts taucht Michael auf und warnt Hurley, er müsse Ilanas Vorhaben vereiteln, weil sonst alle sterben werden. Moment mal? Isabella sagt Hurley, er müsse Richard sagen, dass der Mann in Schwarz daran gehindert werden muss, die Insel zu verlassen, weil sonst alle zur Hölle fahren. Auch sonst wird immer wieder klar gestellt: Flieht MiB, geht die Menschheit zugrunde. Und jetzt soll plötzlich der Plan, der MiBs Flucht unterbinden soll, alle umbringen? Wie wir später erfahren, ist Michael genau wie MiB auf der Insel gefangen. Jeder Sünder sitzt hier an der Höllenpforte fest, bis er gesühnt hat...oder aber der Korken aus der Flasche fliegt. Wenn Michael und die Verursacher des Flüsterns (sofern man Michael Angaben und Hurleys Vermutung Glauben schenkt) also wie MiB auf der Insel festsitzen, wäre es da nicht möglich, dass sie ein gewisses Interesse an der Flucht von MiB hätten, da das auch für sie die Freiheit bedeuten würde. Michael ist nun wahrlich nicht für seine Ehrlichkeit und seinen Altruismus bekannt – keine sehr vertrauenswürdige Person, wenn ihr mich fragt. Wäre es wirklich Jacobs Wille, Richards Vorhaben zu vereiteln, käme er persönlich, denn sein sonstiges Vorgehen (bloß nicht einmischen) hat er für Hurley und Richard gleichermaßen schon vor langer Zeit außer Kraft gesetzt. Ich hätte auch Eko, Ana oder Charlie geglaubt, wenn einer von denen bei Hurley aufmarschiert wäre – aber Michael? Man sollte zumindest in Betracht ziehen, dass Michael seine eigenen Interessen verfolgt und die mit „Samuels“ Flucht Hand in Hand gehen, auch wenn Walts Schicksal dabei ungewiss ist, denn Walt ist ja letztlich der einzige Mensch, für den Michael sich – abgesehen von sich selbst – interessiert.

Ilana kommt bald vom Sprengstoffshopping zurück und macht trotz aller Warnungen mal ganz flott den Arzt. Warum nun ausgerechnet Ilana, die nicht unter dem besonderen Schutz der Insel steht (im Gegensatz zu Richard und den Kandidaten), mit dem Dynamitschleppen betraut wird, leuchtet nicht so wirklich ein. Da waren die Losties (allen voran Ilana selbst) nun mal wirklich selten dämlich. Doch bevor Ilana sich selbst über die Insel verteilt, äußert Hugo, Jacob habe ihm nichts über das Sprengen des Flugzeugs gesagt. Mag sein. Aber Jacob hat schon gesagt, Richard wisse, was zu tun ist. Folglich will Jacob zumindest, dass Richard tut, was er zu tun beabsichtigt. Ganz abgesehen davon, hat Jacob auch nie etwas gegenteiliges angeordnet. Er ist es ja nicht, der zu Hurley kommt und ihm aufträgt, Richard zu stoppen. Auch ist es derzeit irrelevant, ob alle anderen, die Insel verlassen können oder nicht. Solange man vom U-Boot nichts weiß, muss man davon ausgehen, dass nur das Flugzeug MiB eine Flucht ermöglichen würde, denn könnte er das Rad benutzen, hätte er es schon längst getan. Ist es aber wirklich das Flugzeug, das der Mann in Schwarz braucht, so drängt sich die Frage auf, ob dann auch er und nicht Jacob den Bau der Lande- und Startbahn anordnete. Denn sollte sie in Jacobs Auftrag entstanden sein, will er wohl wirklich nicht, dass man das Flugzeug zerstört. Aber wie soll man MiB sonst an der Flucht hindern, wenn man nicht in bester John-Locke-Manier alle Fluchtmöglichkeiten endgültig unterbindet: sie also sprengt. Die Taktik funktioniert aber auch andersherum und so sprengt Hurley statt dem Flugzeug den Sprengstoff selbst in die Luft.

Bevor wir aber weiter voranschreiten, sollten wir noch einen Blick auf die vielleicht klügste Aussage der Folge werfen und die kommt – wie sollte es auch anders sein – von Ben: „Ilana. There she was – handpicked by Jacob, trained to come and protect you candidates. No sooner does she tell you who you are, then she blows up. The Island was done with her. Makes me wonder what's gonna happen when it's done with us.“ („Ilana. Da war sie – von Jacob handverlesen, ausgebildet, um her zu kommen und euch Kandidaten zu beschützen. Kaum hat sie euch erklärt, wer ihr seid, wird sie in die Luft gejagt. Die Insel war fertig mit ihr. Da frag ich mich doch, was wohl passiert, wenn sie mit uns fertig ist.“) Es gibt also ganz offenkundig eine Macht, die noch über Jacob und MiB steht und das Ganze lenkt, darauf achtet, dass die Regen eingehalten werden etc.. Ob man diese Macht jetzt in der Insel selbst sieht oder in einer Kraft, die in und auf ihr existiert, wäre bei unserem jetzigen Wissensstand wohl Haarspalterei und wird es vielleicht auch immer bleiben. Sicher ist wohl nur, dass Jacob Ilanas Tod nicht bestimmt oder zugelassen hat, denn er würde sie nicht zum Schutz der Kandidaten ausbilden und auf die Insel holen, nur um sie dann abzuhaken. Ihren Todeszeitpunkt bestimmte die Insel. Ferner sagt Bens Feststellung über ihn selbst, Frank und Miles etwas entscheidendes aus: Die Insel ist noch nicht mit ihnen fertig, denn obwohl sie weder Kandidaten noch von Jacob mit Unsterblichkeit „gesegnete“ sind, bleiben sie am Leben und gerade Ben hat schon Dutzende Situationen überlebt, in denen er ebenso gut hätte sterben können. Daraus folgt also, dass Ben, Frank und Miles auch noch ihren Part zu spielen haben, denn ist es nicht die Insel, die sie am Leben hält, so ist es Jacob und er hat noch etwas mit ihnen vor – denn Richard stirbt nicht, weil er wie die Kandidaten und Ben von Jacob berührt wurde. Wir können also in jedem Fall davon ausgehen, dass jeder der verbleibenden Charaktere noch eine Aufgabe vor sich hat, die er oder sie erfüllen muss, ehe es mit ihm/ihr zuende geht. Ilana starb weil Insel und Autoren sie nicht mehr benötigten und wohl auch, weil es mal wieder Zeit wurde, dass ein Hauptcharakter stirbt.

