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Freitag, 12. Februar 2010

Gastbeitrag von Code14J: "?"

Ehe ich die Review zu "What Kate Does" in Angriff nehme, wollte ich euch noch den (vorerst) letzten Gast-Beitrag von Code14J präsentieren. Wie auch bei der letzten hab ich mich mal mit Zusatzbemerkungen stark zurückgehalten und das Meiste unverändert (von Korrekturlesen abgesehen) übernommen.




Hi an Alle,

Im Voraus möchte ich mich erstmal herzlich bei Anubis2705 bedanken (Anubis zitiert hier Jens Maul: "Schläimär" ;-) ), der mir, und ich bin mir sicher auch allen anderen Leserinnen und Lesern, das ewige Warten auf Staffel 6 deutlich verkürzt hat. Durch meine hier nun erste verfasste Review einer ganzen Lostepisode bekomme ich erst jetzt zu spüren, was Du Dir für eine Mühe und Arbeit mit diesem Blog Tag für Tag machst. Super! Danke dafür und weiter so!

Nun aber zur eigentlichen Rezension der Episode „?“. Dieses Satzzeichen steht in vielen Sprachen, deren Schriften auf dem lateinischen Alphabet beruhen, am Ende eines Fragesatzes, außerdem wohl aber auch vor vielen Köpfen nach dem Schauen einer neuen Lostfolge. In dieser Episode dient das Fragezeichen als Leitfaden, der sich über die ganzen 42 Minuten erstreckt. Die Folge beginnt wie bereits auch schon „Raised by another“ oder „Everybody hates Hugo“ mit einem Traum. Eko ist damit beschäftigt seine Kirche weiterzubauen, als Ana-Lucia erscheint. Sie fragt ihn, warum er eine Kirche erbaute, worauf Eko antwortet: „I was just told. I think it was in a dream“ („Weil es mir einfach nur gesagt wurde. Ich glaube es war ein Traum“). Träume haben bei Lost bekanntlich eine besondere Bedeutung. Sie führen auf neue Wege, geben Anweisungen und helfen damit der oder dem Träumenden bei seinem/ihrem Vorhaben weiterzugelangen. Ob das nun immer der richtige Weg ist, wissen wir nicht, denn was bei Lost richtig oder falsch, gut oder böse ist, erfahren wir wohl erst Ende Mai. (ich hoffe du meinst 2010^^) Nun ist die große Jackpotfrage wer oder was wahrscheinlich hinter den Phantasiegebilden stecken könnte...? Richtig! Wie immer eigentlich; 90% Trefferchance^^. Man kann wohl die Theorie aufstellen, dass die zwei Rivalen Jacob und „Samuel“ ihre Finger da mit im Spiel haben, und durch die Träume versuchen ihre Schachfiguren auf ihre eigenen Wege zu leiten, sie zu manipulieren. Wie wir in der Episode „Cabin Fever“ erfuhren, hatte zum Beispiel auch Ben viele Träume (Ben zu Locke: „I used to have dreams“). Diese gingen wohl hauptsächlich, wenn nicht komplett, von Jacob aus (es sei denn jemand hat ihm mal in seinem Traum befohlen Locke umzubringen, dieser ginge dann wohl eher von „Samuel“ aus^^). In der Szene bevor Ben dies zu Locke sagt, hatte Locke einen sehr interessanten Traum, der ihn zu „Jacobs Hütte“ führte. Da davon auszugehen ist, dass der eigentliche Bewohner dieser Hütte nicht (mehr) Jacob heißt, lässt es also vermuten, dass es sich hier um einen von „Esau“ manipulierten Traum handelte. Träume können also sowohl von Jacob als auch von "Samuel" Nachrichten beinhalten. Und um nun nicht direkt am Anfang komplett von der eigentlichen Episode abzudriften komme ich mal wieder auf Eko zurück. Was Ekos Traum, der ihn dazu führte eine Kirche zu bauen, angeht, ist der Zuschauer nach fünf Staffeln leider immer noch unwissend darüber, welcher der beiden Konkurrenten Eko dazu brachte, da die Kirche nicht zu Ende gebaut wurde und sonst auch keine weitere Nutzung erfuhr. Vielleicht erfahren wir das ja noch in Staffel 6. Wie es jedoch nun mit Ekos Traum am Anfang von „?“ aussieht, will ich nun versuchen detailliert herzuleiten.

Dazu versuche ich nochmals den Traum zu beschreiben: Wie schon erwähnt erscheint Eko die bereits in der vorherigen Episode verstorbene Ana. Als diese dann mit ihrer Schusswunde zu sehen ist und aufklärt, dass es sich hierbei um einen Traum handelt, sind nach ihren Worten („You need to help John“ /„Du musst John helfen“) winzige Bildausschnitte von Ereignissen aus Ekos Leben in sehr schneller Abfolge zu sehen, die ich (durch die unglaubliche super Funktion des VLC-media-players ein Video x-mal langsamer abzuspielen^^) alle erkennen konnte und daher versuche diese kurz so zu beschreiben, dass sich jeder ungefähr das richtige Bild machen kann. Das erste Bild ist zugleich auch für Eko ein besonderes „erstes Bild“, denn das ist wohl das erste, was er nach dem Absturz von Flug 815 zu sehen bekam: Er ist im Wasser mit Blick auf den Strand und um ihn herum sind Leichen. Im zweiten Bildausschnitt ist das Monster zu sehen, dann wieder eine Leiche im Wasser. Anschließend ist das Bild von seiner Kette auf dem nigerianischen Boden zu sehen, also die Szene kurz nachdem er zum ersten Mal jemanden tötete und kurz bevor Yemi die Kette an sich nahm. Das nächste Bild ist sein Blick aus dem Busch, als er mit Jin die barfüßigen Anderen vom Knie an abwärts sieht. Wir haben es also bisher mit Bildausschnitten aus der nahen Vergangenheit(auf der Insel), aber auch mit welchen aus der entfernten Vergangenheit (aus seiner Kindheit) zutun. Jedoch ist sein nächstes, wohl auf den ersten Blick sehr unbedeutendes Bild eines aus der Zukunft. Zu sehen ist lediglich ein Feuer, doch ich habe zufällig erkannt, dass es ganz genau so in dieser Folge später wieder zu sehen ist. Hier der Beweis^^:








Links das Feuer aus Ekos Traum und rechts später als er mit John „pausiert“


Im nächsten Bild sieht man Jin mit verbundenen Augen, wie er von den Tailies gefangen gehalten wurde, danach die Szene, in der Eko zum ersten Mal die Marienstatuen zu Gesicht bekommt. Dann sehen wir Eko und Charlie vor der brennenden Beechcraft, Yemi in seiner Kirche, das Logo der Pfeilstation, eine Bibel in Ekos Händen, Ekos Stock, den Kopf des Drogenschmugglers im Dschungel und anschließend eine Nahaufnahme von Locke. Danach ist folgendes sehr interessantes Bild zu sehen:













Auf den ersten Blick ist Eko hinter dem Rauch des Monsters zu sehen, jedoch erkennt man bei genauerem Hinsehen Yemis Kopf in dem Rauch. Es handelt sich hierbei wohl um die Szene aus „Psalm 23“, in der Eko dem Monster gegenübersteht. Es ist wohl anzunehmen, dass Yemis Kopf in dem Monster Ekos Erinnerung darstellen soll. Es hat dadurch auch eine Ähnlichkeit zu Bens Begegnung mit dem Monster in „Dead is dead“, denn beide fühlen sich schuldig für den Tod des Menschen, den sie im Rauch sehen. Sie werden also durch die Bilder im Monster daran erinnert, was sie Schlimmes getan bzw. unterlassen haben. Sowohl Ben als auch Eko bitten dadurch um Vergebung, und tun somit alles, was ihnen von den jeweiligen Träumen und Visionen (in Ekos Fall also Yemi, in Bens Alex) gesagt wird, was schließlich bei Ben zum Tod von Jacob führt und bei Eko in dieser Folge zur Entdeckung der Perle. Der Ein oder Andere kann wahrscheinlich nun schon erahnen auf welche Person ich hinaus will, jedoch dazu später mehr.

Nun erstmal zu den letzten Bildausschnitten in Ekos Traum: Im nächsten Bild sehen wir wieder die Kette, dieses Mal an Yemis totem Körper, danach die abhebende Beechcraft, dann das Auto der Soldaten aus der gleichen Szene, Yemi als er erschossen wird, Pierre Chang im Orientierungsvideo der Schwanstation und zu guter Letzt dessen Logo.

Nun befindet sich Eko in der Station. Sein Bruder Yemi sitzt am Computer und sagt ihm, dass die Arbeit, die dort verrichtet wird, sehr wichtig ist: „It is more important than anything!“ („Es ist wichtiger als alles andere!“). John habe seinen Weg verlassen und daher müsse er Eko zum Fragezeichen führen. Auf dem Countdownzähler erscheinen nun die schwarzroten Felder, aber statt der Hieroglyphen sind darauf Fragezeichen abgebildet. Die Tasten des Computers sind ebenfalls Fragezeichen. Während Yemi weiter auf Eko einpredigt („There are many distractions, brother, but you must move past them.“/„Es gibt viele Hindernisse, Bruder. Aber du musst sie umgehen.“), fängt die Station an zu beben. Nach einem „Eko, bring the Axe!“ („Eko, nimm die Axt mit!“) wacht dieser auf und begibt sich daraufhin auf den Weg zur Schwanstation, um John zu suchen.

Genau dort hin wollen zur gleichen Zeit auch Kate, Sawyer, Locke und Jack. Auf dem Weg dorthin versuchen sie wieder einmal einen Verantwortlichen zu suchen, der daran schuld ist, dass Ana-Lucia nun eine Waffe hat um "Henry" zu töten, als ihnen am Eingang auch schon Michael entgegen kommt, der daraufhin seine fast perfekte Lüge erzählt. Wie wir alle wissen, sollte es so aussehen, als hätte "Henry" Ana und Libby umgebracht und Michael nur am Arm getroffen und sei daraufhin geflohen. Jedoch für Micheal dann zurück in der Station die erschreckende Nachricht: Libby lebt! Hauptkommissar Jack fängt sofort mit der Befragung des Zeugen an und will sich auf die Suche nach "Henry" machen. Als Sawyer ihn daran erinnert, dass er eigentlich Arzt ist, schlägt Eko vor, sich mit John auf die Suche zu machen. Nun beginnt also die Reise der Men of faith's zum mysteriösen Fragezeichen. Trotz allen Bemühungen stirbt Libby letztendlich am Ende dieser Episode.

Eko fragt Locke sofort nach dem Fragezeichen und als dieser nicht kooperiert, schlägt Eko ihn nieder. Hier ist eine weitere Gemeinsamkeit der Beiden, neben dem Glauben an eine höhere Instanz, zu erkennen. Sie haben die gleiche Art jemanden zum Mitgehen zu überreden (beziehungsweise in diesem Fall zu zwingen), wenn dieser nicht will, mit dem einzigen Unterschied, dass Locke freundlicher Weise, während sein „Opfer“ ohnmächtig ist, schon eine seiner Zauberpasten gegen die Wunde angerührt hätte. Nun wacht Locke also ohne Paste in seinen nicht vorhanden Haaren auf und teilt daraufhin sein Wissen mit Eko, indem er ihm seine anhand Erinnerungsfetzen gezeichnete Karte reicht. Somit kann Eko die Lage seines gesuchten Fragezeichens ausfindig machen und beide machen sich auf den Weg.

