Das Schicksal hat irgendwie was gegen mich. Immer wenn ich denke, ich käme mal zum Schreiben kommt wieder irgendwas dazwischen... "Sei es ein Meteorit... oder ein Araber... oder ein arabischer Meteorit" (Serdar Somuncu). Meine Meteoriten heißen unplanmäßige Nachhilfe, abgelaufener Personalausweis und familiärer Krankheitsfall. Obwohl also schon fast zwei Seiten getippt sind, zweifle ich daran, dass ich heute noch fertig werde. Da aber ein Teil der Review sich um einen positiven Wink des Schicksals drehen und weniger, um die Folge, kommt dieser Part von gestern morgen schon mal vorab:
Schon komisch wie einem manchmal der Zufall zur Hilfe eilt. Eigentlich hätte ich heute morgen ja die nächste Lost-Folge gucken sollen. Doch weil sich beim Frühstücken so schlecht schreiben lässt, habe ich aus einem Anflug von Nostalgie heraus kabel1 angeschaltet, wo am Wochenende vormittags ja immer die guten, alten Trickserien laufen, auch solche, die eigentlich nie für Kinder gedacht waren. Aber das werden die deutschen Medienaffen wohl nie begreifen: Zeichentrick kann auch für Erwachsene und Jugendliche sein. Na ja, zumindest lief da eine Folge von „Gargoyles“, in der es um eine Insel und eine alte Indianerkultur ging. Auf dieser Insel konkurrieren zwei Kinder des Elfenkönigs Oberon um die Herrschaft. Es ist ihnen allerdings untersagt, sich in ihrer übernatürlichen Gestalt zu erkennen zu geben oder gar in die Geschicke der Menschen ummittelbar einzumischen. Die gute Macht, die Großmutter, lebt in menschlicher Gestalt als Stammesälteste in der Indianersiedlung, die jedoch bis auf den Häuptlingssohn komplett verlassen wurde. Auch der Häuptlingssohn lehnt das Erbe seiner Vorfahren ab, ist im Aufbruch zurück in die Zivilisation inbegriffen, in der er sich weit mehr zuhause fühlt. Er hat in Harvard studiert und ist ein Mann der Wissenschaft. Die chaotische Macht, der „Blender“ wie ihn die Großmutter nennt, ist der Rabe. Er ändert seine Gestalt je nach dem, welche ihm nützlich ist: mal fliegt er als Rabe umher, um unerkannt zu beobachten, dann wieder zeigt er sich als Mensch und manipuliert so die Menschen. Den drei Gargoyles zeigt er sich natürlich selbst als Gargoyle. Die Großmutter hingegen nimmt nur dann übernatürliche Gestalten an, wenn sie so Menschen (insbesondere den Häuptlingssohn) von der Existenz übernatürlicher Wesen überzeugen kann. Sie gibt sich in jenen Gestalten aber nie zu erkennen, sondern will einfach den Glauben stärken. Ihre Täuschung ist also rein friedlicher Natur. Es ist wichtig, dass sie den Glauben des Häuptlingssohnes stärkt, weil nur dieser den Raben im Kampf besiegen darf/kann/soll... wie auch immer. Als ihm das gelungen ist, wird die Großmutter zu einem Fluss und Eins mit der Insel – sie stirbt und erschafft damit neues Leben. Die drei Gargoyles und Elisa, die auf der Insel gestrandet waren und in diesen Kampf hineingerieten, verlassen die Insel am Ende wieder.
Ich will Darlton nun absolut nicht unterstellen, sie würden bei „Gargoyles“ abschreiben, da ich aus eigener Erfahrung nur zu gut weiß, dass solche Parallelen viel öfter Zufall oder genrebedingte Ähnlichkeiten sind, als der Leser bzw. Zuschauer bereit wäre zu glauben. Doch die Ähnlichkeit zu dem Kampf zwischen Jacob und „Samuel“ ist schon sehr frappierend und daher fand ich es erwähnenswert und vielleicht fühlt sich ja der ein oder andere zu neuen Theorien inspiriert, die er bitte posten soll. Mir sind zwar auch ein paar Gedanken gekommen, doch würde ich gerne erst mal hören, was euch spontan einfällt, ehe ich wieder meinen Senf dazu abgebe. Falls sich einer die Mühe machen möchte, das Internet nach der Folge zu durchforsten (YouTube, MyVideo und wie sie alle heißen), fänd’ ich das klasse – laut imdb ist es die 25. Folge der 2. Staffel „Heritage“.
Der Rest, also die eigentliche Review, kommt bald als möglich