Hurleys Aktion mit dem Sprengstoff führt zu einer hitzigen Diskussion zwischen Richard und Hurley, die Ben und Jack schon längst als Führungspersönlichkeiten abgelöst haben. Richard will zum Dharma-Dorf zurück, um dort Sprengstoff zu holen (auf die Idee hätte er mal früher kommen können – Ilana hätte das wohl besonders gefreut). Ausgerechnet Jack, der sich sonst so verhielt wie Richard jetzt, will in Ruhe darüber reden. Jacobs Spiegel-Kaputt-Hau-Therapie scheint langsam Früchte zu tragen: Jack vertraut nun auf Jacob und die Insel, er ist ein Mann des Glaubens geworden. Er hat verstanden, dass man manchmal warten muss, wie die Dinge sich entwickeln. Wie der Mann in Schwarz treffender Weise in dieser Folge selbst sagt: „There's a difference between doing nothing and waiting.“ („Es gibt einen Unterschied zischen Nichtstun und Abwarten.“). Hurley insistiert, es sei Jacobs Wille, dass sie mit dem Mann in Schwarz sprechen, woraufhin Ben ihn fragt, ob er vorhabe, sie alle umzubringen. Hurley behauptet, es sei Jacobs und nicht sein Wille. Richard durchschaut den Bluff und zieht mit Ben und Miles Richtung Dharma-Dorf. Ben geht vermutlich mit, weil er wie Richard nicht glaubt, es sei Jacobs Wille, dass sie mit MiB sprechen. Hier zeigt sich mal wieder sehr eindeutig der Unterschied zwischen Jacob und MiB: Jacob lässt den Leuten die Wahl, woran sie glauben wollen, agiert gerade so viel wie eben nötig, gibt nie einen klaren Beweis für seinen Plan. Der Mann in Schwarz hingegen ordnet einfach an. Warum Miles mitgeht erfahren wir im übrigen sehr klar und deutlich von ihm selbst: „I saw that thing in action, man. It doesn't want to talk. Sorry.“ („Ich hab dieses Teil in Aktion gesehen, Alter. Es will nicht reden. Sorry.“). Die anderen schließen sich Hurley an: Sun weil sie Jin wiedersehen und von der Insel weg will, Frank aus einem ähnlichen Grund (also nicht wegen Jin, sondern weil er weg will.. obwohl?! Wer weiß!? ;-) ) und Jack... ? Ja, Jack geht tatsächlich mit, weil er nun an Hurley und Jacob glaubt (Wie gesagt: Spiegel kaputt hauen!). Hurley gesteht Jack aber, er habe einfach behauptet Jacob dort zu sehen, damit ihm alle zuhören. Tja, Hurley, da sind Ben und Richard aber wahrlich das falsche Publikum für, denn den Trick haben die zwei erfunden – Ben hat ihn sich sogar patentieren lassen.

Man hört das altbekannte Flüstern im Dschungel und Hurley hat langsam eine Idee, was das ist und geht tiefer in die Büsche rein, wo er erneut auf Michael trifft. Den Teil hatten wir aber im Wesentlichen schon geklärt: das Flüstern sind Seelen, die wegen ihrer Sünden auf der Insel festsitzen. So viel zum Thema: Die Insel ist nicht das Fegefeuer.. ja, nee, is’ kla’! Michael weist Hurley den Weg zu MiBs Lager und das ist wohl ein guter Zeitpunkt, um auch auf die Story rund um MiB zu sprechen zu kommen.

Zu Beginn der Folge schnitzt „Samuel“ gerade an einem Holzpflock – falls sich Vampire auf die Insel verirren sollten (Michael Emerson bekundete ja schon öfters Interesse an einer Gastrolle in „True Blood“... also, wer weiß). James ist langsam verdammt angepisst, weil sich so gar nichts tut. Insbesondere weil MiB gar nichts tut... nein, er tut durchaus etwas: er wartet. Worauf? Auf besseres Wetter? Darauf, dass der Pflock ihm sagt, dass er ein Pflock werden will? Oder vielleicht auch ein – Achtung, besonders armseliges Wortspiel – Flocke? Nein, er wartet darauf, dass Jack, Sun und Hurley von alleine zu ihm kommen.. was für eine bescheuerte Idee! Na, da kann er lange warten! So dumm sind die nicht... die... die... ach, die tauchen am Ende der Folge ja tatsächlich bei ihm auf. Na dann... Was noch? Oh, stimmt! Mein spezieller Liebling (Sayid) möchte mit meinem anderen speziellen Liebling (MiB) unter vier Augen reden.

Sayid führt MiB also zu Desmond, der, obwohl er aus freien Stücken mit Sayid mitgegangen ist, von dem vorsorglich dennoch an einen Baum gefesselt wurde. Die Szene hat mich sehr an die Szene mit Ben und Sayid in „The Final Episode“ (eine Lost-Parodie mit den Originaldarstellern aus dem Jahre 2007) erinnert. MiB entschuldigt sich für Sayid, dass der Desmond gefesselt habe, aber Sayid habe wohl befürchtet, Des könne fliehen, ehe MiB die Gelegenheit gehabt hätee, mit ihm zu sprechen. Desmond erwiderte: „I have nowhere to run to, brother.“ („Ich habe nichts, wo ich hinfliehen könnte, Bruder.“) – „Well, if that's not the best argument against captivity that I've ever heard, I don't know what is.“ („Na, wenn das nicht das beste Argument gegen Gefangenschaft ist, das ich je gehört habe, dann weiß ich nicht was dann.“) Er muss es ja wissen ;-). Desmond und MiB machen also einen kleinen Spaziergang, bei dem ihnen auch ein gewisser Junge begegnet, dessen Identität uns noch immer nicht bekannt ist. Zumindest nervt er MiB gehörig und noch mehr nervt es ihn, dass Desmond ihn wahrnimmt und trotz seiner strikten Anordnung, den Jungen zu ignorieren, weiter von ihm redet. Ferner erwähnt Desmond bei dem Spaziergang, dass nicht er besonders sei, sondern die Insel einfach für jeden von ihnen etwas bereit hielte. Zu meiner Überraschung stimmt MiB ihm zu, wo er doch allen anderen erzählt, die Insel sei nur ein blöder Felsklotz.