Die Karte führt sie letztendlich zur Beechcraft, wohin Locke auch schon beim ersten Mal ein Traum hinführte. Er erzählt Eko die Geschichte mit Boone und beendet sie mit seinen bereits bekannten Worten „A sacrifice that the Island demanded.“ („Ein Opfer, das die Insel verlangte.“). Als Locke ihn fragt was nun zutun sei, antwortet Eko: „Get some sleep, and wait for further instruction.“. Anweisungen von wem? Etwa Anweisungen von jemandem, von dem auch Locke drei Staffeln später genau am gleichen Platz Anweisungen erhält? Mich wundert es etwas, dass dir der Ausdruck "further instruction" nicht auffällt - war schließlich der Titel, der Episode, in der John in seiner Schwitzhütte (Wer chats erfunden?) sitzt, Halluzinationspampe lutscht und den Auftrag erhält, Eko zu finden [Anubis2705]

Tatsächlich hat in jener Nacht Locke einen Traum. Er selbst schläft in seinem Traum nur, die „Hauptrolle“ spielt Eko. Dieser sieht wieder seinen Bruder und folgt ihm. Er klettert die Klippe hoch und sieht oben angekommen Yemi im Rollstuhl. Als dieser sagt „Wake up John“, stürzt Eko ab. Als John daraufhin aufwacht ,erzählt er Eko, dass er in seinem Traum selbst die Klippen hochgeklettert wäre, denn für Locke hat es nun den Anschein, als würde sich Vergangenes erneut genau gleich abspielen: Eko würde von der Klippe abstürzen und dabei ums Leben kommen. Denn auch schon Lockes erster Traum, der ihn zur Beechcraft führte, deutete daraufhin, dass Boone stirbt (Boone war blutüberströmt zu sehen). Zudem kann Locke auch dieses Mal nicht laufen und ist so nicht in der Lage, selbst hinaufzuklettern. Daher macht sich Eko auf den Weg. Er schafft es auch ohne sich dabei zu verletzen und entdeckt von dort oben etwas Erstaunliches: Hinter dem Flugzeug ist ein Kreis in dem hohen Gras zu erkennen. Er erinnert irgendwie an einen anderen Kreis, der dazu dient jemanden abzuhalten, jedoch wurde für diesen Kreis keine Asche, sondern Salz verstreut, damit das Gras an den jeweiligen Stellen nicht mehr wachsen kann. Er dient aber wohl tatsächlich nur als Zeichen, damit man die Stelle von oben sehen kann, denn mit dem Punkt, auf dem zu der Zeit noch das Flugzeug liegt, bildet das Ganze ein Fragezeichen. Aber wer wollte so ein Fragezeichen machen und vor allem wer sollte es von dort oben erkennen? Hier kann sich wohl besser jeder selbst seine Theorie zusammenspicken. Meine Idee ist folgende: Wie wir wissen, hat Radzinsky die Karte auf der Feuerschutztür, die Locke versucht hat abzuzeichnen, entworfen. Es gibt nun also zwei Möglichkeiten: Er hat die Mitte seiner Karte wegen dem sich dort befindendem Kreis mit einem Fragezeichen versehen, oder aber er setzte das Fragezeichen tatsächlich, weil er eben nicht wusste was sich dort befand, nur mutmaßte, dass dort etwas sei, und das Zeichen erst nach dem Entwurf der Karte, eben grade wegen Radzinskys Fragezeichen dort hingemacht wurde. Vielleicht hat ja Radzinsky selbst beide Zeichen gemacht, um der Nachwelt eben zu zeigen, dass sich dort eine Station befindet. Und als er dann in die Station selbst hineinging und von dort an dachte, er wäre die letzten Jahre nur noch ein Versuchsobjekt gewesen, brachte er sich selbst um.

Eko und Locke waren jedenfalls so schlau, die Zeichen lesen zu können und schoben daher das Flugzeug zur Seite, um in die Station hineingehen zu können. Unten angekommen finden sie Bildschirme mit Live-Übertragungen vom Schwan vor, aber ebenso merken sie auch, dass sie selbst gefilmt werden. Locke druckt derweil Protokolle vom 16.04.2002 aus. Woher die Zigarette kommt, die für einen kurzen Moment eingeblendet wird, wurde bisher nicht aufgelöst. Das ist auch sicher eines der Dinge, die wir wohl nie erfahren werden, weil das unwichtige Details sind. Ich persönlich hatte ja den Raucher Paulo in Verdacht, der die Station ja vorher betrat, um die Diamanten dort unten zu verstecken, habe mir daraufhin aber nochmals die Szene in „Exposé“ angeschaut und dabei gemerkt, dass auch da schon die Zigarette auf dem Pult lag (müsste dann eigentlich von einem der Anderen sein, Ben und Juliet sind allerdings Nichtraucher - sehr löblich, denn "Rauchen ist tädlich" und "Rauchen kann zu Komplikationen während der Schwangerschaft führen"... Moment mal, jetzt wird mir plötzlich alles klar: Smokey, die Schwangerschaftskomplikationen, die Zigarette - da besteht doch ein Zusammenhang^^ [Anubis2705]). Nach der genaueren Durchsuchung der Station findet Eko schließlich den Orientierungsfilm der Perle, den sich die Beiden natürlich daraufhin ansehen.

Pierre Chang, der sich in diesem Video als Mark Wickmund vorstellt, bezeichnet die Perle als Beobachtungsstation. Die jeweils in 8-Stunden-Schichten arbeitenden Partner sollen drei Wochen lang die Besatzung einer anderen Station auf der Insel beobachten und alles, was sie sehen, in den bereitgestellten Arbeitsheften notieren und diese dann durch das Rohrpostsystem schicken. Die Perle sei die Beobachtung eines fortschreitenden psychologischen Experiments, denn laut DeGroot ist „careful observation [...] the only key to true and complete awareness“ („Genauere Beobachtung ist der Schlüssel zu wahrer und vollständiger Erkenntnis“). Am Ende der zweiten Staffel erfuhren wir erstens wo das Rohrpostsystem endete und zweitens was passiert, wenn man die Taste nicht mehr drückt, was uns zur Schlussfolgerung führte, dass die Schwanstation echt, und die Perle das eigentliche Experiment war. Wenn man jedoch auf Pierre Changs linken Arm im Orientierungsfilm achtet, merkt man, dass er diesen einwandfrei bewegen kann. Das Video muss also vor dem Vorfall gedreht worden sein. Jedoch gab es zu dieser Zeit noch keine Taste die man alle 108 zu drücken musste, wodurch die Frage dann aufkommt, welches „fortschreitende psychologische Experiment“ Dr. Chang dann meinte was es zu beobachten galt. Wir erfahren in „Der Preis des Lebens“, dass auch die Flamme beobachtet wurde. Das heißt also, es wurde anfangs die Flamme und danach der Schwan überwacht. Ist es nun Zufall, dass grade die beiden Stationen beobachtet wurden, in denen Stuart Radzinsky stationiert war? Denn wie wir durch die Episode „Namaste“ erfahren, war dieser damals der Verantwortliche der Station, wie er es auch später im Schwan war. Vielleicht war er wirklich auch ein psychologisches Experiment und die Arbeit in der Perle umfasste tatsächlich zwei Experimente. Mit seinem Selbstmord endete natürlich damit eines der Experimente, und das Rohrpostsystem wurde dadurch verkürzt, und endete nun irgendwo an einem unbedeutenden Ort.

Zurück zu Locke und Eko: Nach dem Schauen des Videos unterscheidet sich erstmals der Glaube der Beiden sehr stark. Eko ist nun der Meinung er habe seine Bestimmung gefunden, Locke wiederrum sagt entgegen seiner Aussagen am Anfang der Staffel, dass er noch nie für etwas bestimmt gewesen wäre. Locke hat somit seinen Glauben an die Taste komplett verloren ("Oh, du heilige, gloreiche Taste, befehle uns und wir werden dir folgen!" [kleiner Scherz von einem Anonymen Lektor]), Eko hat ihn gewonnen. Und genau das ist der Schlüsselmoment der Episode! Ekos und Lockes Träume haben die beiden zur Perle geführt. Dort, wo ihnen in einem Video erzählt wird, dass das Drücken der Taste nur ein Experiment wäre. Locke vergleicht es mit „rats in a maze with no cheese“ („Ratten in einem Labyrinth, nur ohne Käse“). Aber wer würde das alles wollen? Was bedeutete das alles? Wer hat diese Träume veranlasst, Ekos Erinnerungen an seinen Bruder Yemi, Bildausschnitte von der Beechcraft, Yemis Tod, den Marienstatuen oder den Geschehnissen auf der Insel? Wer wollte, dass die beiden das Fragezeichen finden? Wer wollte, dass Locke seinen Glauben verliert, er die Taste nicht mehr drückt, dadurch der Schwan implodiert, die Insel für die Außenwelt dadurch kurz sichtbar wurde, Widmore daraufhin seinen Frachter schicken kann und anschließend Locke Hilfe in „Jacobs Hütte“ sucht? Hilfe sucht, bei einem der nur vorgibt Jacob zu sein, aber in Wirklichkeit nur einen verdammt guten Plan hatte, Locke zum Verlassen der Insel zu bringen, ihn dort sterben zu lassen, um daraufhin seine Gestalt annehmen und letztendlich seinen Feind vernichten zu können. Die ganze Inselhandlung dieser Episode ist also nur ein weiterer genialer Schachzug von „Samuel“ gewesen („and you have no idea what I've gone trough to be here“). Er hat Eko mit Erscheinungen als Yemi nur dazu benutzt, Locke zur Perle zu führen. Er war also eine wichtige Schachfigur für Samuel, jedoch wohl von dort aus nicht mehr lang, wie wir in seiner nächsten zentrierten Episode erfahren...

Der Flashback dieser Episode beschäftigt sich mit einer ganz anderen Geschichte, weswegen ich die beiden Erzählstränge trennen musste. In der ersten Rückblende ist Mr. Caldwell zu sehen von dem Eko einen gefälschten australischen Pass ausgehändigt bekommt (auf dem übrigens wieder mal alle möglichen Zahlen zu sehen sind. Zum Beispiel wurde dieser „Ulu Ududuwa“ am 23. August 68 geboren, sein Pass ihm am 16. April 04 ausgestellt und somit läuft dieser auch am 15. April 2014 ab (fehlt nur noch die 42 ...hmm... *denk*...achja ich habs .. Das ist ja die Folge 21 von Staffel 2, und 2 mal 21 ergibt ja bekanntlich 42^^). Dieser bietet Eko Geschäfte mit seinen Freunden in Los Angeles an. Daraufhin wird Eko jedoch mitgeteilt, dass seine Reise verschoben werden muss, da ein Wunder gemeldet wurde. Die Tochter von Ms. Malkin sei ertrunken und einen Tag später wieder auferstanden. Ein Kardinal gibt Eko die Aufgabe sich um den Fall zu kümmern.