MiB und Desmond erreichen einen (aber nicht den) Brunnen. Tja, und was macht MiB nach etwas Smalltalk? Er schmeißt Desmond in den Brunnen. Ich finde, das Gespräch davor erklärt sich in weiten Teilen von selbst. Interessant wäre allenfalls die Frage, ob MiB und/oder Jacob zu denen gehörten, die Löcher gebuddelt haben und/oder einer der beiden, den anderen befreiten? Da wo Brunnen sind, hat der Korken Löcher, oder?

MiB kehrt also in sein Lager zurück, wo bald darauf Hurley aufkreuzt und der macht in einem Punkt, dann doch etwas richtig: er redet vor MiB. Und ich denke, damit können wir die Review abschließen und „Everybody Loves Hugo“ zu den Akten legen. Wir lesen uns zu „The Last Recruit“. Macht’s bis dahin gut! Oder auch nicht... macht, was ihr gerne machen möchtet.

Mittwoch, 14. April 2010

Everybody Loves LOST - Erste Eindrück zu "Everybody loves Hugo"

"Lost ist zurück!", werden einige heute morgen (oder schon letzte Nacht) gedacht haben. Nach ein paar Folgen, die man mit etwas gemischten Gefühlen sah, geht es nun wohl wirklich aufs große Finale zu. Endlich mal wieder eine Folge mit überraschenden Wendungen, Antworten und neuen Fragen.
Ilana macht also den Arzt und wie Ben messerscharf feststellt wohl, weil die Insel mit ihr fertig war. Ich muss sagen: ich hab mich gleich gewundert, warum ausgerechnet die einzige Person, die unter Garantie nicht unter Jacobs besonderem Schutz steht, mit dem Dynamit, das schon einige Jahre übers Verfallsdatum ist, da rumläuft. Hurley, Jack, Sun oder Richard wäre unter Garantie nichts passiert. Aber vermutlich war es einfach mal wieder Zeit für einen toten Hauptcharakter und da der Rest in jeglicher Hinsicht noch benötigt wird, traf es die Figur, die für Insel und Autoren gleichermaßen entbehrlich ist.
Dass Hurley auf Michael hört, finde ich ziemlich bedenklich, denn warum sollte ausgerechnet der etwas tun, was im Interesse der Losties liegt? Ganz im Gegenteil, denn er sagt selbst, er säße auf der Insel fest für das, was er getan hat. Folglich ist die Insel wohl doch so eine Art Fegefeuer oder Vorhof zur Hölle, denn sie hält nicht nur den Mann in Schwarz fest und dient als "Korken", sondern ist auch Gefängnis für verstorbene Sünder (zumindest solche, die noch zu Lebzeiten mit ihr in Kontakt standen). Wenn dem so ist, dürfte Michael doch sehr daran gelegen sein, dass der Korken aus der Flasche fliegt und MiB die Insel verlässt, denn ist er frei, sind wohl auch die "Flüsterer" frei. Michael spielt MiB ganz eindeutig ins Blatt, denn nun sind die Kandidaten bei Ihm vereint (abzüglich Jin, der vielleicht gar keiner ist). Derzeit laufen auf der Insel nur noch vier Menschen rum, die eindeutig für Jacob spielen: Richard, Ben, Miles und Desmond. Wie ich Jacob kenne, sind die vier aber jetzt genau da, wo er sie haben wollte.
Was MiB über Charles sagt stimmt bis zu einem gewissen Punkt wohl. Aber wie vertrauenwürdig ist jemand, der einen in einen Brunnen wirft? Kann Desmond das überlebt haben? ich sag mal so: Wer wenn nicht Desmond?
Apropos Desmond: Der fährt nach einem kleinen Plausch mit Ben John übern Haufen, aber wie er so am Boden lag, hatte das doch etwas von seinem Fenstersturz. Desmond hat also schon einmal vier Schlüsselfiguren mehr im Visier oder zumindest getroffen: Hurley, Libby, John und Ben. Bei Libby stellt sich die Frage, ob sie in der Original-Zeitlinie wohl auch in der Psychiatrie war, weil sie dieses andere Leben sah, denn sie scheint irgendwie an dieser Grenze zwischen den Welten existieren und könnte deshalb noch wichtig werden. Es scheint fast so, als habe man uns da lange an der Nase herumgeführt, denn in der Alternativen Zeitlinie nimmt Libby neben Desmond derzeit die wichtigste Rolle ein.
Für einen ERSTEN Eindruck ist das wohl genug. Ich hoffe stark, dass ich diese Woche schneller mit der Review durchkomme. hatte letzte Woche nur beschissen viele Termine und einiges anderes zu tun - unter anderem die Mail an den Verlag für "Omega".
Wir lesen uns ;-)...

Dienstag, 19. Januar 2010

"God doesn't know." - die neue Review

Dave:

Ich hatte ja erwartet, dass ich zu dieser Folge unheimlich viel zu sagen hätte, aber so viel zu sagen, gibt es da dann doch nicht. Das Meiste erschließt sich mittlerweile nämlich ziemlich rasch von selbst. Außer einigen kurzen Szenen im Schwan dreht sich alles nur um zwei Personen: Hurley und Libby, die beide von der Insel geprüft werden. Hurley wird von der Insel mit Essen und eingebildeten Glatzköpfen (ich meine nicht John, obgleich der manchmal auch eingebildet sein mag und eine Glatze hat) geprüft und Libby, indem sie vor die Aufgabe gestellt wird, Hurley bei der Bewältigung seiner Probleme zu helfen.

Wie Hurley schon gegenüber Locke zugab, ist er kein Freund von Veränderungen. Er fürchtet halt, dass Veränderung auch Verschlechterung bedeuten kann. Sowohl auf der Insel als auch in Santa Rosa will Dave Hurley davon abhalten, sich zu verändern. Das Essen und Hurleys Fresssucht sind hierbei wohl eher symbolisch zu verstehen, da sie sein offensichtlichstes Problem darstellen, obwohl er damit nur ganz andere Probleme kompensiert.

Aber wer oder was ist Dave? Wir können nach Staffel 5 wohl davon ausgehen, dass Dave nicht wirklich pure Einbildung ist, sondern schlichtweg der erste „Geist“, den unser Sixth-Sense-Man sah. Dave will die Veränderungen an Hurley, die sowohl Brooks als auch Libby vorantreiben wollen, aufhalten, um... ? Ja, warum eigentlich? Ist Dave böse? Mag er Hurley wirklich so, wie er is(s)t? Ich schätze mal, dass Hurley für Dave die letzte existierende Verbindung zur diesseitigen Welt ist und er durch ihn zumindest annähernd das Gefühl hat, die Freuden des Lebens weiterhin erleben zu können. Er vermittelt Hurley stets eine „Carpe Diem“-Einstellung, weil er selbst nicht mehr in der Lage ist, Tacos und Cheeseburger zu essen. Vielleicht bereut er sogar, in seinem Leben nicht viel mehr Tacos und Cheeseburger gegessen zu haben. Gleichzeitig befürchtet er vermutlich auch, dass eine Veränderung in Hurleys Wesen dazu führen könnte, dass Hurley die Verbindung zur jenseitigen Welt verliert und somit auch Dave nicht mehr wahrnehmen könnte.

Bleibt die Frage, wieso er erst jetzt auf der Insel auftaucht? Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: es ist gar nicht Dave, sondern „Samuel“ in Daves Gestalt (wenn Dave tot ist, würde das ja durchaus passen), der Hurleys Tod herbeiführen will. Doch darf er ihn nicht einfach töten, da er nur jene töten darf, die gesündigt haben, weshalb er ihn zum Selbstmord bewegen muss. Jetzt fragen sich wohl einige, wieso er nur Sünder töten darf. Gehen wir davon aus, dass „Samuel“ das Monster ist, so hat er nur den Piloten, einen Söldner und Eko getötet. Eko tötete er jedoch erst, nachdem dieser sich weigerte zu bereuen. „Samuel“ kann vielleicht auch Jacob nicht töten, da der ohne Sünde ist, also braucht er jemanden, gegen den Jacob sich versündigt hat, ehe er Jacob aus dem Weg räumen kann. Denn wie allen Engeln, Dämonen oder Göttern ist es Jacob und „Samuel“ nicht möglich oder zumindest untersagt, den freien Willen eines Menschen außer Kraft zu setzen. Sie dürfen überreden, manipulieren und auf jede erdenkliche Weise Einfluss auf die Menschen nehmen, die auch anderen Sterblichen offen stünde. Sie dürfen aber nicht ihre göttliche Macht missbrauchen, um den Freien Willen zu brechen, außer der betreffende Mensch hat ihnen durch sein Verhalten einen treffenden Grund gegeben. „Samuel“ kann aber auch niemanden dazu bringen, Hurley zu töten, da die Zahlen ihn schützen, also muss er Hurley manipulieren, bis der aus freiem Willen Suizid begeht. Bei Jacobs Interesse an Hurley scheint diese Möglichkeit durchaus wahrscheinlich. Es würde auch zu den Prüfungen der Insel passen, denn Libby hat schon recht: kaum befreit Hurley sich, fällt mehr Essen vom Himmel.

Die andere Möglichkeit wäre, dass es sich wirklich um Dave handelt und Libby sein Erscheinen auslöst. Wir wissen, dass der Name von Libbys Ehemann David Smith war. Dave leitet sich von David ab. Sowohl in Santa Rosa als auch auf der Insel ist Libby in der Nähe. Vermutlich hing Davids Geist also in der Nähe seiner Frau rum, folgte ihr bis nach Santa Rosa und stellte fest, dass Hurley ihn sehen und hören kann. Was er aber nicht will, ist, dass Hurley was mit seiner Frau anfängt, also interveniert er, als sich eine Beziehung zwischen Hurley und Libby anbahnt. Vielleicht fürchtet er auch berechtigter Weise der Fluch der zahlen könnte zuschlagen und Libby töten, sobald sie Hurley zu nahe kommt.