In der nächsten Rückblende spielt der Pathologe des Mädchens Eko das Tape vor, auf dem zu hören ist, dass sie während der Autopsie tatsächlich aufgewacht ist. Daraufhin begibt sich Eko auf den Weg zur Familie Malkin. Als er dort ankommt, kommt der uns bereits bekannte Richard Malkin zu dem Gespräch zwischen seiner Tochter und Eko dazu, und schickt sowohl sie als auch seine Frau weg. Er streitet das Wunder ab und behauptet Charlotte sei nur bewusstlos gewesen. Seine Frau sei fanatisch und würde das tun, um ihren Mann zu ärgern, weil sie wüsste, dass Malkin ein Betrüger sei. „Everyday I meet people looking for a miracle, desperate to find one. But there are none to be had. Not in this world, anyway.“ („Jeden Tag treffe ich auf Menschen, die ein Wunder suchen, die verzweifelt danach suchen Aber es gibt keine Wunder. Und auf dieser Welt sowieso nicht.“). Wie auch schon bei seinem ersten Auftritt kann man Richard Malkins Verhalten schwierig einschätzen. Aber eines ist klar – er ist nicht der Betrüger, für den er sich hier outet. Er hat schon bei Claire das Richtige gesehen und sie mit ihrem Kind gezielt auf die Insel geschickt. Und so scheint es sich bei Eko in dieser Rückblende ebenso abzuspielen. Richards seltsames Verhalten lässt auch hier darauf deuten, dass er sich bei der ganzen Sache mehr gedacht hat. Eko hatte geplant nach Los Angeles zu fliegen, der Flug musste jedoch durch Malkin verschoben werden. Und als es dann die „richtige Zeit“ war, so schien es, löste Richard das Rätsel auf, erzählte von einem Betrug und ließ Eko im warsten Sinne des Wortes davonfliegen. Eko landet somit gaaaanz zufällig im Flug Oceanic 815. Richard Malkin hat also nun schon mindestens zwei der uns bekannten Charaktere auf die Insel gelotst.

Am Flughafen dann begegnet Eko nochmals Charlotte Malkin, die ihm eine Nachricht von Yemi ausrichtet. Sie sagt, er hätte zur ihr gesprochen als sie „zwischen den Welten“ war. Sie sagt, dass sein Bruder ihn trotz allen Übels für einen guten Priester hält und dass Eko ihn wiedersehen wird. Einen Monat später wird Eko seinen Bruder tatsächlich wiedersehen, nur leider nicht mehr lebendig. Denn in Yemis Erscheinungen, das wissen wir, steckt wahrlich eine andere Person...

Montag, 1. Februar 2010

Gastbeitrag von RayBenzino zu "Drei Minuten"

Three Minutes/Die Minuten

Die Episode heißt „Three Minutes“ oder auf Deutsch „Drei Minuten“. Die Episode zentriert Michael, doch dessen Flashback bezieht sich nicht auf seine Vergangenheit jenseits der Insel, sondern zeigt was mit Michael passiert ist, während er in Gefangenschaft der Anderen war. Ich werde Flashbacks und die gegenwärtige Inselhandlung nicht getrennt voneinander analysieren, gehe also Szene für Szene vor.

Die Folge beginnt „13 Tage zuvor“ und man sieht noch mal, wie Michael Locke ausknockt und in die Waffenkammer einschließt, nachdem er sich eine Waffe von Locke geholt hat. Michael geht zum Computer und hämmert krankhaft auf der Tastatur herum, in der Hoffnung, Walt würde wieder antworten. Wie durch Zufall kann Michael kurz danach mit Walt kommunizieren. Wir wissen aber alle, dass höchstwahrscheinlich Ben (wäre ja nicht das letzte Mal, dass er sich Michael gegenüber als Walt ausgibt) auf der anderen Seite sitzt und Michael schreibt. Walt/Ben gibt Michael Anweisungen, wo er hin gehen muss damit er Walt/die Anderen findet. Ein Felsen mit Loch, den wir dann später auch sehen werden, wird beschrieben.

Jack kommt in die Station und findet Locke am Boden der Waffenkammer. Michael teilt den beiden mit, dass er jetzt Walt suchen geht und schließt sie dann in der Kammer ein.

Wir springen in die Gegenwart wo Michael gerade die Liste, die er von Bea (die Frau die Walt hat) bekommen hat, verbrennt, als Jack ihn zu einer Besprechung ruft. Es wird diskutiert, wie sie am besten gegen "Die Anderen" vorgehen. Eigentlich beschließt Michael allein was zu tun ist und setzt die anderen Losties unter Druck, indem er sagt: "ich bin Walts Vater und wir machen es so wie ich es sage, oder gar nicht". Doch Jack schlägt erst mal vor, Libby und Ana-Lucia zu beerdigen, bevor es in den großen Kampf geht.

"13 Tage zuvor": Michael läuft Richtung Norden und stößt dabei

auf Danny, der gerade gegen einen Busch pinkelt. Danny lenkt Michael ab, damit sich Tom Friendly von hinten über Michael her machten kann. Es kommt zur Schießerei, doch gegen Toms Steinschleuder hat keiner eine Chance – wie bei David gegen Goliath. Doch bevor er seinen Stein abwirft, sagt Tom: "Wir brauchen ihn lebend", was darauf hinweißt, dass sie mit Michael noch einiges vor haben und ihn bereits erwartet haben. Michael wird in einen Sack gesteckt und fortgeschleppt.

"Heute": Michael wischt Libbys Blut vom Boden der Station "was für eine Ironie" als Eko auftaucht. Michael fragt ihn, ob er Priester wäre und ob er an die Hölle glaubt. Daraufhin erzählt Eko ihm eine Geschichte von einem Jungen, der Eko nach einer Messe erzählt habe, dass er seinen Hund zu Tode geprügelt hätte, weil er seiner Schwester in die Wange gebissen habe. Der Junge fragte Eko ob er dafür in die Hölle käme. Eko sagte ihm, dass Gott es verstehe, wenn er wahre Reue zeigen würde. Doch der Junge habe sich nicht für die Vergebung interessiert – er habe Angst gehabt, in die Hölle zu kommen, in der der Hund auf ihn warten würde. Die Geschichte trifft doch auch auf Eko zu. Er wollte seinen Bruder beschützen indem er einen Mann umgebracht hat, und wie man später in "The Cost of Living" erfährt zeigt Eko auch keine Reue für seine Taten und wird darauf hin von Smokey umgebracht. Genau so gut trifft die Geschichte auch auf Michael zu, der Jack, Sawyer, Hugo und Kate verrät, um seinen Sohn Walt zu beschützen, doch anders als Eko tut es Michael leid aber er tut

es trotzdem und auch er wird später dafür mit dem Leben bezahlen, denn hier fängt es an, dass Michael für Ben arbeitet, wofür er sich später umbringen will.

Michael hat Jack (nachdem er eine Runde gekotzt hat) davon überzeugt, dass nur diese 4 ausgewählten Leute mitkommen dürfen (natürlich Michael nicht mitgezählt).

Charlie gibt Claire einen Koffer voller Impfstoff, es ist der gleiche Impfstoff wie aus " Mutterschutz", denn auf der Flasche steht das Selbe drauf. Wofür der Impfstoff sein könnte oder, ob es überhaupt einer ist, hat Anubis schon erläutert. Claire sieht Michael und Charlie ist plötzlich wieder uninteressant. Die schöne Stimmung wird aber schnell durch die Beerdigung von Libby und Ana gedämpft.

"13 Tage zuvor": Die Szene an der Grenze zwischen Jack, Locke, Sawyer und den Anderen wird nun aus Michaels sicht erzählt. Michael, Alex und Kate sind auch in der Nähe, als Tom Jack seine Grenzen aufzeigt. Michael spukt Tom ins Gesicht, und an seiner Reaktion kann man schon zum ersten mal erahnen, dass Tom schwul sein könnte. Denn jeder normale Mensch würde Michael eine verpassen. Tom mag es irgendwie angespuckt zu werden. Ich brauche die Szene an der Grenze nicht noch mal erläutern, deshalb gehe ich nur auf die neuen Szenen ein. Man sieht hier schon, dass Alex eine der Guten ist. Sie fragt nach Claires Baby, ob es gesund zur Welt (besser gesagt zur Insel) gekommen sei. Doch Michael antwortet nicht, was auch ein wenig schwer ist, wenn man geknebelt ist. Danny bringt Kate statt Alex zu Tom, um sie wieder zu übergeben. Ich frage mich, warum sie Kate nicht behalten haben, sie stand doch sowieso auf Jacobs Liste - genauso wie Sawyer. Sie hätten sich doch das ganze Hin-und-Her sparen können.

"Heute": Michael sitzt mit Vincent im Sand und Michaels Gesicht spricht Bände. Wir wechseln zu Jack und Sawyer, die gerade die Waffen aus seinem Zelt holen. Sawyer reißt einen netten Iren-Witz, den Jack nicht so richtig verstehen zu scheint. Sawyer fragt Jack über ihn und Kate aus, doch Jack meint, sie seien in einer Falle gelandet, und Sawyer denkt mal wieder nur an das Eine (und zwar an das falsche, denn sie sind wirklich in einer Falle gelandet, in Rousseaus Falle).

Sayid stößt dazu und bemerkt spitzfindig, dass es nicht Michaels Entscheidung ist, wer mit darf, sondern ihre. Daraufhin wird er von Sawyer mit einer Waffe ausgestattet und darf mit in den Krieg ziehen.

Eko erkundet derweil die Station, als der Alarm ertönt. Eko gibt den Code ein und sein Gesicht fängt an, zu strahlen, als hätte er zu Weihnachten einen Stock bekommen, auf dem Bibelstellen eingeritzt sind. Charlie stößt dazu und will von Eko wissen, warum er einfach abgehauen ist und den Bau der Kirche abgeblasen hat. Eko meint, er hätte jetzt eine andere Bestimmung (24/7 Taste drücken, was für ein Schwachsinn). Eko möchte auch, dass Charlie ihm seine Sachen vom Strand bringt, doch Charlie sagt, "hol sie dir selber, die Uhr läuft".

Sawyer sagt am Strand derweil, dass Sayid mitkommt, worüber Michael gar nicht erfreut ist, denn Captain Ahab steht ja nicht auf Jacobs Liste.

"11 Tage zuvor": Michael wird zum Camp der Anderen gebracht. Auf dem Weg dorthin sieht man den Felsen mit dem Loch in der Mitte (für mich sieht das auch wie ein Überbleibsel der Ägypter aus, vielleicht eine Wand). Als Michael ins Camp einläuft, starren ihn alle an. Als Michael unseren Losties erzählt hat, dass die Anderen primitiv wären und in Zelten schlechter leben als sie selbst, hat er ja gewissermaßen Recht, aber nur, weil er nicht weiß, dass sie ihm das nur vorspielen. Hinter der Lukentür ist, wie wir später erfahren nur Gestein. Dann wird Michael Blut abgenommen. Wo bekommen Leute die so Leben eine sterile Spritze mit Plastikbeutel her (wer sagt denn, dass die steril war^^)? Miss Klugh gesellt sich zu Michael und stellt ihm einige Fragen: Wann Walt zu sprechen begann; Ob Mike Walts Vater ist; Ob Walt Krankheiten oder Kopfschmerzen hatte; Oder ob Walt mal an einem Ort aufgetaucht ist, an dem man ihn nicht vermutet hätte. Also wenn jemand so eine Frage stellt, ist er nicht ganz unschuldig an dem Auftauchen von Walt im Dschungel gegenüber Shannon. Dann sagt Miss Klugh einen Satz, den Michael nicht zum ersten Mal hört, und zwar sagt sie: "Für jemanden, der seinen Sohn unbedingt sehen will, weißt du ziemlich wenig über ihn." Den Satz kennen wir auch schon aus dem Mund der Scheidungsanwältin von Walts Mutter. Außerdem erinnert mich diese Bea Klugh an Matthew Abaddon, die Art zu sprechen und ihre Gestik ähneln sich im Originalton verblüffend.

"Heute": Michael sagt Sayid klar und deutlich, dass er nicht mitkommt, weil es seine Entscheidung ist und unterstellt Sayid , dass er Rache vor seinen Sohn stellt, doch Sayid tut so, als ob er es einsieht, stattdessen hat Sayid Michaels Plan schon längst durchschaut.

Charlie versagt in der Zwischenzeit beim Bau der Kirche, als Vincent mit der Statue in der Schnauze zu ihm kommt. Dann sagt Charlie einen coolen Satz: "Are you kidding me? Did someone put you up to this?" ("Willst du mich verarschen? Hat dich jemand dazu angestiftet"). Ich behaupte mal: ja, und zwar Jacob oder „Samuel“ und zwar soll das so was wie ein letzter Test sein. Vincent führt Charlie direkt in die Drogenkammer, die sich in Sawyers Zelt befindet. Doch Charlie besteht den Test und widersteht der Versuchung, indem er alle Statuen ins Meer wirft. Als die letzte auch im Meer verschwindet, sieht man Locke abseits am Strand sitzen, der sich seinen Teil denkt.

In der Station redet Jack mit Eko, der egal was Jack ihm sagt, alles ablehnt und nur noch an seinen Computer und die Taste denkt, beinahe als wäre er besessen. Als Jack und Sawyer die Waffen und Munition sortieren sagt Sawyer ihm, woher Ana die Waffe, mit der Michael sie dann umgebracht hat, hat. Ana und Sawyer sind in der Falle gelandet. Sawyer bezeichnet Jack als Freund, nach alldem, was die beiden durchgemacht haben, ist diese Aussage ziemlich unverständlich. Das zeigt auch wieder wie Sawyer gestrickt ist.

Als Kate und Hurley die Gräber schaufeln, versucht Michael Hugo Rachegefühle einzureden, damit er mitkommt, was Kate aber zu verhindern weiß.

"3 Tage zuvor": Michael ist in einem Zelt an einen Holzpfahl gefesselt und fragt Bea, wann sie ihn endlich töten, er wisse doch alles über sie. Dann darf Michael Walt für 3 Minuten sehn, daher auch der Episodentitel. Walt meint, sie machen immer Tests und sie seien anders als sie aussehen, sie würden was vorspielen. Als Walt wieder draußen ist, bekommt Michael einen Deal vorgeschlagen. Wenn er Ben/Henry befreit und alle auf der Liste hierher bringt, kann er mit Walt die Insel verlassen, ansonsten sieht er Walt nie wieder.

"Heute": Alle versammeln sich auf der Beerdigung von Libby und Ana außer Locke, der sitzt abseits am Strand bindet seine Schiene los und spaziert in den Dschungel. Hier sieht man mal wieder, dass die Insel heilende Kräfte besitzt. Sayid und Jack laufen Richtung Beerdigung, als Sayid äußert, er glaube, dass Michael nicht aus freiem Wille handelt, dass er sie anlüge, dass er „Henry“ befreit haben könnte und, dass er sie in eine Falle locken könnte. Jack bemerkt schlau wie er ist, dass Sayid viel glaubt. Doch Sayid hat auch geglaubt, dass „Henry“ ein Anderer ist. Also wenn man einem glauben kann, dann ist es Sayid. Dann erklärt Sayid Jack seinen Plan: Michael soll unwissend bleiben, damit sie einen Vorteil erlangen können.

Auf der Beerdigung sagt erst Jack ein paar Worte dann Hurley, den dann doch die Rachegefühle überkommen – er will mitkommen.

Und kurz danach geht doch die Sonne auf und Sun sieht ein Segelboot im Meer: die Elizabeth, in der wie wir alle wissen, Desmond besoffen und halb tot herumliegt. Die eine Elizabeth kommt - die andere geht.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Gastbeitrag von Furya: "Lockdown"/"Verriegelt"

Moin, mojn, während ich noch an dem ersten Teil meiner Review zu "The Incident" rumdoktor hat Furya es nun geschafft "Lockdown" fertig zu bekommen und ich hab mich natürlich sofort an die Überarbeitung gemacht. Also auf, auf:

Lockdown

Ohne große Umschweife fang ich auch direkt mit dieser durchaus interessanten Folge an. Zu Beginn erblicken wir Locke, wie er einen Picknickkorb zusammen packt, und wir sehen auch gleich den Ring, mit dem er sich an Helen binden will. Beim Schauen musste ich unweigerlich an Desmond denken, obwohl ich mich dann beim zweiten Rewatch gefragt habe wieso. Zwar will der Penny mit einem ganz ähnlichen Ring einen Antrag machen, aber die Umstände sind doch irgendwie anders. Naja sei's drum, die gute Helen kommt dann direkt auch dazu und fragt, ob sie helfen kann. Eine echt Gute is' das. In diesem ersten Dialog sagt Locke dann ein Wort, was mich ein wenig aufhorchen ließ: „fella“. Es ist mir bis jetzt noch nie bei Locke aufgefallen und Helen anscheinend auch nicht, denn sie wird genauso stutzig wie ich. Also hab ich mich mal ein wenig in die Weiten des Internets gestürzt und recherchiert. Das Wort kommt, natürlich, aus dem englischen, wo es von dem Wort „fellow“ abstammt. Ich hatte zunächst gedacht, dass es etwas mit dem Wort „follow“, also folgen zu tun hat. Schon deswegen fand ich die Wortwahl interessant. Denn Locke, nein, Flocke werden später viele Menschen und Richard folgen. Doch „fella“ hat eine gänzlich andere Bedeutung, was noch interessanter ist. Ein „fella“ ist ein Gleichgestellter, ein Kumpane. Er ist im Rang dem Gesprächspartner ebenbürtig. Und eigentlich trifft das nicht nur auf Helen zu, sondern viel mehr noch auf Locke. Schon durch dieses eine Wort wird die völlig andere Politik von Locke im Gegensatz Jack deutlich: Er sieht alle als gleichgestellt an, bevorzugt keinen und stellt sich selbst nicht über die Gruppe. Das wird vor allem in Staffel 3 deutlich, als er im Camp fragt, wer denn gern mit zur Perle kommen möchte. Er setzt zwar auch später seinen eigenen Willen durch, zwingt jedoch niemanden, ihm zu folgen. Er lässt jedem die Wahl. So und jetzt analysieren wir das nächste Wort. Kleiner Scherz, so penibel bin ich dann doch nicht. Aber einen Satz kann man in diesem Dialog durchaus noch finden, der interessant ist. „ I’ll take care of everything“ ("Ich kümmer mich um alles"). Auch das trifft voll und ganz zu. Locke kümmert sich um den Knopf im Schwan, um "Henry" in der Waffenkammer, später dann um das Zurückbringen der Oceanic 6. Er kümmert sich wirklich um alles. Als letztes heißt es dann noch, dass Cooper tot sei, doch dazu später mehr.

Ich möchte nur kurz anmerken, dass "fella" in der deutschen Synchronfassung durchaus korrekt mit "Bursche" übersetzt wurde, doch ist die Konnotation von Bursche ganz im Gegenteil zu "fella" ja eher die eines Untertans, denn ein Bursche ist ja nicht nur ein junge, sondern auch ein Gehilfe wie in: Stallbursche, Laufbursche etc.

Auf der Insel befinden wir uns genau da, wo wir in „The Whole Truth“ aufgehört haben: "Henry" hat nach Milch gefragt. Andererseits stellt sich hier die Situation für Locke völlig anders dar. Er ist der, der nur zusieht, während Jack versucht mal wieder alles irgendwie wieder hinzubekommen. Er will unbedingt, dass "Henry" ihm die gleiche Karte zeichnet, die er auch Ana gemalt hat. Locke ist hier jedoch sehr viel intelligenter als Jack. Denn er hat die Uhr im Kopf. Ana ist schon ewig unterwegs. Selbst wenn es einen Hinterhalt geben würde, so würde Jack nie rechtzeitig ankommen, um sie zu retten. Doch Jacks Dummheit geht finde ich noch viel weiter. Denn selbst wenn er rechtzeitig ankommen würde, so wäre er allein ja mal so überhaupt nicht in der Lage, die Anderen in die Flucht zu schlagen (also mich würde als Anderer seine bloße Anwesenheit schon in die Flucht schlagen^^). Aber andere einweihen, dass kann Jack auch nicht. Damit würde ihm ja vielleicht die Kontrolle entgleiten und das kann er auf keinen Fall zulassen. Aber man kann das Ganze sogar noch anders betrachten, wodurch Jack sogar noch verblendeter wirkt. Denn wenn "Henry", so wie er es am Ende der letzten Episode gesagt hat, wirklich eine falsche Karte gezeichnet hat, eine Karte, die zu einem Hinterhalt führt, wieso sollte er denn Jack bitte die selbe Karte zeichnen? Er könnte Jack zu irgendeinem anderen Ort auf der Insel leiten und ihn dadurch vielleicht auch noch in einen Hinterhalt locken. Wenn "Henry" also wirklich einer der Anderen ist, so kann Jack ihm nicht trauen. Traut er ihm aber, so gibt er fast schon zu, dass Henry die Wahrheit sagt und wirklich nur abgestürzt ist. "Henry" redet sich natürlich ziemlich gut aus der Affäre, indem er sagt, es sei alles nur ein Scherz gewesen. Und hier wieder das Dilemma. Wenn man ihm traut, ist er kein Anderer, naja zumindest keine Gefahr. Wenn man ihm nicht traut, so kann man ihm auch nicht diese Aussage abnehmen. Jack hat also wirklich ein Problem. Aber weniger mit "Henry", als mit sich selbst, denn er ist einfach machtlos in dieser Situation. Das macht den guten Onkel Doktor natürlich wütend und er stellt Locke eine interessante Frage: „So, what's done is done?“ – „That's right.“ ("Was passiert ist, ist also passiert?" – "Das ist richtig") Da der Subtext dieser Aussage echt eindeutig ist, erspare ich mir mal die Ausführungen bezüglich Zeitreisen. Interessanter ist es jedoch mit der Theorie der Zeitschleifen. Denn dann wäre Jack zur absoluten Machtlosigkeit gezwungen. Denn wenn alles, was passiert ist, immer schon so passiert ist und man nichts ändern kann, selbst wenn man die Möglichkeit hätte, dann ist Jack nichts weiter als ein Zuschauer in einem Theaterstück, das er schon zum mindestens zweiten Mal sieht. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich gegen die Zeitschleife bin, im Gegenteil. Denn hier spielen die Variablen eine gewisse Rolle, wie es schon ein gewisser Herr Faraday in den 70ern gesagt hat. In diesem Fall wäre nicht nur Desmond eine Ausnahme der Regel, sondern auch Jack. Denn ich bin mir sicher, wenn er in einer Zeitschleife steckt, so kann er Dinge ändern. Jack verabschiedet sich aber jetzt vorerst von den beiden (Jacob sei Dank!!!^^), nicht ohne Locke zu sagen, dass der "Henry" wieder einsperren soll. Locke will den guten aber erst mal zu Ende frühstücken lassen. Aber "Henry" ist ja nicht dumm (ganz im Gegenteil) und er bemerkt in dem Gespräch mit John und Jack, dass die beiden ihre Differenzen haben. Und er wäre nicht der Inselmanipulator, wenn er das nicht zu seinem Vorteil nutzen wöllte. So stößt er Johns Gesicht mit voller Wucht in den Kackahaufen von Jacks Macht. Aber selbst John lässt sich nicht alles gefallen und auch der flippt hier einmal aus. Er sperrt den kleinen "Henry" ohne Essen in die Waffenkammer und macht noch ein wenig Unordnung im Schwan. Doch auf wen ist Locke sauer? Sicher ist er auf Jack sauer, da der entgegen Lockes Überzeugungen handelt. Aber das ist nicht der Grund für den Ausraster. Vielmehr ist Locke auf sich selbst sauer. Denn er hat die Kontrolle verloren, er hat sich nicht um alles gekümmert. Parallele zum Flashback, ich hör dir trapsen. (Ok, der Spruch ist geklaut, sorry Anubis - kann man abgewandelte Redensarten überhaupt klauen?) Aber vorerst genug von Meister Propper (war das jetzt auch geklaut? Ich hab den Überblick verloren). Ich bin fast am Ende der ersten von 6 Seiten Notizen und da gehört es sich, einen Blick auf Sayid, Ana und Charlie zu werfen.