Hurley hat Libby also gerade seine Fresssucht gestanden und als ebenfalls verrückte Psychiaterin hat sie natürlich Verständnis für Hurley und will ihm helfen. Wie herrlich gutgläubig und naiv Libby ist, zeigt sich als das Carepaket landet und sie allen Ernstes anregt, man könne doch einfach jeden das nehmen lassen, was er braucht. Schöne marxistische Einstellung hat unsere Libby da. Doch leider ist der Mensch für gewöhnlich ein von Natur aus raffgieriger Kapitalist. Sawyer hat das erkannt und denkt sich: Wenn ich schon im Kapitalismus lebe, dann auch auf der Gewinnerseite. Wiedereinmal prallen zwei Weltanschauungen aufeinander. Auf der einen Seite haben wir den auf Konkurrenzdenken und Gewinnmaximierung – also auf persönlichen Profit – ausgelegten Kapitalismus, der aber, wie sich derzeit überall auf der Welt wieder zeigt, selbst wenn genug Kapital da ist, nicht wirklich funktioniert. Dem entgegen steht ein hypothetisches Wirtschaftssystem, das nur funktionieren kann, wenn alle in der Gemeinschaft bereit sind, ihre eignen Wünsche etwas zurückzustellen, wenn sie dadurch der Gemeinschaft dienen können. In der Wirtschaft ist das Zauberwort stets „Güter“. Güter das sind sowohl das Privatvermögen des einzelnen als auch Produktionsgüter, die im Marxismus allerdings der ganzen Gesellschaft gehören, während sie im Kapitalismus Eigentum einzelner Privatpersonen sind. Wer besonders viele Güter hat, hat ein großes Kapital. Auf der Insel besteht Kapital allerdings nicht aus Geld, sondern aus Lebensmitteln, Waffen und Arzneien, denn das sind die raren Güter. Die Losties sind noch ganz und gar in ihrer kapitalistisch geprägten Denkweise aus Konkurrenzdenken und Übervorteilung verhaftet. Sawyer ist dafür das beste Beispiel. Tom ist der einzige Andere, der je von wirklichem Besitzdenken redet. Letztlich lassen die Anderen die Losties aber gewähren, denn wem gehören schon Früchte von wilden Baumbeständen, Wasser und dergleichen? Libby, Jack und Ben nehmen mehr als alle anderen Charaktere eine marxistische Grundhaltung ein. Bei Jack ist allerdings wie immer das Problem: was für andere gilt, gilt für ihn selbst noch lange nicht (das ist wohl mehr leninistisch, als marxistisch^^). Deshalb bleiben wir mal exemplarisch bei Ben und Libby. Ben meldet selten so etwas wie Besitzdenken an, was auch den großen Unterschied zu Charles ausmacht („The Island is mine and always was!“). In einer kleinen Gesellschaft wie der der Anderen funktioniert ein kommunistisches System auch ziemlich problemlos, denn sie sind tatsächlich aufeinander angewiesen und müssen dafür sorgen, dass sowohl die Bedürfnisse des Einzelnen als auch die des Kollektivs erfüllt werden. Ben ist stets bemüht die Grundbedürfnisse aller gleichermaßen zu erfüllen, was ihn bei vielen eher unbeleibt macht. Doch wie jeder Anführer kann er sich manchmal den Verlockungen seiner Macht nicht erwehren – wie man im Fall Goodwin sieht. Nichtsdestotrotz hat für Ben vor allem das Überleben der Gruppe oberste Priorität. Grund und Boden gehören in dem Sinne keinem, es gibt kein Geld auf der Insel. Es wird erwirtschaftet und verteilt. Libby geht davon aus, dass müsste bei den Losties doch genauso funktionieren. Doch sind die einfach noch nicht voll und ganz auf der Insel angekommen. Jeder ist noch immer auf seinen Vorteil bedacht. Wie wir wissen gibt sich das mit der Zeit und das Überleben der Gruppe rückt mehr in der Vordergrund. Aber wer ist auf der Insel unter den Losties am mächtigsten? Nicht der Vermögendste, denn Hurleys Millionen helfen ihm auf der Insel herzlich wenig. Auf der Insel hat der den größten Einfluss, auf den die anderen am meisten angewiesen sind: Jack ist als Arzt für jeden überlebenswichtig, ebenso John als Jäger und Überlebenskünstler. Sayid erhält Macht, sobald seine „technischen“ Fähigkeiten von Nutzen sind. Sawyer wird zum neuen Anführer, als es darum geht, den Dharma-Futzis was vorzugaukeln. Jin hat als Fischer auch Macht, was auch Sun zu einer gewissen Machtstellung verhilft, da sie sein Sprachrohr darstellt. Dass auch solche, die scheinbar unwichtig sind, Macht unter den Losties erlangen können, konnten wir an Arzt gut beobachten: er wusste etwas, das die anderen nicht wussten, und plötzlich war er wichtig.

Zurück zu Hurley und Dave: Dave nickt Hurley sehr bedeutungsschwanger zu und dann ist er auch schon ab durch die Hecke. Hurley bleibt nur ein Slipper. Also mal wieder ein Schuh. Diesmal hängt er nicht im Baum, guckt nicht unter Trümmern vor und es ist auch nicht John, dem dieser Schuh nun fehlt, nein, diese Latschen gehört zu Dave und damit hat er mir den anderen bedeutsamen Schuhen eines gemein: er gehört einem Toten.

Die Insel testet Hurley also ähnlich wie auch Charlie. „Sure, okay. Pretty weird, huh? So the Island won't let you lose weight. You destroy your stash, then BANG: more food falls from the sky.“ („Sicher, okay. Ist schon ziemlichmerkwürdig, hä? Die Insel will also nicht, dass du Gewicht verlierst. Du vernichtest dein Versteck und PENG: Mehr Essen fällt vom Himmel.“) Das ging Charlie mit dem Heroin ähnlich. Die Tests der Insel enden nicht einfach, man muss es selbst beenden. Und alles, was bis dahin passiert, ist Fortschritt.

Und da Eko und Charlie gerade mit dem Kirchenbau beginnen und es auch sonst gut in die Folge passt – wie ihr noch merken werdet – bleiben wir mal direkt religiös: In nomine Jakobi, et Benjaminis, et Insulae Sanctae. Amen. Es steht geschrieben im Heiligen Lindelof Evangelium Kapitel 4 Vers 23-42, dass Hurley mit einem Schuh in der Hand nach Dave suchte und stattdessen Fischcracker fand. Als er dieses ihm bereitete Mahl zu sich nahm, erblickte er Dave und verkündete die frohe Botschaft: „Youuummmm n’t he’e!“ („Du ...mmmmh... bi’d ni’t hie’“) AMEN! Dave hingegen sprach nicht und warf stattdessen eine Kokosnuss nach dem Haupte des Propheten. „Aua!“, sprach der Prophet und folgte dem infamen Kokosnuss-Werfer, dessen Haupt auch aussah wie eine Kokosnuss, in den Dschungel. Doch so führte Dave den Propheten zu dem Felsen, auf dem Eko, ein rechtschaffener Mann, der nur 42 Leute umgebracht hatte, seine Kirche, ein Haus Gottes, baute. Dort verkündete nun Charlie, er habe einen Eisbären des Herren auf Rollschuhen erblickt. Amen.

Doch höret nun die frohe Botschaft von unserem Messias, der erschoss die Lahmen und Fußkranken – oft mit mäßigem Erfolg. Was als kleiner Scherz begann kommt nun recht nah an die Realität, denn, wenn ich so gucke, wie Ben da so hängt, erinnert mich das doch an irgendwen... wartet! Sagt nichts! Ich komm gleich drauf! Während ich nachdenke, gucken wir mal nach einem Fußkranken: John Locke. Der Arme muss sich nämlich von Jack verarzten lassen. John hat’s echt nicht leicht im Leben! Nierenklauende Väter, einige Jahre im Rollstuhl... kann man alles verschmerzen, aber: Jack als Arzt? Oh, Gott! Dann doch lieber Dr. House oder Dr. Mabuse oder Dr. Frankenstein...oder Dr. No.

Als John im Krankenbett liegt wird sein Fuß aus der gleichen Kameraperspektive gezeigt wie direkt nach dem Crash, wodurch die Parallelen zwischen den beiden Situationen ebenso verdeutlicht werden, wie die offenkundigen Unterschiede. Was ich aber mal wieder viel bemerkenswerter finde ist Jacks plötzlicher Sinneswandel bezüglich „Henry“. Mit unglaublicher Sicherheit bekräftigt er John gegenüber, „Henry“ wäre nur nicht geflohen, weil er geglaubt hätte, dass seine Geschichte funktioniert. Dieses Übermaß an Gewissheit würde ich mal wieder als Indiz für die Zeitschleifen-Hypothese werten, denn Jack verhält sich plötzlich so wie dann erst wieder Wochen später, so als würde er Ben schon ewig kennen.

Womit wir wieder beim Insel-Messias wären und nun ist mir auch der Name von dem anderen Knilch wieder eingefallen: Brian aus „Das Leben des Brian“. Okay....gewisse Parallelen zu diesem Jesus bestehen sicherlich auch... . Ben fehlt eigentlich nur noch das Kreuz im Hintergrund, dann wäre das Bild perfekt. Die kleine, rasch enttarnte Lügenstory, die Baron Linushausen Sayid jetzt auftischt, will ich gar nicht weiter vertiefen. Sie demonstriert nur mal wieder Bens Einfallsreichtum und seine Intelligenz. Sayid kommt ihm hier wiederholt nur durch einen verdammt glücklichen Zufall auf die Schliche, aber das zeichnet einen guten Detektiv wohl aus: er muss an das denken, woran sein Gegenüber trotz allem nicht gedacht hat.

Daraufhin „verplappert“ sich Ben und ihm rutscht ganz aus Versehen ein „er“ raus. Tja, jetzt kommt die Story vom großen Unbekannten. Der Anführer der Anderen ist Ben selbst, also erfindet er mal rasch ein bedrohliches Schreckgespenst, eine Mischung aus sich selbst, Jacob, Charles Widmore und Darth Vader. Denn dieser „Er“, von dem Ben hier angsterfüllt spricht, existiert nicht. Weder Jacob noch Ben selbst würden den Tod eines der Ihren anordnen, nur weil er unter Folter und Todesdrohungen eingeknickt ist – was auch passiert ist, ist passiert – eine Bestrafung á la Darth Vader nützt dann auch nichts mehr. Ben dämonisiert sich selbst, weil er einmal als angeblicher Untergebener auf Mitleid der Losties hofft und außerdem, um für später so schon mal ein Bild von sich selbst in ihren Köpfen festzusetzen, dass sie mit genug EhrFURCHT erfüllt, damit sie ihm nicht ohne weiteres gefährlich werden. Das ist wohl eines der wenigen Beispiel für einen Plan Bens, der nicht einmal ansatzweise von Erfolg gekrönt wäre. Daher sattelt er, als Sayid ihn mal wieder erschießen will (würde er in „He’s Our You“ nicht treffen, wäre ich geneigt zu sagen: langsam wird’s langweilig^^), auf eine andere Taktik um und ruft weinerlich: „I’m not a bad person!“ („Ich bin kein schlechter Mensch!“) Tja, ein Hoch auf die Vorurteile. Ben ist ein Anderer – das ist alles, was Sayid noch interessiert. Bens ewiger Fluch ist wohl, dass keiner seine einmal gefasste Meinung über ihn revidiert (da schließe ich mich selbst keineswegs aus ;-) ). Dank Ana erschießt Sayid statt Ben nur die Wand – das hat er von Greedo gelernt. Ab und an ist Ana ja dann doch mal zu was gut. Jack ist vom Geschehen überraschender Weise nicht sehr überrascht und schließt Locke, als der wissen will, was passiert ist, mal wieder munter aus allem aus – frei nach dem Motto: „Dein Bein ist gebrochen, also halt dich da raus, denn ich bin Jack Shephard und mein Wort ist Gesetz!“

Und wo wir schon bei verrückten Patienten und ihren noch verrückteren Ärzten sind, können wir ja mal gut gelaunt (und verrückt) nach Santa Rosa zurückkehren, wo Lennard Hurley gerade im VIER-Gewinnt abzieht. „4 8 15 16 23 42 4 8 15 16 23 42 4 8 15 16 23 42“ (übersetzt so viel wie: „4 8 15 16 23 42 4 8 15 16 23 42 4 8 15 16 23 42“). Gebt Lennard ein Megaphon, legt einen lauten, schnellen Beat drunter und fertig ist der neue Hit von Scooter. Obwohl? Nein, der Text ist für die zu anspruchsvoll.

Dave klärt Hurley derweil darüber auf, dass Sellerie KEIN Snack ist und damit hat er ja nun irgendwo recht. Auch überredet Dave Hurley dazu, die Tabletten nicht zu nehmen. Die Gründe für beides haben wir – denke ich – hinreichend geklärt. Dr. Brooks kommt zumindest vorbei und schießt sein Foto und da frag ich mich doch, ob Dave da nicht schon geahnt hat, wie das Ende vom Lied aussieht. Aber wäre er aus der Rolle gefallen, hätte die Story mit Photoshop wohl keine Früchte tragen können.

Zurück auf der Insel vermöbelt Hurley Sawyer, nachdem der ihn verarscht hat. Ben ist wohl nicht der einzige, der in dieser Serie regelmäßig aufs Maul kriegt. Außerdem hat Hurley Norman Bates einen Satz geklaut, den man ausnahmslos von Leuten zu hören bekommt, die nicht mehr ganz rund laufen oder wie Locke sagte „Verrückte wissen nicht, dass sie verrückt werden – die denken, sie sehen endlich klar.“: „I’m not crazy!“ („Ich bin nicht verrückt!“) Kate ist später sehr belustigt, als sie von dieser Anekdote erfährt.