Die Suchen nämlich immer noch eifrig nach dem Ballon und dem Grab. Der Foltermeister steht also im Regen und hat so'nen Hals. Okay, das wirkt mal überhaupt nicht ohne Geste. Na gut, weiter im Text. Sayid steht also im Regen und er will "Henry" mit aller Macht nicht glauben und misstraut ihm. Was mich hier sehr gestört hat war, dass Ana bei weitem nicht so hasserfüllt war, wie eben Sayid. Der erinnert hier schon fast an Rousseau. Ana glaubt "Henry" zwar auch noch nicht so recht, jedoch lässt sie sich spätestens von Charlies Fund zumindest etwas überzeugen. Der hat nämlich ein Grab gefunden, zumindest schon mal etwas. Und als Ana dann bemerkt, dass es am Grab nicht regnet, wird auch endlich der Ballon gefunden. Ende gute alles gut.

Kleiner Scherz, ich bin noch lange nicht fertig. Was aber will uns diese Szene zeigen, außer das Sayid ein echtes Wutproblem hat. Ich finde hier das Symbol des Regens sehr interessant gesetzt. Denn Regen war bisher bei LOST nie ein gutes Zeichen. Ethan, Shannon, Walt-Visionen, irgendwas muss in dem Wasser sein, damit so was passiert. Nein, jetzt mal Ernst. Regen war bisher immer der Vorbote von schlechten Dingen, von Gewalt, von Unheil. Man könnte also als aufmerksamer Zuschauer darauf tippen, dass es wirklich einen Hinterhalt gibt. Erst als der Regen aufhört, scheint wirklich alles gut zu sein. Dass Sayids Paranoia da noch ein Wörtchen mit zu reden hat, erfahren wir aber erst später.

Als Boone und John die Luke finden, regnet es auch. Aber ist das nicht vielmehr ein ganz klassisches, filmisches Stilmittel? In den ersten zwei "Jurassic Park"-Filmen regnet es beim ersten T-rex-Angriff, in "Psycho" regnet es als Marion Crane das Motel erreicht, im letzten "Pirates of the Caribbean"-Film schüttet es bei der finalen "Schlacht" (okay, wohl eher ein "Schlächtchen") wie aus Eimern und im Herrn der Ringe könnte man meinen Helms Klamm stünde in irgendeinem Monsungebiet.

Erstmal geht’s zurück zu Jack. Der fragt Hurley nach Ana und Sayid, doch Hurley weiß überhaupt nicht, was überhaupt los ist. Er ärgert sich über die schlechte Informationspolitik. Hier mal der Dialog.

HURLEY: Well, that would, like, assume that anyone actually tells me anything.

Maybe if I were in the loop I could be more helpful.

JACK: There is no loop, Hurley.

Mir sind die Augen fast rausgefallen, als ich das gehört hab (nicht eher die Ohren?^^). Ich musste es mir ganz ehrlich auch mehrfach anhören, um wirklich den Dialog zu kapieren. Es ist schon verblüffend, dass in Staffel 2 schon Wörter fallen, die erst mit dem Staffel-5-Finale so richtig wirken. Vor dem Vorfall war es nur ein ganz normaler Dialog, jetzt kann man soviel hinein interpretieren. Hurley wäre also gern im „loop“. Man könnte das jetzt mal ganz wörtlich übersetzen und sagen, Hurley möchte in die (Zeit-)schleife. Jack sagt jedoch, dass es keine (Zeit-)schleife gibt. Wem sollen wir hier glauben? Ich finde das leugnen von Jack deutet eindeutig auf das Vorhandensein einer solchen Zeitschleife hin. Denn wir alle kennen Jack und seine Art, die Gruppe zu führen. Keiner darf etwas Wichtiges wissen, nur er. Doch warum sollte Hurley in die Zeitschleife hinein wollen? Was könnte Hurley verhindern wollen? Sicherlich das Öffnen der Luke durch Locke. Das hat er ja schon beim ersten Mal versucht. Sicher würde er auch Libbys Tod verhindern wollen. Aber würde er verhindern wollen, auf die Insel zu kommen? Denn auf der Insel geht es Hurley eigentlich besser als zu Hause. Er ist sein verfluchtes Geld los, er findet neue Freunde und sogar die Liebe. Es läuft also gar nicht so schlecht für Hurley. Wenn Jack aber in einer Schleife steckt, so will er sicher nichts sehnlicher, als alles zu beenden. Und das kann nur passieren, wenn er nie auf die Insel kommt. Da wäre der Ärger doch schon vorprogrammiert. Aber weiter im Kontext.

Claire kommt noch mit Aaron im Arm hinzu. Der scheint aber schon auf dem Weg der Besserung zu sein, es gibt also keinen Grund zur Sorge. Hurley verabschiedet sich unterdessen mit den Worten „Loop, dude. Loop.“ ("Schleife, Alter, Schleife." [Ok, das is ne echt beschissene Übersetzung von mir. Hier mal das Original - "Es gibt sie.. Auserwählte. "]) Wenn man mal das Komma weglässt und die beiden Wörter zusammenfasst, na was kommt da wohl raus? Richtig der Loopdude. Und zu wem sagt Hurley das? Richtig, zu Jack. Ich nenn Jack jetzt also nur noch Loopdude, einfach weil das so schön passt. Ne, mal wieder ernst, wenn man nur flüchtig hinhört, klingt es wirklich wie Loopdude. Und das ist auch wieder mal ein kleines Indiz auf die Zeitschleifentheorie.

Nach kurzem Gespräch mit Claire und der später hinzukommenden Libby (die ist, wie auch Hurley in Berührung mit einem Seeigel gekommen – Autsch) schaut Jack zu Sawyer. Der spielt nämlich gerade eine Runde Poker mit Kate und Hurley. Da hat sich der gute Hugo aber wirklich beeilt (spätestens seit "Verfluchte Zahlen" wissen wir doch: er ist "flink"). Die Drei spielen um Mangos, Papayas und Bananen.

Im Schwan sehen wir "Henry", wie er liest. Viel mehr kann er ja sowieso nicht machen. Locke radelt sich unterdessen den Frust weg. Er wirkt hier sehr nachdenklich, er sinniert wohl über die momentane Lage und sein Verhältnis zu Jack. Doch John wird abrupt aus seinen Gedanken gerissen, als eine Stimme ertönt. Erst kann man sie nicht so recht hören, die Musik ist zu laut. Locke stellt also den Plattenspieler aus und sucht dann nach der Quelle des Geräuschs. Erst schaut er im Dom nach, doch hier ist alles normal (seit wann?! ;-)). Wieder undefinierbare Geräusche und Locke findet endlich deren Ursprung: Ein Lautsprecher, der leise vor sich hin rauscht. Heimwerkerkönig John Locke (ich dachte Sayid wäre unser Heimwerkerkönig) schnappt sich einen Schraubendreher und versucht den Lautsprecher damit zu reparieren und tatsächlich wirkt es und der Lautsprecher erhebt schlagartig seine Stimme. „17 Minutes to Lockdown“ ("17 Minuten bis zur Verriegelung" - oder: "17 Minuten bis Locke am Boden ist!"). Durch die erhebliche höhere Lautstärke wird Locke verschreckt und Henry aufmerksam. Er fragt Locke noch schnell, was das denn gewesen sei, ehe wir auch schon am Grab von Anthony Cooper stehen.

Aber außer Locke, Helen und dem Priester ist nicht wirklich jemand da. „For we who are alive, who are left, will be caught up together with them in the clouds to meet the Lord in the air. And so we will live with the Lord forever.“ ("Und die, die wir am Leben sind und zurückbleiben, wir vereinen uns mit denen in den Wolken, denn wir treffen den Herrn in der Höhe. Und unser Leben ist mit dem des Herrn für immer verbunden.") Wir treffen uns also mit denen, die wir verloren haben, im Himmel beim Herrn wieder. Und wo trifft John Cooper irgendwann einmal wieder? Richtig, auf der Insel. Nun bezweifle ich ganz stark, dass die Insel der Himmel ist, ebenso wenig die Hölle, wie Cooper ja vermutet. Doch wenn wir den Ort mal außen vor lassen, so treffen sie sich beim Herrn wieder. Und das hört sich doch schon arg nach unserer Insel an. Der Herr Jacob hat nämlich schon etwas Göttliches an sich, immerhin altert er nicht. Locke und Helen sitzen also an Coopers Grab und Locke entdeckt die beiden schmierigen Gesellen, die zu ihm schauen. Als der Priester dann das Wort an John gibt, sagt dieser, dass er seinem Vater vergibt. Nette Geste, auch wenn ich das wohl nicht gesagt hätte. Aber gut, ich bin ja auch nicht John. Der bemerkt unterdessen übrigens eine silberne Limousine, die jetzt doch recht schnell den Friedhof verlässt.

Zurück im Schwan nervt "Henry" John mit seiner ewigen Fragerei. Dabei weiß der gute doch längst, was hier los ist. Immerhin hat er viele Jahre in der DI verbracht und er kennt auch die Perle und deren Funktion. Und da Inman und vor allem Radzinsky den Lockdown sehr oft herbeigeführt haben, sollte Benry das doch wissen. Ja, aber Ben würde doch ganz schön aus der Rolle fallen, wenn er nicht fragen würde, oder? [Anm. d. Red.]. Locke versucht unterdessen zu verstehen, was die Stimme ihm sagen will, doch "Henrys" Geplärr stört ihn dabei erheblich. Wir als Zuschauer verstehen jedoch, was da aus den Lautsprechern kommt, es ist ein Countdown. Und ehe Locke klar wird, was denn hier passiert, ist er auch schon von der Außenwelt abgeschnitten. Er schafft es gerade noch ein Brecheisen unter eine der Brandschutztüren zu schieben.

Am Strand unterdessen ist das Pokerspiel gerade auf dem Höhepunkt. Sawyer zieht Hurley und Kate ordentlich ab und der freut sich schon riesig auf den Obstsalat. Aber er hat nicht mit dem Loopdude gerechnet. Jack kann nämlich nicht nur super Golf spielen, er kann auch Pokern. Das hat er in Phuket gelernt. Was er dort noch so alles erlebt hat, erfahren wir erst in Staffel 3, aber auf jeden Fall kann er ziemlich gut Gedanken lesen. Oder aber er braucht nicht seine Psychokräfte, um die Karten zu kennen, da sie bereits in seinem Gedächtnis sind. Diese Szene ist wieder ein Indiz für die Schleife, denn Jack kennt die Karten von Sawyer und Hurley. Ich spiele selbst ab und zu Poker und bin auch gar nicht so ganz schlecht. Aber ohne im Spiel zu sein und ohne die jeweiligen Strategien des anderen zu kennen ist es verdammt schwer, das Blatt des Gegners zu erkennen. Jack hat aber vielleicht die Blätter schon einmal gesehen, weshalb er sich hier so sicher ist. Sawyer gefällt das natürlich gar nicht, denn der will Früchte. Also fordert er Jack heraus, der natürlich die Gelegenheit nutzt, um Sawyer Eins auszuwischen. Dass er dadurch nicht in den verriegelten Schwan kann, ist natürlich ziemlich blöd für Locke. Da er verriegelt ist, dürfte das mit dem Reinkommen so oder so problematisch sein.

Der weiß nämlich immer noch nicht so richtig, was denn hier vor sich geht. Die Lichter flackern und er ist durch ziemlich dicke Brandschutztüren vom Dom abgeschnitten. Warum er nicht selbst durch den Lüftungsschacht klettert um in den Dom zu gelangen, das ist eine Frage, die wir wohl nie beantwortet bekommen. Kein Bratöl zur Hand? Meine Theorie wäre: Ben und Kate sind beide klein, schmal und schmächtig und Locke ist doch ein ziemlich breitschultriger Brocken, der es im Lüftungsschacht schwer haben dürfte. Außerdem: Ich würde auch erstmal alle anderen Optionen ausschöpfen, bevor ich mich durch diese Rohre zwänge, denn da bekommt wohl jeder früher oder später Platzangst.

Im nächsten Flashback sehen wir Locke, wie er ein Haus untersucht. Irgendwie musste ich hier an Ethan denken, wie er am Anfang der dritten Staffel unter Juliets Haus heraus kommt. Eine gewisse Parallele gibt es hier schon. Nun ja, Locke ist zurzeit also ein Hausinspektor und untersucht gerade das zukünftige Haus von Noor Abed Jazeem, oder einfacher Nadia. Die will sich nämlich in L.A. (oder Umgebung) niederlassen. Das zeigt uns zumindest schon einmal, dass die FBI-Agenten Sayid nicht angelogen haben, denn Nadia ist tatsächlich in LA. Locke sagt ihr, dass mit dem Haus alles in Ordnung ist und das Nadia und ihr Mann nichts falsch machen, wenn sie das Haus kaufen. Nadia sagt, dass wenn sie einen Mann hätte, es ihm sicher gefallen würde. Locke entdeckt dann das gleiche silberne Auto, welches er schon auf dem Friedhof gesehen hat. Er geht hinüber und die Scheibe der Fahrertür geht runter. Und … *trommelwirbel* tada, es ist Anthony Cooper. Der ist nämlich gar nicht tot, zumindest noch nicht (zumindest das liegt in der Familie^^). Er hat das alles nur vorgetäuscht, um sich vor den Leuten zu schützen, die er betrogen hat. Hätte der das gar nicht erst gemacht, hätte er sich auch nicht umbringen müssen. Ums nochmal anzusprechen, Betrug ist böse und ein Verbrechen. Also, Anubis, nicht machen ;)

Wieso sagst du mir das? Ich krieg ja schon Schweißausbrüche, wenn ich mir nicht sehr legale Streams von "Lost", "Heroes" oder "Supernatural" vor der deutschen Veröffentlichung im Netz ansehe.

Die beiden trinken einen zusammen in einer netten kleinen Bar. Die Szene hat mich irgendwie an die Szene mit Sawyer und Christian in Sydney erinnert (also mich erinnert das mehr hieran). Überhaupt gibt es relativ viele Parallelen zu anderen Szenen in dieser Episode. Gut, das gibt es generell häufig be LOST, aber hier fällt es mir gerade besonders auf. Aber zurück zu Cooper. Der will, dass Locke das Geld aus der Bank holt und ihm so hilft. Ich konnte mich hier nicht des Eindrucks erwehren, dass Cooper irgendwie einen Nachfolger sucht. Er will Locke dazu bringen, ihm zu helfen und verspricht ihm dafür eine ordentliche Stange Geld. Bei einem andern als Locke hätte es vielleicht funktioniert. Der hätte sich von dem Geld einlullen lassen und vielleicht mehr gewollt. Doch nicht so John Locke. Der will nur, dass Cooper endlich aus seinem Leben verschwindet, so dass er selbst mit Helen in Frieden leben kann. Dass Cooper aber schon einen Nachfolger im Geiste hat, den er selbst erschaffen hat, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Und Sawyer selbst weiß auch nicht mehr als den Namen desjenigen, der ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. In einem gewissen Sinne ist Cooper der Sayid für Sawyer. Sayid hat Ben zu dem gemacht, der er ist und Cooper Sawyer ebenso. Ohne die Taten von Sayid oder Cooper wären Ben und Sawyer vielleicht komplett andere Menschen geworden. Gut, Bens Fall ist sicher noch ganz anders geartet als Sawyers, schließlich wissen wir nicht, was genau mit ihm im Tempel passiert ist. Aber eine gewisse Parallele gibt es zwischen den beiden.

Unterdessen klärt Locke im Schwan "Henry" über die Verriegelung auf. Er bittet ihn um Hilfe, da er es allein nicht schafft, die Brandschutztür zu öffnen. "Henry" tut das aber nicht ohne Gegenleistung (da wär' er auch schön blöd). Er verlangt von Locke, dass er ihm verspricht, dass „seine“ Leute ("your people") ihm nichts tun. Genau das sagt übrigens auch Mr. Friendly zu Jack, als diese Michael verfolgen. Ein eindeutiges Indiz, das "Henry" nicht wirklich der ist, für den er gehalten wird. Aber das wissen wir ja längst. Aber "Henry" verlangt sogar noch mehr von Locke. „So I'm going to need your word that you'll protect me, no matter what.” ("Ich brauche also dein Wort, dass du mich beschützt, egal was passiert.") Wo wir wieder bei Staffel 5 wären. Denn da ist die Situation genau anders herum. Prinzipiell könnte "Henry" alles von Locke verlangen, um in Sicherheit zu sein, selbst seine eigene Freilassung. In Staffel 5 tut Flocke genau das gleiche mit Ben. Er zwingt in dazu, alles zu tun, was er ihm sagt. Denn das die Erscheinung von Alex mit Flocke etwas zu tun hat (wenn es nicht sogar die gleiche Person war) steht für mich eigentlich fest. Es passt einfach zu perfekt in den Plan.

Am Strand spielen Sawyer, Jack, Hurley und Kate unterdessen das Pokerspiel ihres Lebens. Sawyer kauft Jack seine Siegessicherheit nicht ab, er hat ja selbst auch wirklich kein schlechtes Blatt. Ein Damen-Drilling sollte eigentlich gewinnen. Aber das Wörtchen "eigentlich" ist schon ein kleines Miststück, denn es lässt immer die Option auf eben das Gegenteil bestehen. Und genau das tritt ein, denn Sawyers drei Damen haben gegen Jacks drei Könige nichts zu melden (das gilt aber auch nur beim Poker^^). Somit hat Jack alle Früchte gewonnen und Sawyer kann keinen Obstsalat machen. Da der den aber unbedingt haben will, erhöht er den Einsatz. Jack möchte gern um die medizinischen Vorräte spielen und Sawyer willigt ein. Und so geht das Spiel in die nächste Runde, diesmal ohne Hurley und Kate. Aber mit Jacks Siegessicherheit. Generell finde ich, dass Jack ein wirklich erhöhtes Selbstbewusstsein hat, wenn es um dieses Pokerspiel geht. Indiz für die Zeitschleife? Kates Schlussatz sollte hier auch erwähnt werden, könnte er doch sehr gut die Situation auf der Insel beschreiben. „Let's go leave these boys to their sandbox.“ ("Lass uns gehen und die Jungs im Sandkasten spielen.") Jetzt muss ich dazu sagen, bin ich auf diese Idee nur durch meine Leidenschaft für Computer gekommen. Es gibt sogenannte Programme, die Sandbox genannt werden. Diese stellen eine sterile Umgebung dar, in der einzelne Programme ausgeführt werden können. So kann ein eventueller Virusbefall des gesamten Systems verhindert werden. Die Sandbox ist vom eigentlichen System völlig abgegrenzt. Das ist die Insel in einem gewissen Sinne auch. Sie ist losgelöst von der Welt was Raum und Zeit angeht und es ist verdammt schwer, von der Insel zu kommen oder sie von der Außenwelt aufzuspüren. Es ist also eine Sandbox in unserer Welt. Eine andere Idee, die ich bei diesem Satz hatte war die der spielenden Jungen. Das ich da jetzt nicht an Jack und Sawyer sondern vielmehr an Jacob und "Samuel" gedacht habe, sollte doch jedem klar sein. Beide spielen ein Spiel und die Insel ist ihr Sandkasten, die Losties, die Anderen, einfach jeder Mensch auf der Insel, egal in welcher Zeit, ist eine der Spielfiguren in diesem Sandkasten. Man denke auch an ben, der John später sagt, selbst Gott wisse nicht, was auf der Insel vor sich ginge.

Im Schwan versuchen es "Henry" und Locke unterdessen zu zweit. Und es funktioniert. Sie schaffen es, die Brandschutztür soweit zu öffnen, dass man einen Werkzeugkasten (aus Blech!!! - der silberne Koffer hätte da endlich mal zu was gut sein können... wo ist der eigentlich abgeblieben?) unter die ziemliche dicke Stahltür schieben kann. Eine absolut blöde Idee. Und dass das so ist, wird Locke auch direkt selbst erfahren, denn als er versucht, sich unter der Tür durch zu schieben, gibt der Kasten nach und Locke bekommt einen der Bolzen der Tür in den Oberschenkel. Er hat verdammtes Glück, dass die Oberschenkelarterie nicht verletzt wird, denn dann wär's das jetzt gewesen. Ja, er hat vor allem mehr Glück als Verstand, denn wer kriecht unter so einem Dingen auch noch da durch, wo so ein Bolzen ist...? "Henry" versucht ihn noch heraus zu ziehen, aufgrund des Bolzens funktioniert das aber auch nicht. Er stapelt schnell ein paar Gewichte unter die Tür, so dass der Druck von Lockes Bein genommen wird. Auf die Idee hätte man mal vorher kommen können ;-) [Anm. d. Red.] Dann zeigt sich wieder einmal, wie sehr Locke doch mittlerweile "Henry" vertraut. Der meint nämlich, sie sollten einfach auf jemanden warten, es wird ja schon irgendwann jemand kommen. Locke meint nur, dass dafür keine Zeit wäre, ehe es in den nächsten Flashback geht.