An dieser Stelle kurz mein Lieblingsdialog dieser Folge, der im übrigen sehr schön zweideutig ist: „I'm just going to live alone and be one of those guys... you know, the crazy guys with a big beard and no clothes, who's naked and throws doodie at people.“ – „Hurley, you don't have to do this.“ („Ich werden einfach alleine leben und sein wie einer dieser Typen... du weißt schon, diese verrückten Typen mit einem buschigen Bart und ohne Kleider, die nackt sind und mit Kacka nach Leuten werfen.“ – „Hurley, du musst das nicht tun?“ – im übrigen kannte mein Word das Wort „Kacka“ nicht und bot mir stattdessen „Kafka“ an; dem armen Mann bleibt auch nichts erspart^^) Ich frag mich einfach: Worauf bezieht Libby dieses „du musst das nicht tun“? Auf das nackt Rumlaufen? Auf das Werfen mit Stoffwechselendprodukten? Auf das in den Höhlen leben (lustig wäre, wenn sie es nur auf diesen einen Punkt bezogen hätte)? Auf das volle Programm?

Hurley macht also den Sayid und will das Lager verlassen – mit Erdnussbutter. Was haben die in dieser Serie nur immer mit ihrer Erdnussbutter? Vermutlich hängt die Lösung irgendeines großen Geheimnisses damit zusammen. Vielleicht hat „Samuel“ ja eine Erdnussallergie und Ben kippt ihm am Ende von Staffel 6 so ein großes Glas Dharma-Peanutbutter über die Rübe (Manoj Night Shyamalan lässt schön grüßen – zum wiederholten Male in dieser Review, aber wenigstens mal mit „Signs“ statt mit „The Sixth Sense“ ).

Wo diese Erdnussbutter endete, wissen wir: da freuen sich bald irgendwelche Eisbären drüber. Wieder verkündet Hurley, Dave sei nicht hier; wieder hat er den Mund dabei voll und deshalb versteht man wieder nur die Hälfte.

Das nächste Flashback zeigt uns ein Einzeltherapiegespräch Hurleys bei Dr. Brooks. Es geht um Hühnchen, Balkone, Fresssucht, die Zahlen 23 und 8... ach und über imaginäre, glatzköpfige Bandemantelträger. Interessant an der Geschichte mit dem Unfall ist einzig und allein die Tatsache, dass Hurley bereits glaubte, für anderer Leute Pech verantwortlich zu sein, ehe er im Lotto gespielt hatte. Wäre es da nicht denkbar, dass die Zahlen nur eine Projektionsfläche, ein Sündenbock für Hurley sind und es tatsächlich keinen Fluch gibt. Was wäre also, wenn die Zahlen einfach eine Seriennummer waren, übernommen wurden für den Computer und Hurley so besessen von den Zahlen war, dass er tatsächlich das Tonband für den Funkturm besprochen hat. Der größte Knalleffekt, den man bezüglich der Zahlen bringen könnte, wäre es letztlich, gar keinen zu bringen ;-). Brooks gibt also Hurley zu verstehen, Dave würde nicht existieren. In der Tat interagiert Dave in Santa Rosa (anders als auf der Insel) nie mit der Umgebung: beim Basketballspiel bekommt er nie den Ball, beim Vier-Gewinnt sitzt er daneben, tut aber nicht und bei der Flucht handelt stets Hurley (Lasagne, Schlüssel klauen, Aufschließen des Fensters etc.). Auf der Insel hingegen wirft Dave zumindest mit Kokosnüssen und verliert Pantoffeln. Ebenso streitet Insel-Dave gar nicht ab, ein Aspekt von Hurleys Fantasie zu sein. Es gibt also schon signifikante Unterschiede zwischen dem Insel-Dave und dem Flashback-Dave.

Insel-Dave versucht zumindest Hurley davon zu überzeugen, dass die ganze Schose nur ein wirrer Traum ist und führt ihn zu einer Klippe, wo er gerne das Ende von „Vanilla Sky“ mit Hurley nachspielen will. Gleichzeitig wird hier aber auch eine Parallele zum Fenster im Flashback aufgebaut. Beide Male springt Dave hindurch bzw. hinüber und will, dass Hurley ihm folgt. Außerdem darf natürlich auch einer unser aller Lieblingssätze nicht fehlen und so verabschiedet Dave sich vor seinem Fall von der Klippe mit einem herzlichen: „See you in another life, Hurley.“ („Seh dich in einem anderen Leben, Hurley.“) Als Libby auftaucht, schmettert Hurley gleich den nächsten Lost-Standard-Satz raus: „You don’t know me!“ (Mal ehrlich muss ich das noch übersetzen?) Libbys Argumente, die Hurley davon überzeugen sollen, dass die Bekloppteninsel real ist, hinken allerdings gewaltig, denn jeder dürfte es schon mal erlebt haben, dass in einem sehr realen Traum, das Gehirn einem Streiche spielt und man dann von seinen eigenen Gedanken überrascht wird. Also nur weil Libby etwas weiß, das Hurley selbst nicht bewusst ist, muss er noch lange nicht träumen. Denn das ist ja das fiese an Träumen: sie existieren wie jede Sinneswahrnehmung vor allem im Gehirn. Einfaches Beispiel: Nehmen wir nur mal hypothetisch an, das Gehirn eines Menschen verarbeitet Blau als Rot und Rot als Blau, dann würde er trotzdem nie merken, dass er es anders wahrnimmt, weil er ja gelernt hat eine bestimmte Farbe, auch wenn er sie als Rot wahrnimmt, als Blau zu bezeichnen und jeder wird ihm recht geben: „Ja, das ist blau!“ Denn keiner weiß ja, dass er in Wahrheit das sieht, was sie alle als Rot kennen und es würde keinen Unterschied machen, denn der Gegenstand ist trotzdem blau ;-)

Zum Schluss sehen wir noch Libby in der Psychiatrie. Wenn ihr mich fragt: etwas unglaubwürdig, dass Hurley sich nicht an sie erinnern kann. Eine Situation wie sie in einer Psychiatrie oder auch auf der Insel vorherrscht, schweißt Menschen zusammen – nur in wenigen Tagen lernt man sich in so einer Situation besser kennen als andere Menschen, die 10 Jahre zusammen zur Schule gegangen sind. So jemanden vergisst man nicht.