Und dieser Flashback ist wohl mit einer der entscheidendsten in John Lockes Leben. Sicher nicht der entscheidendste, der Fenstersturz und auch Richards Besuche sind wohl noch wichtiger, aber was Locke in diesem Flashback tut, wird er wohl für immer bereuen. Locke kommt von der Bank, in der er gerade das Schließfach 1516 geräumt hat, wieder nach Hause und ist überglücklich. Helen hingegen ist eher schockiert, denn die beiden Männer, die in ihrem Haus sind, sind nicht gerade vertrauenserweckend. Jimmy Bane und sein Schläger wollen nämlich von Locke wissen, ob er seinen Vater gesehen hätte, nachdem der gestorben ist (als ob das möglich wäre - Wieso? ich hab John auch gesehen, nachdem er gestorben ist ;-) ). Bane denkt, Locke wüsste etwas, was die Welt nicht weiß, denn er war wirklich nicht sonderlich traurig auf der Beerdigung. Dafür hätte er aber nun auch wirklich keinen Grund, weshalb auch Helen sofort erklärt, warum sie eigentlich bei der Beerdigung waren. Nämlich um über Cooper hinwegzukommen, um mit ihrem Leben weiter zu machen. Bane gibt sich letztlich auch damit zufrieden, will aber noch wissen, was in Johns Tasche ist. Das ist nämlich ebenso eine Tasche, wie er sie in der Bank mithatte. Locke sagt jetzt zur Abwechslung mal die Wahrheit und meint, es wären nur seine Arbeitssachen darin. Bane lehrt dann den Schreibkram und alles weitere auf dem Tisch aus und verabschiedet sich höflich von den beiden. Helen fragt direkt, ob John gelogen hat, was dieser verneint. Wie dumm kann ein Mensch sein. Ich meine, er will die Frau heiraten, sich mit ihr eine Zukunft aufbauen, den Rest seines Lebens mit ihr verbringen und er lügt ihr mitten ins Gesicht über eine Sache, die ihre Beziehung schon einmal fast beendet hat. Hätte er ihr die Wahrheit erzählt, nämlich dass Cooper noch lebt und er einen Deal mit ihm gemacht hat, wäre Helen zwar sicher nicht glücklich gewesen, aber ich denke sie hätte ihn verstanden und ihm auch in dieser Situation geholfen. Immerhin wäre Cooper dann endgültig aus ihrem Leben verschwunden. Doch so lügt Locke Helen mitten ins Gesicht und zerstört so alles, was er im Leben noch hatte. Aber schnell zu Jack, bevor ich mich hier zu sehr aufrege und mein Blutdruck unter die Decke geht. Der lässt sich nämlich nicht von Sawyers Geschwätz ablenken und bemerkt, dass der die Karten nicht korrekt gibt. Interessant ist vielleicht, dass Jack hier das erste Mal Phuket erwähnt, jedoch nicht wirklich auf Sawyers Fragen eingeht. Ich hatte hier das Gefühl, dass Jack das nicht nur wegen Sawyers versuchtem Betrug macht, sondern vor allem auch, weil er nicht gern über das redet, was in Phuket passiert ist. Ich mein, wer redet schon gern davon, wie er von ein paar minderwüchsigen Asiaten vermöbelt wurde?

Ich hab aber noch eine Anmerkung zu Johns Lüge: Vielleicht war ihm das ja eine Lehre und er ist deshalb dagegen wichtige Informationen vor der Gruppe zu verheimlichen.

Im Schwan wird’s unterdessen langsam knapp mit der Zeit. Genau aus diesem Grund soll "Henry" nun durch den Lüftungsschacht in den Dom klettern und die Zahlen eingeben. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass Locke das lieber hätte selbst machen sollen, und zwar bevor er "Henry" raus lässt, aber egal. Sonst hätten wir ja die Karte auf der Brandschutztür nie gesehen (und John ebenfalls nicht). "Henry" geht also in den Vorratsraum und klettert über das Regal nach oben zum Lüftungsschachtgitter. "Henry" stürzt ab, "Henry" ist ohnmächtig, der Alarm beginnt zu piepen. Schnitt.

Jack und Sawyer sind nun mittlerweile in der entscheidenden Phase des Spiels, in der die beiden auch schon einige Zuschauer haben. Hurley meint nur so, dass Jack und Sawyer sich endlich gegenseitig fertig machen („beat each other up“). Dass das schon längst, nämlich im Jahr 1977 passiert ist, weiß der gute Hurley ja noch nicht, denn für ihn liegt das Ganze ja noch gute 3 Jahre in der Zukunft. Blöde Sache, diese Zeitreisen. Jack geht unterdessen All-In und zwingt Sawyer quasi dazu, mit zu gehen. Denn Jack weiß um Sawyers Schwäche, nicht einstecken zu können. Wenn Sawyer jetzt nicht mitgeht, wirkt er ängstlich und feige, und dass kann er nicht zulassen, nicht vor dem Publikum (vor allem nicht vor Katie - das Testosteron trieft ja regelrecht vom improvisierten Pokertisch^^). Also geht Sawyer mit und verliert gegen Jacks Paar Neunen. Jack freut sich und will schon gehen, als Sawyer ihn fragt, warum er nicht die Waffen wollte. „When I need the guns, I’ll get the guns.“ ("Wenn ich die Waffen brauche, dann bekomm ich die Waffen.") Sehr selbstsicher, der gute Jack. Es sei den, er weiß jetzt schon, wie er einmal an die Waffen kommen wird und hat deswegen auch die medizinischen Vorräte vorgezogen. Vielleicht ein Indiz für die Zeitschleife, vielleicht aber auch nur für Jacks ärztliches Selbstvertrauen.

Im Schwan kommt "Henry" zu sich und klettert erneut hinauf zum Lüftungsschacht. Diesmal stürzt er nicht und ist dann mal weg. Locke versucht unterdessen erneut, sich zu befreien, was aber wieder nicht funktioniert. Flashback. Locke geht zu Cooper ins Motel und übergibt das Geld. Er sagt noch einmal, dass er es nicht für seine Entlohnung gemacht hat, als es auch schon an der Tür klopft. Helen steht davor, verpasst Cooper eine ordentliche Ohrfeige und verschwindet wutentbrannt. Locke rennt natürlich sofort hinterher und versucht es zu erklären. Doch Helen ist zutiefst gekränkt, denn Locke hat sie nun einmal angelogen. Der macht noch schnell den Antrag, der abgelehnt wird und Helen ist weg. Und auch Cooper verschwindet und Locke bleibt allein und traurig zurück. Mitleid hab ich aber keins mit ihm, denn er ist selbst dran schuld. Hätte er mal gleich die Karten auf den Tisch gelegt, dann wäre das Ganze sicher anders ausgegangen. Locke hat's aber versaut.

Im Schwan unterdessen tönt der Alarm. Locke schreit nach "Henry", doch keine Antwort. Als dann der Alarm stoppt und man den Counter hört, wie er blättert, scheint alles in Ordnung, bis das Licht ausgeht. Den Rest kennt man, UV-Licht, ein völlig perplexer Locke und eine mysteriöse Karte auf der Brandschutztür unter der Locke liegt. Ich denke auch, ich kann mir den Großteil der Erläuterungen zur Brandschutztür sparen, das sollte auch so ziemlich jedem hier bekannt sein. Was mich nur ein wenig stutzig gemacht hat, war das Fragezeichen in der Mitte. Dass das für die Perle steht, ist sicher, aber warum wusste Radzinsky nichts davon? Immerhin hatte er doch einige Macht in der Dharma und selbst im Schwan sollte er doch die Möglichkeit zur Kommunikation mit dem Rest der Dharma gehabt haben. Denn ihm kann man nicht vortäuschen, dass draußen eine Quarantänezone ist. Er kann also, vielleicht ähnlich wie Inman, vortäuschen, im Schutzanzug herauszugehen, um seinen Mitdrücker zu täuschen. Also, warum wusste Radzinsky nichts von der Perle? Ich denke, dass man ihm nach dem Vorfall viele seiner Rechte entzogen hat. Er durfte zwar vielleicht mit dem Rest der Dharma kommunizieren (obwohl auch das fraglich ist), aber eingeweiht hat man ihn in nichts mehr. Nur so kann auch das psychologische Experiment in der Perle funktionieren. Auch interessant ist vielleicht, dass auf der Karte verschiedene Dinge auf Latein stehen. Dies ist bekanntlich die Sprache der Anderen, was also hat die auf einer Brandschutztür in einer Dharma-Station zu tun? Das wären jetzt die zwei Sachen, die mir noch einmal wichtig waren, bei der Karte zu erwähnen, alles Weitere würde den Rahmen hier doch erheblich sprengen. Vielleicht wäre es sinnvoll, die Karte noch einmal gesondert zu behandeln, denn es gibt durchaus noch einige Dinge darauf, die sehr interessant sind. Aber noch bin ich nicht ganz fertig mit dieser Szene. Jetzt kommen wir einmal zu John Locke. Elli (ich glaube es war elli) hat vor kurzem einmal die Theorie in den Raum gestellt, dass vielleicht mehrere Personen in einer Zeitschleife stecken, unter anderem auch John Locke. Durchaus berechtigt, so etwas zu vermuten, denn wieso sollte Jack allein in so etwas gefangen sein? Doch warum glaube ich nicht, dass John Locke in einer Zeitschleife steckt? Ganz einfach, die Antwort ist der Schwan. Naja, eigentlich alles, was Dharma angeht. Und auch seine Begegnung mit einem Etwas in Wildschweinjagd. Was haben nun diese Dinge mit einander gemeinsam? Nichts, und genau das ist ja der Punkt. Nehmen wir an, Locke ist in einer Schleife, so würde er sich an Dinge erinnern. Sicher nicht an alles, doch an gewisse Dinge, vielleicht ähnlich wie Desmond in Staffel 3. Das, an was er sich erinnern würde, hätte eine gewisse Wichtigkeit. So zum Beispiel gewisse Dinge, die die Insel betreffen. Und über solche Dinge scheint John wirklich eine Menge zu wissen, mehr als jeder andere der Losties. Er scheint das Wesen der Insel verstanden zu haben. Doch auch andere wichtige Ereignisse müssten ihm bekannt vorkommen. Der Schwan, die Karte auf der Brandschutztür, die Perle, die Flamme, … Doch genau hier wirkt er immer so, als ob er nichts weiß. Erinnern wir uns, wie er als erstes in den Schwan geht. Er schaut sich um, voller Neugier. Auch das Orientierungsvideo muss er sich erneut anschauen (im Gegensatz zu Jack) um es wirklich zu begreifen. Die Karte auf der Brandschutztür schaut er völlig entsetzt an. Und wieso hat er die Perle nicht direkt beim ersten Besuch der Beachcraft untersucht? Es gibt also Dinge, die selbst John Locke auf der Insel überraschen. Und es sind immer Dinge, die die Dharma gebaut hat und somit nicht in Verbindung zum spirituellen, natürlichen Konstrukt der Insel stehen, mit dem John ja vor allem anderen verbunden ist. Und diese Dinge spielen eine sehr wichtige Rolle in Johns Inselleben. Es wäre also unlogisch, wenn er sich an solche Dinge nicht erinnern kann. Was also könnte John sein Wissen bezüglich der Insel gegeben haben? Nun, da sind wir uns denke ich alle einig, es war eben dieses Etwas in Wildschweinjagd. Was es war, ist bis heute noch ungeklärt, doch glaube ich daran, dass es „Samuel“ war, vielleicht sogar in seiner ursprünglichen Form. Deshalb klang Lockes Beschreibung auch anders als Ekos, denn der hat Smokey gesehen. Und auch wenn „Samuel“ und Smokey ein und dasselbe sind, so glaube ich sind beides doch nur Formen eines Wesens, dessen ursprüngliche Form wir noch nicht kennen. Es könnte natürlich auch Jacob sein, dessen Smokey-Form Locke gesehen hat. Das würde durchaus auch sehr gut passen, da Jacob der Weiße ist und "Samuel" der Schwarze. Locke beschreibt das Wesen als ein helles Licht, was ja nun so gar nicht auf den Smokey zutrifft, den wir kennen. Es könnte also einfach Jacobs Smokey-Form gewesen sein. Dagegen spricht jedoch meiner Meinung nach Jacobs Verhalten auf der Insel. Denn hier ist er sehr passiv, lässt die Menschen machen, will sehen, wie sie sich verhalten. Nur Richard gibt er Anweisungen. Ein aktives Eingreifen in das Inselgeschehen haben wir von ihm noch nicht gesehen. Nur abseits der Insel rekrutiert er die Menschen, zumindest scheint es so. Deshalb denke ich, ist die „Samuel“-Hypothese einfach passender.

Von dieser Erscheinung hat Locke also sein Wissen über die Insel. Doch Smokey weiß eben auch nicht alles, vor allem die Dinge nicht, die vom Menschen stammen. Und die Dharma hat zu dem sehr gut gewusst sich gegen Smokey zu verteidigen, wodurch es nur logisch erscheint, dass er nichts weiß. Locke weiß nur Dinge über das Wesen der Insel und hat eine Verbindung zu dieser. Das wird auch in seinen Visionen deutlich, wie sonst sollte er zum Beispiel von der Beachcraft wissen. Das würde bedeuten, dass "Samuel" hier schon einen Einfluss auf Locke hatte, der nicht unerheblich war. Er hat ihn gelenkt, ihm im richtigen Moment seine Paralyse wieder gegeben, so dass Boone stirbt. Er hat ihm in der Hütte gesagt, dass er die Insel bewegen muss, und so weiter. Lockes natürliche Neugier und seine Abenteuerlust helfen „Samuel“ dabei natürlich ungemein, so zeigt er nur die Richtung und Locke geht den Weg allein weiter. Für mich klingt das logisch und die Übernahme von Lockes Körper am Ende der 5ten Staffel erscheint nur als logische Konsequenz dessen. Nun gut, so viel zu Locke für den Moment, machen wir weiter mit der eigentlichen Review.

Wir haben also gerade die Karte auf der Brandschutztür gesehen, doch nur kurz. Denn schon nach wenigen Sekunden geht das normale Licht wieder an und die Türen öffnen sich. Schmerzhaft für Locke, der sich aber gleich kriechend auf die Suche nach "Henry" macht. Er kommt in den Dom, sieht den Timer bei 107 Minuten, aber keinen "Henry". Der erscheint aber gleich hinter Locke (ist wohl durch den Lüftungsschacht zurück geklettert) und hilft ihm auf die Beine. Er tut wirklich alles um Lockes Vertrauen zu erringen und somit wenigstens einen „Freund“ unter den Losties zu haben.

Jack ist nun mittlerweile auch auf dem Weg in den Schwan, wird aber von Kate aufgehalten. Die will sich mal wieder duschen, doch Jack lügt sie an, von wegen Wasserrohrbruch und so. Schade dass kein Klempner unter den Überlebenden ist. Aber ehe Kate sich richtig verarschen lässt, sieht sie ein Blinklicht. Die beiden gehen darauf zu (was sonst macht man auf einer Insel, auf der es ein Monster und böse Andere gibt mitten in der Nacht ohne Waffe) und entdecken die Warenlieferung für den Schwan, den eigentlichen Grund für die Verriegelung. Nahrung und sonstige Vorräte en masse und dazu ein Drogensüchtiger, ein Folterknecht und eine nette Polizistin. Ach ne, die kommen ja erst später dazu. Aber noch immer erfahren wir nicht, was denn nun wirklich noch so alles am Ballon passiert ist.

Das wird erst im Schwan aufgeklärt, in dem "Henry" mittlerweile Locke hilft, das Bein hoch zu legen. "Henry" erzählt noch schnell, was er angeblich im Dom gemacht hat, nämlich den Code eingegeben. Doch als Jack kommt, schlägt die Stimmung rasch um, denn der ist nicht sehr gut auf "Henry" zu sprechen, genauso wie Sayid. Aber der hat nun wirklich allen Grund dazu, denn in seiner Paranoia hat er das Grab geöffnet, das sie unter dem Ballon gefunden hatten und darin den echten Henry Gale gefunden. "Henry", obwohl, jetzt können wir ihn ja auch Ben nennen, steht nun vor den Ruinen seiner Lügengeschichte. Und da noch irgendetwas zu retten, wird die nächste Aufgabe unseres Inseldiktators sein. Dass erzählt euch dann aber der liebe Onkel Anubis.

Wer erzählt uns das? Kenn ich nicht!

Also Brandschutztür...: Ich denke mal die beste Version der Karte ist diese. Da ihr nicht noch länger auf diese Review warten solttet, nehme ich mir die eingehende Analyse der Karte mal fürs Wochenende vor. Zuvor gibt es vermutlich noch den ersten Teil der Incident-Review zur Thematik Jacob und "Samuel". Falls ihr denkt, dass da kaum was neues kommt, versichere ich euch: Ihr irrt (wahrscheinlich^^). Ich hab' nämlich einige interessante Sachen entdeckt, die mir noch halbwegs neu waren.

Jetzt aber zu meinen "normalen" Anmerkungen:


Also wenn es einen Loopdude gibt, dann ist das doch wohl Jacob und "Samuel" ist der Loopeholedude. Und schon wieder ein neuer Spitzname - man sollte mal eine Sammlung seiner Spitznamen aufmachen (sagt mir, wenn ich einen vergessen habe): Samuel, Man in Black (ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass sein Hemd dunkelblau ist?), Esau, man#2, Rumpelstilzchen, Mr. Loophole, Deus Ex Machina, Keyser Söze, Loopholedude, Flocke, Fake-Locke, Shapeshifter, Nemesis, Der-schon-wieder, Ihr-wisst-schon-wer, Moses, [Achtung: Kleiner "Supernatural-Staffel-5-Spoiler] der Typ, der genauso aussieht wie einer der apokalyptischen Reiter bei "Supernatural" (was ich sehr verwirrend finde, da der Teufel aussieht wie Jacob) [Spoiler Ende] und, wenn man glaubt, dass er das Monster ist, kommen noch hinzu: Cerberus, Smokey, Monster, Rauchmonster, schwergestörte Giraffe und mein persönlicher Liebling: psychopathische Gewitterwolke. Sollte "Samuel" jemals James ford über den Weg laufen, kommen vermutlich nochmal genausoviele dazu.

Zu Furyas text hab ich sonst keine direkten Ergänzungen mehr, also zur Folge. Was ich bei der Frühstücksszene noch bemerkenswert fand, war, dass Ben zu John sagt: "Why do you let him talk to you like that? " ("Warum lässt du ihn so mit dir reden?") Für mich hatte das schon ein bisschen was von: "Eye, du bist der neue Inselkönig und Jack nur egozentrischer Skalpellschwinger." Da fällt mir ein, dass überhaupt Jacks dramaturgische Relevanz ein weiteres Indiz auf die Zeitschleife darstellt, denn gibt es sie nicht, wäre Jack doch eigentlich ziemlich unwichtig - verglichen mit John, Ben, Desmond, Richard, Charlie, Hurley, Eko, Aaron oder Claire, die fest mit der Insel verwoben sind.

Da der Ballon in dieser Folge gefunden wird, ist es wohl auch an der Zeit mal über den guten alten "Wizard of Oz" zu sprechen. Henry Gale ist in diesem amerikanischen Märchen der Onkel von Dorothy Gale, die es ins wundersame Land Oz verschlägt. Der Zauberer von Oz wiederum stürzte dort mit seinem Ballon ab. Dass Ben oft mit dem Zauberer von Oz, dem Mann hinter dem Vorhang in Verbindung gebracht wird, ist ja nichts neues, doch die wahren Männer hinter dem Vorhang sind letztlich zwei andere, die uns über ihre wahren Absichten, ihre Herkunft und die Fülle ihrer Macht auch weiterhin im Dunkeln lassen. Beizeiten sollten wir die Bezüge zwischen "Lost" und diesem literarischen Werk wohl nochmal ein wenig mehr aufdröseln. Doch genau wie die Brandschutztür ist das wohl ein Thema, dass man gesondert behandeln und betrachten sollte. Also verbleiben wir ersteinmal bei dem Hinweis auf diese Parallelen.

Ansonsten hab ich noch so ein paar Kleinigkeiten:

  • Als John auf dem Hometrainer sitzt, hört man nur einen einzigen Wortfetzen ganz klar heraus und zwar "Lock-". Zwar ist es ein Teil des Wortes "Lockdown" ("Verriegelung"), aber akustisch gibt es keinen unterschied zu "Locke"... da ist selbst unser guter, alter John verwirrt: Die Station ruft ihn jetzt schon beim Namen.
  • Ben ruft John, unmittelbat bevor die Türen runtergehen, zu, er sollte vielleicht lieber Jack holen. Diese kleine Stichelei von Ben rettet letztlich der ganzen Menschheit den Arsch, denn hätte Ben nicht gerufen und John dazu veranlasst vom Stuhl runter in Richtung Waffenkammer zu stürmen, hätte John vermutlich alleine auf dem Flur gestanden! Von da aus hätte er weder Ben aus der Waffenkammer lassen noch selbst zum Computer gelangen können.
  • Eine Frage bleibt für mich bestehen: Warum wird die Verriegelung im Orientierungsfilm mit keinem Wort erwähnt? Wäre doch eine nicht gerade unwichtige Information, zu wissen, dass man wenn der Lautsprecher rauscht, besser ganz flott zum Computer geht. Chang erklärt doch sonst jede Kleinigkeit so detailliert, dass man sich wundert, warum er nicht die Funktionsweise der Toilette erläutert (im Zweischichtbetrieb versteht sich^^). Wurde die Verriegelung erst installiert, als der Orientierungsfilm schon fertig war?
  • Ben sagt gegenüber John, die Losties gäben ihm die Schuld für Dinge, für die er nicht die Verantwort trägt. Klingt für mich fast nach Bens Leben in einem Satz, denn letztlich macht er zwar eine Menge Fehler, ist und bleibt aber auch für alles andere der Sündenbock.
  • Sawyer erwähnt Tallahassee und deutet an, sich dort eine Geschlechtskrankheit eingefangen zu haben - danach fragte Jack sogar in Staffel 1
  • Helen fragt Anthony Cooper: "Are you Him?" - die Antwort ist "Nein", oder?
Das war's jetzt auch von mir. Im Laufe des Tages kommen aber wohl noch ein paar Infos und News ;-)