Schauen wir zu guter letzt noch nach John und Ben, die im Schwan ein durchaus erhellendes Gespräch führen. „What's your name, your real name?“ – „Why don't you just keep calling me ‚Henry’? I've gotten used to it.“ („Wie ist dein Name, dein richtiger Name?“ – „Warum nennst du mich nicht einfach weiter ‚Henry’? Ich hab mich dran gewöhnt?“) Okay, das meinte ich jetzt weniger, wobei... klingt da nicht schon der dezente Wunsch an, lieber jemand anders zu sein. Wäre Ben vielleicht ganz froh, wenn er nicht Jacobs Mann fürs Grobe wäre, sondern einfach nur Henry Gale aus Minnesota? Nichtsdestotrotz meinte ich eigentlich eine andere Stelle, also John, Ben, jetzt mal Butter (Bitte, keine Erdnussbutter! – nicht schon wieder...) bei die Fische. „Did you get caught on purpose? You and your people have been here for God knows how long, and you got caught in a net...“ („Hast du dich absichtlich fangen lassen? Du und deine Leute seid hier seit Gott weiß wann und du lässt dich von einem Netz fangen...“) Jaaaaha, jetzt kommen wir der Sache schon näher. John beweist, dass nicht nur seine Messer scharf sind, sondern auch sein Verstand – nur ist ein geistiges Duell mit Ben für ziemlich jeden so, als würden man einen Vierjährigen gegen einen der Klitschkos in den Ring schicken. Nichtsdestoweniger hat John ins Schwarze getroffen: Kein Anderer – und Ben schon gar nicht – würde sich jemals von einer von Danielles Fallen schnappen lassen; vor allem, wenn man bedenkt, dass die ihre Fallen seit 16 Jahren baut und Ben erst genau jetzt hineintappt. Ben geht allerdings auf einen ganz anderen Teil von John Aussage ein und sagt den Satz der Sätze: „God doesn't know.“ – „Excuse me?“ – „God doesn't know how long we've been here, John. He can't see this Island any better than the rest of the world can.“ („Gott weiß es nicht.“ – „Wie bitte?“ –„Gott weiß nicht, wie lange wir schon hier sind, John. Er kann diese Insel kein bisschen besser sehen als der Rest der Welt es kann.“) Boing! (ich habe lange nach einem anderen Wort gesucht, aber dieses erfasst es einfach am besten^^) Ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl? Ich habe mehr das Gefühl, dass Ben uns hier gerade den kompletten Zaun um die Ohren gepfeffert hat. Gott weiß es nicht, Gott hat mit der Insel nichts zu tun, kann sie nicht einmal sehen. Gott greift auf der Insel nicht ein. Die Insel – das ist eine Sache zwischen Jacob und „Samuel“. Auf der Insel existiert Gott nicht, sie gehorcht ihren eigenen Gesetzen. Damit John nicht zu lange darüber nachdenkt und nun vollends verwirrt wird, gibt Ben ihm dann den Rest: „May I ask you a question? What possible reason could I have for putting myself through all this?“ – „Maybe your people were looking for this place.“ („Darf ich dir eine Frage stellen? Welchen Grund sollte ich haben, mich selbst in so eine Situation zu begeben?“ – „Vielleicht haben deine Leute nach diesem Ort gesucht?“) Nicht schlecht, John, doch nun holt Benjamin Klitschko zum K.O.-Schlag aus: „This place? This place is a joke, John.“ („Dieser Ort? Dieser Ort ist ein Witz, John.“) John Locke ist am Boden und wird angezählt – 4 – 8 – 15 – 16 – 23 – „What are you talking about?“ („Wovon sprichst du?“) – argh – 42 – das war’s. Benjamin Linus gewinnt mit einem klaren Knockout in der vierten Runde.

Das, was Ben John jetzt auftischt, brauchen wir nicht zu wiederholen. Die Frage ist nur der Zweck dieser Story, bei der Bens Nase so lang werden müsste, dass sie am anderen Ende der Insel wieder rauskommt und Jacob beim Frühstücken stört. Ben sollte wohl klar sein, was passiert, wenn John die Probe aufs Exempel macht. Ich schätze, er will John testen, seinen Glauben einer Probe unterziehen.

John denkt völlig richtig, dass Ben lügt. „No, I'm done lying.“ – der Tag wird niemals kommen^^.

Montag, 21. Dezember 2009

Slosties: Girls-Day

Die heutigen Slosties sind drei Damen gewidmet, die es alle nicht über die zweite Staffel hinaus geschafft haben. Eine wurde sogar von einer anderen dieser drei erschossen - die anderen zwei sind auf Michael getroffen bzw. er hat sie getroffen (ich liebe Wortspiele). Um wen könnte es anders gehen als um Shannon, Libby und die eine, deren Namen ich nicht mehr sage^^


Shannon
"Aaaaaaah, meine Frisur ist total durcheinander...
apropos 'durcheinander': L.A. ist auch nicht mehr das,
was es mal war!"


"Sunshine....sunshine... wenn nur diese anderen nicht wären..."


"Ich versteh kein Wort... aber irgendwas muss ich ja sagen...
öhm... ich sag einfach, es wären alle tot, dann brauchen wir
auch nicht suchen."


Muss wohl irgendwie in der Familie liegen




Elizabeth "Libby" Smith
"Also irgendwie machen diese 'Bonbons' mich voll müde"


Das passiert übrigens, wenn man die falschen Pillen schluckt


"Ich bin voll Anderen-geschädigt, aber sonst geht's mir prima"


"Ich kann euch allen in die Köpfe gucken - hihi"




Ana-Lucia Cortez
"Fernseher auf dem Boden legen und die Hände dahin,
wo ich sie sehen kann. Okay, und jetzt schiebst du
den Fernseher ganz vorsichtig zu mir rüber"


"Wenn ich dich nicht kenne, gibt's eine gepaddelt.
Wenn du mich doof anguckst, gibt's eine gepaddelt.
Wenn du zwei Stunden pinkeln gehst, schon paddel ich dir eine.
Paddeln mit einem Ruderboot - das bedeutet 'Paddeln'
im eigentlichen Sinne."


"Ich bin irre und bewaffnet!"